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Del-ka Rollenspiel - der zweite Akt

Dieses Thema im Forum "Rollenspiel Gor" wurde erstellt von Nea Narstrom, 12. September 2013.

  1. Nea Narstrom

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    Port Kar - das dunkle Juwel der Thassa

    Amira dirigierte Cato, der mit kräftigen Ruderschlägen das schmale Boot in Gang hielt, durch das Gewirr der Kanäle von Distrikt Al-ka. Der Zufall hatte sie mit dem alten Gewürzhändler ins Gespräch kommen lassen, nein, eigentlich war es mehr das Interesse an einem Zeitzeugen der Geschichte von Port Kar.

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    Amira vermochte kaum zu schätzen, wie alt der Mann wirklich sein mochte, sie wagte auch nicht zu fragen, ob er tatsächlich so alt war wie er aussah oder ob er einer der wenigen Goreaner war, bei denen das Serum seinen Dienst nicht aufgenommen hatte. Er saß auf einem Schemel zwischen Säcken voller Gewürze auf dem von ihm seit Jahrzehnten gepachteten Kai und stützt die Hände auf einem Stock auf, um seinen gekrümmten Rücken zu entlasten. Faltig und knotig seine Finger, grau sein Haar und sein Kopf zitterte leicht, während er Amira mit fast blinden Augen anzusehen versuchte während er erzählte.

    Das Geheimversteck hier unten stammte noch aus der Zeit der fünf Ubare von Port Kar. Das Schicksal von Eteocles, so gab er preis, war niemandem offiziell bekannt, aber Eteocles war es, der sich lange genug vor Verfolgung durch den neu formierten Kapitänsrat hatte verbergen konnte. Sein Kontor, so pries der alte Mann nicht ohne Stolz an, war eine historische Stätte und ganz besonders der Teil, in dem einst Eteocles ausgeharrt und von wo aus er später dann unbemerkt fliehen konnte. Durch einen geheimen Mechanismus gelangte man dort hinein und wieder hinaus, nach außen hin sah man nur den Laden und die Lagerräume. Der Gewürzhändler war alt und würde sich bald zur Ruhe setzen, kein Sohn war ihm geboren worden, der die Nachfolge hätte antreten sollen. Amiras Herz hatte schneller geschlagen. Dieser Kai war ideal. Niemand würde Verdacht schöpfen, wenn er nach außen hin der des Händlers bliebe und dieser dann und wann noch hier unten vorbeigeschlurft kam. Und in dem Versteck konnten sie sich oder andere verbergen, wenn es mal eng werden würde.


    "Hier ist es, Cato. Dieser Kai ist es." rief sie nach hinten über die Schulter und wartete dann ab, bis das schmale Boot vertäut war und Cato ihr half es sicher zu verlassen und auf den Steg zu klettern. Sie schob den rostigen alten Schlüssel ins Schloss und die Tür schwang auf. Der stark betäubende Geruch unterschiedlichster exotischer Gewürze strömte auf sie ein. Muskat. Koriander. Der sinnesbetäubend intensive Geruch von Safran. Beim Eintreten sah man zunächst nichts als das Kontor des Gewürzhändlers, aber wenn man sich nach links wandte fiel bei geöffnetem Vorhang der Blick auf zwei Banner an der Wand, die feierlich über einen größerem runden Versammlungstisch zu wachen schienen. Das Banner von Turmus und das Banner der Del-ka Organisation. Sie sah wie Catos Blick sich zuerst erhellte, dann verfinsterte, schließlich wandte er sich zum Fenster und sah hinaus.

    Hier unten waren sie nur wenig oberhalb der Wasseroberfläche des Kanals. An kleinen vorwärtsrasenden Wellenbewegungen konnte man sehen, wo eine Urt entlangschwamm. Das Wasser hatte ein schmutziges graubraun und der Schlamm der Exkremente machte es unmöglich, dass man durch die trübe Brühe hindurch etwas erkennen konnte. Jemand hatte eine Kiste faules Obst geleert. Die Überreste trieben an ihnen vorbei. Traurige Zeichen des Verfalls.

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    "Vom Palast in ein schäbiges Zimmer direkt an einem der schmutzigsten Kanäle von Port Kar, Amira. Ist das unsere Schicksal?" Sie trat neben ihn und strich sachte über seine Schulter. "Noch ist es nicht vorbei Cato. Ich werde nicht eher ruhen, bis wir unseren Kindern ihre Heimat zurückgegeben haben. Wir haben viele Prüfungen bestanden und auch diese werden wir annehmen und das Beste daraus machen." flüsterte sie leise.

    Er nickte und entspannte sich wieder. Amira nutzt die Gelegenheit und führte ihn nachh hinten. Seine Verblüffung war grenzenlos, als sie ihm den Mechanismus zeigte und das Geheimversteck. Mit einem Mal war er wieder der Alte. Cato, der bei allem einen Rat wusste und seine Ziele verfolgte, egal wie viele Hindernisse man ihm auch in den Weg legte.

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    Sie brachten das Boot zurück zum Anleger und machten sich dann zu Fuß auf ins Arsenal. Amira brannte darauf Catos Arbeitsplatz kennenzulernen. Er trug sie am bewachten Tor in die Besucherliste ein und führte sie dann herum. In mehreren Etagen lagerten im Arsenal Waren aller Art, aber vor allen Dingen Holz und Kleinteile für den Schiffsbau an der Werft. Es dämmerte bereits und als sie Cato vor sich stehen sah, seine muskulösen breiten Schultern in der neuen Tunika, da konnte sie nicht widerstehen und fuhr mit einer Hand über seinen Hintern, während sie sich an ihn drängte.

    Er schaffte es gerade noch so, sie zu bremsen und sie beide nach Hause zu schaffen, bevor er die Tür hinter ihnen zuschlagen konnte und ihr auch schon den Schleier vom Gesicht riss. Das nächste, das sie spürte waren seine Lippen auf ihrem Mund und wenige Augenblicke später umtanzten sich ihre Zungen und er drängte sie rückwärts Richtung Bett.

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    zur Erinnerung nochmal die OOC-Info im ersten Thread über Delka - Hintergrundinfos zu Port Kar und Selnar auf Cos als neue Spielstätten

    Wen oder was suchen wir speziell?

    Für Port Kar:

    Krieger
    Galeerensklaven
    Tavernenwirt
    Pagaschlampen
    einen Heiler (männlich wäre super, aber weiblich geht auch)
    Kapitäne
    zwielichtiges Gesindel

    Für Selnar:

    Krieger
    einen Baumeister
    einen Heiler
    einen Winzer
    einen Verr-Bauern
    einen Wirt oder eine Wirtin und Kajirae für die Taberna (Gaststube, keine Pagataverne)

    Bis auf Baumeister, Krieger, Galeerensklaven und Kapitäne kann man die Rollen natürlich auch weiblich besetzen. Ich bitte allerdings zu beachten, dass emanzipatorische Bestrebungen im RL besser aufgehoben sind. Beide Spielorte sind keine Städte, die es mit dem Gesetz, das freie Frauen schützt, allzu genau nehmen. Spitze Zungen, aber vor allem bisher gewährte Privilegien können einem da schonmal verloren gehen, wenn man zu aggressiv spielt mit einer weiblichen Rolle.

    Auf folgenden Blogs könnt ihr nachlesen und mehr Infos erhalten:

    Geschichten zu Port Kar

    Inselubarat Cos


    Zasta über Selnar auf Cos

    Und hier geht es zum Landepunkt in der Sky, von dort aus kann man über den Teleport drei Orte anwählen: Port Kar, Selnar auf Cos oder den Steg, an dem man ein Schiff rezzen und über die Thassa in Ruhe die Anreise ausspielen kann.
     
  2. Nea Narstrom

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    Karten, Affen und Silber aus Turmus

    Dass Cato einmal in der Verwaltung auftauchte um sie zu einer Pause abzuholen, war eher die Seltenheit. Umso erfreuter wandte Amira den Kopf und sprang vom Schemel um ihren Gefährten zu begrüßen. Gemeinsam überquerten sie die Brücke beim Kapitänsrat und wanderten den Zentralkanal entlang Richtung Herberge. Eine riesige Galeere legte gerade am Hafen an. Einigermaßen ungewöhnlich war die Anlegestelle am Platz des 25. Se'kara und Amira fragte sich sofort, ob das schon das Handelsschiff aus Anango sein konnte.

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    Cato trat näher an die Mauer und spähte ebenfalls hinüber. "Invictus" prangte in deutlichen Lettern am Bug und die Augen des Schiffes schienen sie anzusehen, ebenso wie die Augen der drei Männer, die sie in der Ferne an Bord stehen sahen. Bevor sie sich entschließen konnten, ein wenig über den schwimmenden Markt zu schlendern, aus reiner Neugier und um vielleicht etwas über die Galeere in Erfahrung zu bringen, verließ ein Teil der Mannschaft bereits das Schiff und schlenderte vorbei an den mit Waren beladenen Kähnen auf die Stufen zu, die von dort aus hoch in die Stadt führten.

    Amira trat halb hinter ihren Gefährten und beobachtete die drei Männer aufmerksam. Einer von ihnen war schwarz, vielleicht aus der Gegend um Schendi oder aus Schendi selbst. Er war größer als die beiden anderen und fiel ihr daher und wegen seiner Hautfarbe zuerst ins Auge. Wenn man seiner verwaschenen Tunika noch eine Farbe entnehmen konnte, so mochte es blau sein. Verdreckt waren sie alle drei. Die beiden anderen trugen ihr Haar kürzer, wenn auch ungewaschen. Seeleute, so kam es Amira in den Sinn, sind wahrlich nicht zu beneiden. Immer fort von zuhause und ohne den zivilisierenden Einfluss der Frauen auf Hygiene und Gebaren. Im Vergleich zu den kauzigen, aber zahmen Voskschiffern, waren die Männer, die die Thassa befuhren, ein härterer Menschenschlag. Ebenso wie in Lydius damals war der Aufenthalt am Hafen für eine Frau mit Gefahren behaftet. In Port Kar gab es keine einzige Verwalterin außerhalb der Stadtmauern. Dies waren die Bereiche der Männer. Das Recht des Stärkeren galt hier noch mehr als anderswo.

    Wenn diese Männer in die Stadt kammen, fielen sie meist nach ein paar Schritten in die nächstgelegene Pagataverne um ihren Schwänze in die Weichheit williger Frauen zu tauchen, sich volllaufen zu lassen und dann im nicht schwankenden Alkoven ihren Rausch auszuschlafen bevor sie mit den Gezeiten wieder zu neuen Zielen aufbrachen. Amira trat noch ein Stück hinter Cato zurück, als die drei den Aufgang zur Stadt erreicht hatten.

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    Cato begrüßte die Männer und erkundigte sich nach der Ladung des Schiffes. Obwohl ihnen das Schild des Verminium von hier aus bereits ins Auge springen mussten, blieben die drei zunächst stehen. Offenbar waren sie aus der Not heraus in Port Kar gelandet. Einer erzählte etwas von einem Sturmschaden und von abhanden gekommenen Karten, ohne die sie ihre Reise nicht fortsetzen konnten. Amira wandte ihren Blick zurück zu der großen Galeere. Ein Banner mit einem Seekaiila. Vielleicht eine der kleinen Inseln, die man erreichte, wenn man dorthin segelte, wo im allgemeinen das Ende der Welt vermutet wurde. Zu ihrer Überraschung gaben sie aber an aus Lydius zu kommen. Amira fühlte sich in ihrer Vorsicht erneut bestätigt. Lydius! Die letzten Nachrichten, die sie von dort erhalten hatte, waren keine des Friedens gewesen. Immer noch war unklar, ob Lydius sich mit Cos verbündet und den Angriff auf Turmus unterstützt hatte.

    Zu Amiras Schrecken trat nun Gilian über die Brücke und kam sogleich auf die Menschengruppe zu. Es dauerte nicht lange und bevor Amira es verhindert hatte, grüßte Gilian sie freundlich und deutlich vernehmbar mit "Tal Amira". Nun, der Name war nicht ungewöhnlich, aber in diesem Fall hätte Amira ihn lieber im Dunkeln gehalten. Dazu war es aber nun zu spät. Sie ging ein paar Schritte auf Gilian zu um den weiteren Fluss von Informationen gleich im Keim zu ersticken.

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    Zu ihrer Überraschung sandte Cato den hochgewachsenen Dunkelhäutigen mit ihnen beiden zum Kapitänsrat, wo in der unteren Ebene alle Schriften und die Seekarten lagerten. Hilfsbereit sollte dort dem Navigator erlaubt werden, die für ihn wichtigen Karten zu kopieren, damit sie ihre Reise fortsetzen konnten. Der Narbengesichtige, der sich als Kapitän des Schiffes vorgestellt hatte, zog es offenbar vor seinen Navigator nicht mit zwei Frauen allein ziehen zu lassen und schloss sich dem Tross an.

    Eine seltsame Spannung lag in der Luft, während Gilian mit fahrigen Bewegungen und dicht nebern dem Navigator stehend in einem der Schriftenregale nach der richtigen Karte suchte. Unterdessen suchte Amira das wenig angenehme Schweigen mit ein paar kleinen Plaudereien aufzulockern. Der Navigator namens Ingula erinnerte sie in seiner schweigsamen Art an den alten Kartographen, dem sie zuletzt am Kai der Spieler begegnet war. Er hatte es im Distrikt Al-ka zu einiger trauriger Berühmtheit gebracht, weil er von sich behauptete über das Ende der Welt hinausgesegelt zu sein und Gegenden kartographiert zu haben, die noch kein Goreaner je zu Gesicht bekommen hatte. Da er aber schon uralt war und seine Vorträge mehr wirr als erhellend warten, glaubte ihm niemand so recht. Was allerdings erwiesen war, waren seine Kenntnisse der Tambergolfküste bis in kleinste Details. Marinos aus Tyros war sein Name. Allein seine Herkunft war einigermaßen skurril, aber bis zum heutigen Tage hatte man den alten Wirrkopf weder erschlagen noch im Kanal ersäuft.

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    Gilian wurde immer nervöser, während Ingula schließlich zur Tür ging um sie zu öffnen. Offenbar hatte er vor der Tür etwas kratzen gehört und als Amira erkannte, was für ein Wesen da durch die Tür geschossen kam, weiteten sich ihre Augen in erzücktem Erstaunen. Ein kleines Äffchen!

    "Er ist nicht gern allein. Und wenn er allen ist, geschehen Dinge....", wie so viele Sätze von Ingula ließ auch dieser einige Deutungsmöglichkeiten. Aber ein Äffchen ist ein Äffchen und Amira konnte ihr Entzücken nicht recht verbergen. Dies änderte sich erst, als das Tier, von Gilians Schleier angestachelt, sich auf die Schriftenverwalterin stürzte und versuchte ihr denselben vom Gesicht zu reißen. Das Chaos nahm damit seinen Lauf. Gilian kreischte und ruderte wild mit dem Arm, den sie nicht brauchte um ihre Sittlichkeit vor den Blicken der fremden Seemännern zu schützen, zeitgleich stürzten Ingula und der Kapitän sich auf die beiden um den außer Kontrolle Geratenen wieder einzufangen. Dabei geriet das Regal derart ins Wanken, dass ein großer Teil der Schriften auf dem Steinboden landete.

    Perplex zögerte Amira einen Moment, dann erinnerte sie sich an die kandierten Fruchstücke in ihrem Beutel und begann das raschelnde Papier langsam zu entfalten. Den aufmerksamen Tierohren konnte das nicht entgegen. Der kleine Geselle ließ von Gilians Schleier ab und sprang zügig auf Amira zu, wo er schließlich von seinem Besitzer eingefangen wurde.

    Gilian! Ächzend erhob sie sich vom Fußboden und besah sich die Bescherung. Ein Haufen Karten, darunter alte und sehr kostbare, wild verstreut. Ingula verließ mit einem Mal fluchtartig den Raum, den kleinen Affen fest unter den Arm geklemmt und der Kapitän zeigte sich bestürzt über das Durcheinander. Morgen würden sie wiederkommen, sagte er, um die Karte zu kopieren und vielleicht würde er die Damen mit einer kleinen Spende über den entstandenen Schaden hinwegtrösten können?

    Bevor Gilian höflich und bescheiden ablehnen konnte, hatte Amira ihm schon die zwei Silber abgenommen, die er seinem Beutel entnommen hatte. So konnten sie wenigstens das Papier ordern, das der Kapitänsrat ihnen immer noch nicht bewilligt hatte. Als der Kapitän der Invictus ebenfalls gegangen war, besah sich Amira die beiden Silberstücke.

    Es waren Silbertarn aus Turmus. Dies war insoweit nicht ungewöhnlich, als dass der Mann zuvor beim Plaudern selbst angemerkt hatte, dass er es bedauerte, dass Turmus als Handelstor in die Voskregion nun gefallen war und man überall nur noch über Cosianer stolperte. Für einen Moment hatte es Amira die Sprache verschlagen und ihre Augen waren feucht geworden.Vielleicht war es sein Blick in ihr Gesicht gewesen, als ihr der Gedanken an Turmus die Tränen in die Augen trieb, der sie daran zweifeln ließ, dass sein Bedauern über das Vorrücken der Cosianer in die Voskregion aufrichtig und echt war.
     
  3. Nea Narstrom

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    Die Klinge an Catos Hals

    Der Abend hatte so gemächlich begonnen. Sie hatte Gilian und Talia vor der Halle der Kapitäne getroffen und als Cato dazu gekommen war, nahmen sie gemeinsam Kurs auf die Schenke. Marinos war, wie nicht anders zu erwarten gewesen war, weiterhin verschwunden. Bisher hatte niemand Gelegenheit gehabt, zumindest Caprus als Mitglied des Kapitänsrates in Kenntnis zu setzen. Talia indessen kämpfte mit dem bestialischen Gestank in der Stadt und sehnte sich sichtlich danach, ein Mittel dagegen zu finden, das tatsächlich wirkte. Amira riet ihr zu parfümierten Ölen, die man sich auf den Schleier träufeln konnte, aber im Grunde gab es nur ein wirklich hilfreiches Mittel es zu ertragen: die Gewöhnung.

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    Neben Tee und Kalana und der Frage, wie Vulo nun eigentlich in Port Kar gelandet war, ging es nach dem Auftauchen von Khaldor vor allem um die Vorräte von Holzkohle. Die waren nämlich aufgebraucht und das Schiff aus Anango wurde dringender denn je erwartet. Amira brauchte nicht rüberzusehen um zu wissen, dass dieser Umstand Cato die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Wenn die Arbeiten im Arsenal zum Erliegen kamen, würde man nicht zuletzt auch ihn dafür verantwortlich machen.

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    Als Amira gerade aufbrechen wollte, kam die pilgernde Händlerin dazu und berichtete davon, dass ihr Onkel, der Händler Vern, offenbar verschwunden war. Die ganze Nacht und den ganzen Tag über war er nicht in seinem Kontor aufgetaucht und niemand wusste, wo er geblieben war. Cato streckte sich und erhob sich dann, müde blickte er zu Amira und machte sich dann auf den Heimweg, während Khaldor mit der Händlerin noch um den Preis für ein Wildtarskfell verhandelte.

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    Amira sah Cato nachdenklich nach, war aber noch in das Gespräch mit der Händlerin verstrickt, als wenige Ihn später von draußen der markerschütternde Schrei eines Mannes erklang. Amira sprang so schnell auf die Füße, dass sie gegen den Tisch stieß und einiges Geschirr zum Klirren brachte. Vorbei an der kurzhaarigen Kajira des Kriegers, die ihr gerade eine Frage hatte stellen wollen, eilte sie Richtung Tür.

    Der Schrei war nah gewesen, viel zu nah. Wut hatte darin geliegen, unbändige, unkontrollierbare Wut. Langsam legte sei ihre Hände auf den Türknauf und öffnete die Tür einen Spalt um hindurchzusehen. Sie war unbewaffnet und auch ihr panisches Umherblicken hatte nichts Nützliches zutage gefördert, mit dem sie sich gegen einen männlichen Angreifer hätte zur Wehr setzen können.

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    Bei ihrem Blick nach draußen sprang ihr zunächst das Rot der Kriegertunika ins Auge. Es spannte sich über breiten Schultern und hatte seine saubersten Tage längst hinter sich. Der Mann, der sie trug, bewegte sich mit gezogenem Gladius auf die Brücke und auf einen Mann zu, der eine blaue Tunika trug.

    Cato!

    Amira riss die Tür auf und stürzte hinaus. Dass die Sklavin ihr folgte wie ein Voskmoskito dem Sumpfharlarion kam ihr gar nicht zu Bewusstsein, sie lief hastig bis zur Brücke und stand dann still und starr vor Entsetzen. Der Krieger, der ihr neulich schon aufgefallen war! Cato stand vor ihm, unfähig auch nur einen Muskel zu rühren für den Moment, in dem die Klinge des Gladius sich auf ihn zubewegte, geführt von einem Kriegerarm, mit müheloser Leichtigkeit und unverkennbar getrieben von Wut, die sich in dem eben gehörten Schrei bahngebrochen hatte.

    Als sie seine Stimme hörte, fügte sich mit einem Mal ein Puzzleteil zum anderen. Immer noch stand sie still und sah verängstigt zu, wie die Hand von Titus con Ar das Gladius noch fester griff, während seine andere Hand Cato am Kragen packte und ihn näher zog, dicht und dichter an die bluthungrige Schneide seiner Waffe, bis Haut und Stahl sich schließlich kurz vor einer tödlichen Berührung befanden.

    Aus ihrer Kehle kroch ein Schrei und brach sich an den grauen Steinwänden ringsum. Nicht! Nicht Cato!

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    Der Blick des Kriegers streifte sie nur für den Bruchteil einer Ihn. Verachtung lag darin. Sie war nur eine Frau. Dann wandte der Mann sich wieder ihrem Gefährten zu.

    Verräter. Amira hörte das Wort und erschauerte. Titus fühlte sich im Stich gelassen. Erneut waren Krieger im Delta gestorben, vergeblich gegen Cos gezogen, verreckt an Hunger, dahingeschlachtet von Rencern, in die Irre geleitet und ohne Erfolg. Titus' Kameraden. Sie betrachtete den Krieger und eine Flut von Erinnerungen warf sie fast von den Füßen. Sie hatte ihn schon als Kajira gekannt, ein Heißblut aus Ar, seinerzeit als Söldner in Kasra. Er hatte die Finger in Isabells Entführung gehabt und sie nach seiner Freilassung verschleppt und vergewaltigt. Er war ein Krieger. Er war ein wütender Krieger. Er war ein wütender Krieger, der nicht mehr viel zu verlieren hatte. Ihr Herz krampfte sich zusammen und dann fing sie an zu reden, Worte flossen über ihre Lippen, sie versuchte den Mann, an dessen Schwertarm das Gladius hing, das im Begriff war Catos Lebensfaden zu durchtrennen, davon zu überzeugen, dass Cato die Legion aus Ar nicht an Cos verraten und im Stich gelassen hatte.

    Cato besann sich ebenfalls auf die Macht der Worte und versuchte sich soweit aus dem Griff zu winden, dass er genug Atem hatte um sich zu erklären. Er erzählte von Janus, von der Schiffslieferung, die wie versprochen losgeschickt worden war. Er erzählte von den Verrätern in den eigenen Reihen, die Turmus mit vergifteten Pfeilspitzen in Verruf gebracht und möglicherweise Cos Tür und Tor geöffnet hatten. Und er berichtete von der Rettung des Heimsteins in letzter Ehn und dem Fall von Turmus.

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    Janus. Ich werde das prüfen und wehe dir, Cato, wenn es nicht stimmt, werde ich dich finden und dich töten.

    Das Geräusch des Gladius, das zurück an den Schwertgurt wanderte, war für Amira die reinste und schönste Melodie. Sie fand ihre Finger um den Pagabecher gelegt, den das Mädchen versucht hatte ihr zu reichen. Sie hätte ihn ohne zu zögern und ohne nachzudenken an den Schädel des Kriegers geschleudert, dachte sie bei sich. Es war allerdings fraglich, ob sie getroffen hätte.

    Mittlerweile waren an beiden Ende der Brücke über den Zentralkanal Schaulustige versammelt und Vittorio auf der einen und Khaldor auf der anderen Seite beobachteten die Szene mit extrem angespanntem Blick. Titus schob die Hand zurück an den Knauf seines Schwertes und beobachtete aufmerksam seine Umgebung, während er zurücktrat.

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    Schließlich drehte Cato sich um und ging. Amira ließ den Pagabecher fallen und eilte ihm nach, vorbei an Khaldor und Vittorio, denen ihr Gefährte dankend zunickte. Vorbei an zwei Frauen, die vor die Heilerei getreten waren und dem Spektakel von dort aus, aus sicherer Entfernung beigewohnt hatten. Die eine davon war die Heilerin, die Amira in Begleitung von Titus gesehen hatte.

    Die andere .....Amira sah noch einmal kurz zurück. Rotes Haar. Die Augen...

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    Als Cato sie rief, nahm sie den Blick von der merkwürdig vertraut scheinenden Fremden und lief weiter.
     
  4. Nea Narstrom

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    Feuervogel mit gebrochenen Flügeln

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    Amiras Fingerspitze tastete über die Striche an der Wand. Von Port Kar aus hatte die etwa 400 Pasang lange Schiffspassage nach Cos etwa drei Tage gedauert. Sie war nun 13 Tage fort von Port Kar und getrennt von Cato. Mit Gilian hatte sie verabredet, dass sie sie spätestens am sechsten Tag, wenn Amira von Brundisium aus keine Nachricht schicken würde, Cato dringend dazu raten würde, den Heimstein, Laertes und sich selbst in Sicherheit zu bringen, falls dieser nicht von selbst auf die Idee kommen würde. Cato konnte nun bereits im Landesinneren unterwegs sein und mit ihm reisend der Heimstein von Turmus. Amira dachte an Duncan, der Cato angeboten hatte, den Heimstein hoch oben im Norden zu verstecken, beschützt von seinem Clan. Ob ihm zu trauen war? Sicher, Duncan hatte sie nie hintergangen oder enttäuscht, aber sein Clan hatte Belnend überfallen und belagert. Nach wie vor betrachtete Amira Belnend als Verbündeten.

    Ihre Überlegungen wurden unterbrochen vom Aufschreien der Scharniere an der Gittertür oben. Rasch fuhr ihre Hand an den Schleier, überprüfte mit einer routinierten Geste dessen Sitz und dann richtete sie sich auf. Sie schätzte, dass kaum eine Ahn vergangen sein konnte, seit Helios sie allein gelassen hatte. Offenbar wurde auch Helios klar, dass die Zeit drängte. Mit jeder Ahn, die Amira schwieg, vergrößerte sich der Radius, den Cato und der Heimstein zurücklegen konnten, wenn es ihm denn gelang, aus Port Kar unbemerkt herauszukommen. Aber Helios kam in Begleitung. Neben seine Stiefeln trat hinter ihm ein Paar Sandalen auf die Sprossen der Leiter, getragen von einem Paar Beine, das eher Baumstämmen glich als menschlicher Muskelmasse. Hatte der Ubar seinen Schonungsbefehl aufgehoben? War dies der Foltermeister?

    Amiras Herz spannte unangenehm in ihrer Brust. Obwohl eine Fackel den Raum beleuchtete, schien sich Dunkelheit auszubreiten mit jedem Schritt des unbekannten Besuchers. Dann wandte er Amira sein Gesicht zu und ihr Schrei hallte von den Wänden wider. Sie wich in den hintersten Winkel ihrer Pritsche zurück.

    Trajanos sah sie an und die Reste dessen, was einst sein Gesicht gewesen war, verzogen sich zu einem Grinsen. "Tatsächlich. Der Feuervogel gefangen in unserem Turm, Helios."

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    Helios nickte nur. "Ein Feuervogel, der nicht singen will, Trajanos."

    Trajanos näherte sich der Pritsche, auf der Amira kauerte und sah sie an. "So sieht man sich also wieder, Lady Amira." Danach folgte eine Folge derber Scherze über Chaya, so hatte er Dionyza wohl benannt, über ihre Art und Weise sich Männnern hinzugeben und Mutmaßungen ob sie darin wohl ihrer Mutter ähnlich war. Amira gelang er erstaunlich lange Trajanos' Worte über sich ergehen zu lassen. Sie war nicht in der Lage zu kontern und sie wollte es auch nicht. Dionyza schien sich in ihr Schicksal ergeben zu haben. Sie liebte diesen Mann vielleicht. Wenn es so war, würde Amira nichts tun, um das Verhältnis zwischen den beiden zu stören.

    Zumindest war das der Vorsatz. Doch wie so häufig bei Amira lief das Fass schließlich über und sie stürzte sich mit einem Wutschrei auf den von Brandwunden gezeichneten Rarius um ihm ihre kleinen Fäuste ins Gesicht zu schleudern. Hurensohn! Verdammter Hurensohn!

    Weit kam sie nicht. Trajanos wehrte sie mit dem Arm ab ohne sich groß anstrengen zu müssen und Helios umwickelte seine Hand mit ihrem Haar und zog sie daran nach oben bis ihre Zehenspitzen den Bodenkontakt verloren. Wie begann zu winseln vor Schmerz. Ihre Kopfhaut schien in Flammen zu stehen und ihr Blick auf Trajanos entstelltes Gesicht verschwamm. "Wenn sie mich noch einmal Hurensohn nennt, schneide ich ihr die Kehle durch, Helios. Der Ubar wird nicht erfreut sein, es aber verstehen. Sie redet immerhin von seiner Schwester." Blanke Wut klang nun auch aus Trajanos' Worten. Amiras Stimme, kurz vor dem Ersterben, wiederholte es noch einmal. "Hurensohn....!" Vielleicht wurde ihr die Gunst eines raschen Endes ohne Verrat zuteil. Helios schien der Erste zu sein, der Amiras Ansinnen durchschaute und schob sich zwischen die beiden. Trajanos zog seine Dolch und in Amiras Augen flackerte etwas wie Genugtuung auf. Er würde sie töten, ihr ein schnelles Ende bereiten.

    Doch dann drangen seine Worte an ihr Ohr. "Ich sagte es bereits eurer Tochter, Lady Amira. Auch den Tod gibt es nicht geschenkt, wenn man ihn sich nicht verdient hat. Ich möchte mir ein Geschenk von Lady Amira holen, Helios. Nur ein kleines, für Chaya. Der Ubar wird doch nichts dagegen haben oder?" Helios sah Trajanos prüfend an und trat dann beiseite, die Hand immer noch umwickelt mit Amiras Haar. Langsam ließ er sie zurück auf den Boden, bis sie wieder sicheren Stand hatte.

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    Dann durchtrennte Trajanos Dolch eine von Amiras Haarsträhnen. Schneller als sie überhaupt in der Lage gewesen wäre zu reagieren. "Vielleicht ist das die letzte Nacht von Chaya, Lady Amira. Ich bin sicher ihr könnt sie schreien hören, wenn wir uns im Turm vergnügen." Amiras Stimme war kaum mehr ein Flüstern. "Warum willst du ein Mädchen töten, das dich liebt, Trajanos?"

    Er hatte sich bereits entfernt und stand auf der Leiter, als er antwortete. "Weil ich es kann, Lady Amira."

    Helios folgte ihm hinaus und das letzte, das Amira hörte, war das Zuschlagen der Gittertür und das Vorschieben des Riegels. Ihre Welt zerfiel vor ihren Augen und sie blieb ohnmächtig zurück. Das war das Schlimmste. Die Kontrolle zu verlieren über das Schicksal derer, die sie liebte.

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    Storyline orientiertes Rollenspiel nach den Gor Romanen von John Norman. Wir suchen noch Mitspieler, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

    1. Freude am goreanischen Rollenspiel, das über gemeinschaftliche Trinkgelage und goreanisches Chatten hinausgeht
    2. Spaß an einem Charakter, der eher der bösen Seite zugeneigt ist. (Cos betreibt imperialistische Expansionskritik und geht als Ubarat nicht unbedingt zaghaft vor)
    3. Freude an stimmungsvollen und dennoch stinnstiftenden Emotes
    4. Orientierung an der setting-immanenten Logik und der Weiterentwicklung langer Storylines
    5. keine Einwände gegen Konsens-RP unter mündigen und gleichberechtigten Spielern, völlig unabhängig von der Rolle

    Wir helfen auch Anfängern bei der Rollenfindung und bei der Erarbeitung der Grundlagen von Rollenspiel in Second Life.

    Blogs zum Reinlesen:

    Nea notiert
    Inselubarat Cos

    Nach Selnar auf der Insel Cos geht es HIER entlang.