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Mal ein neuer Gedanke zur Gema

Dieses Thema im Forum "Rechtswissenschaft & Gesetze" wurde erstellt von Baertram Beerbaum, 20. August 2008.

  1. Baertram Beerbaum

    Baertram Beerbaum Aktiver Nutzer

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    Was das kostet(Gema + GVL = 50€ / Monat) , haben wir ja hinlänglich geklärt.

    Den meisten dürfte es zu teuer sein. Deshalb vertrauen sie auf die anonymität des www und nutzen fröhlich irgend welche Hoster.

    Aber wer sagt eigentlich das die sicher sind.

    Man stelle sich einen bösen Buben vor, der macht einen Stream server bei einem hoster in irgenwo land auf. Der stream server schreibt feißig Logs und diese werden dann gegen eine "kleine Aufwandentschädigung " an einen Abmahnanwalt oder an die Gema weitergeleitet.

    nicht wahrscheinlich aber möglich.
    Und nur mal ein Gedanke

    :twisted:
     
  2. Sohi Moo

    Sohi Moo Gesperrt

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    na denne...
     
  3. Shirley Iuga

    Shirley Iuga Forumsgott/göttin

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    Naja hinlänglich aber offensichlich wohl nicht hinreichend. Das wird nämlich sehr schnell mehr als die erwähnten 50 Euro.
    Und wenn man sein Radio mal angemeldet/bekanntgegeben hat bei den Vereinen kann da u.Umständen dann eine nette Nachforderung von der GVL kommen.

    Das kann für moderierte Musikstreams (Clubs o.Ä.) in SL locker mal sehr deutlich mehr werden, sehr viel deutlich mehr. Denn die liegen mit ihrer Struktur meist über der "80% Musik" Grenze und haben auch mal viele Ausländer auf der Parzelle. Und sie streamen meist nicht nur 2h am Tag Musik.

    Gema macht da zwar nur 30€/monat, aber die GVL langt ordentlich zu und will pauschal mind. 500 Euro/Jahr.
    Wer nur wenige Stunden im Monat sendet, der bekommt das ein bisschen billiger, aber wer viele Stunden täglich seinen Stream betreibt um z.B. Musik auf seinem Land zu haben, der muss in dieser Kategorie blechen.

    Und für eine internationale Lizenz (braucht man leider in SL, denn schon mit 2 Ausländern auf der Parzelle liegt man sicher über der 2% Grenze) zahlt man noch mal einmal 750 Euro + 1500 Euro/Jahr für eine 10-Länder Lizenz (sollte allerdings für SL dann reichen, da geschätzte 95% der User aus weniger als 10 Ländern kommen...).
    D.h. da fallen schon mal mind. 2000 Euro/Jahr an GVL an.
    Geht aber nur, wenn man nichtkommerziell arbeitet, hierfür ist dann eine Bescheinigung vom Steuerberater o.Ä. notwendig.

    Sollte man nun auf die Idee kommen den Sender mit Werbung gegenzufinanzieren, dann fällt man in den kommerziellen Bereich, und aus den 500 €/Jahr Pauschale werden 1500€/Jahr Pauschale, d.h. mit der internationalen Lizenz macht das dann 3000€/Jahr für die Gema. Und wenn man mehr als 460€/Jahr einnimmt, dann wird auch die Gema wieder teuerer, dann gilt die 360-€ Pauschale nicht mehr.

    Und so zahlt man, möchte man sein Webcasting für seinen Club in SL korrekt anmelden:
    30€ Gema * 12 = 360€ + 500€ GVL + 1500€ Internationale Lizenz = 2360 €/Jahr.
    Oder 196€ jeden Monat.

    Eine kommerzielle Nutzung kostet mindestens 360€ Gema + 1500€GVL + 1500€ Internationale Lizenz = 3360€/Jahr bzw. 280€ jeden Monat.

    Nicht eingerechnet ist die einmalige 750-Euro-Einrichtungsgebühr und nicht eingrechnet sind die 0,125€ bzw. 0,25€ Kopiergebühr pro Titel und Jahr für die mp3, die man zum Streamen verwendet. Bei z.B. 1000 Titeln (sprich: jeden Tag 2 neue) sind das auch noch mal 125€ bzw. 250€ pro Monat, die dazu kommen.

    (wers nicht glaubt mit der GVL: hier gibts die GVL Info ... oder einfach mal wen fragen, der sein Radio wegen der Verrückten kosten dichtgemacht hat...)

    Da ist es also sehr viel billiger einen Kanadier zu bitten einen Stream für einen zu betreiben, den dieser dann in Kanada anmeldet, und lediglich diesen Stream dann in SL zu verlinken. Wichtig ist es dabei, nicht die eigenen mp3s des DJs zu Streamen, sondern die mp3s der Streambetreibers. Der DJ sendet dann den Voice-Stream aus Deutschland und in der Zeit, in der das nicht gesendet wird spielt der Kanadische Betreiber seine eigenen mp3s (notfalls per skript...), und schon ist das alles legal.

    Das kostet dann gar keine Gema und GVL, sondern lediglich so um die 200 bis 300CN$, etwa 150 bis 200€/Jahr. Oder 15€ bis 20€ pro Monat. Und das alles ist dank internationaler Lizenzabkommen sogar legal, denn man betreibt den Server ja nicht selbst, man stellt dem Betreiber des Streams lediglich seine DJ-Ansagen zur Verfügung.
    Und für die fällt auch in Deutschland keine GVL und GEMA an.

    Und man muss auch keine unruhigen Nächte damit verbringen sich im Bett zu wälzen und zu hoffen, dass der Streamserver in einem schäbigen Internetcafe in Paraguay, den man über einen Strohmann gemietet hat, nicht von einem bösen Buben an die Raubritter der Musikindustrie denunziert zu werden. Auch wenn es nicht wirklich wahrscheinlich ist entdeckt zu werden - es ist ja immerhin möglich :twisted:
     
  4. Milosh Glasgow

    Milosh Glasgow Freund/in des Forums

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    Vielleicht könnt sich ja mal jemand melden der Ahnung von der Materie hat.

    Also liebe Betreiber von SLR2 und Skyboxradio , ihr könnt uns doch sicher mal aus erster Hand aufklären!

    Gruss
    Milosh
     
  5. Marcellino Benelli

    Marcellino Benelli Nutzer

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    Um mal ein bisschen Aufklärung zu betreiben....

    Ich habe zwei mir im Original vorliegende Texte die ich hier mal ausschnittsweise veröffentliche. Das eine ist aus einem Schriftstück das wir vor längerer zeit gewerblich bedingt benötigten. Ein Ausschnitt dieses Schreibens betreffend der Frage wer muss als eigentlich Gema Gebühren abführen. Vorab gesagt .. es gibt eine klare Regelung. Wer sendet wird zum Betreiber eines Senders und benutzt dafür gemapflichtiges Material. Es ist also nicht immer der Mieter eines Streams, wenn dieser nur DJs hat und nicht selbst sendet, denn er ist genauso wie der Server betreiber nicht in der Lage das zu überwachen was über den Stream gesendet wird. Hier als der Auszug aus dem Schriftstück:

    Der Anbieter eines Streamservers ist rechtlich auch als Anbieter eines Mediendienstes im Sinne des § 3 Abs. 2 des Mediendienstestaatsvertrages (MDStV) zu sehen. Damit könnte sich der Betrei-ber eines Streamservers auch auf § 7 des MDStV berufen, wonach ein Diensteanbie-ter nicht für fremde Informationen verantwort-lich ist, soweit er die Übermittlung nicht selbst veranlaßt hat, sondern nur durchleitet. Der Betreiber eines Streamervers kann auch unmöglich wissen, wer welche Informatio-nen durch seinen Server leitet, auch veranlaßt er die Durchleitung nicht selbst. Somit auch nicht ob und welche Gemapflichtigen Werke durchgeleitet werden. Deshalb beruft sich die GEMA und GVL auf den Urheber der im eigentlichen Sinne auch mit dem Gemapflichtigen Werken tatsächlich zu tun hat. Der sendende wird somit zum Betreiber eines Webradios und ist für den Inhalt nach Urheberrecht selbst verantwortlich.


    Klar gesagt - der DJ ist der einzige der mit dem Gemapflichtigen Material arbeitet und somit der zahlungspflichtige.
    Unabhängig davon ob es sinnvoll ist oder nicht ist die Gema allerdings eine doch wichtige Institution. Künstler müssen für Ihre Leistung entlohnt werden. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist. Die Höher der gebühren sind masslos übertrieben. Vermutlich um die verbreitung von Musik über das Internet ( einen für die Herren nicht kontrollierbarer Weg ) zu unterbinden. Aber es wird sich nicht unterbinden lassen. Ausser das diese Leute, die ja sicherlich noch im vergangenen Jahrhundert schwelgen wohl auch in den nächsten Jahren nicht kapieren das Musik keine Tonträger gebundene Ware mehr ist.
    Nun stellt sich noch di Frage .. wie ist das mit Musik auf dem Land. Hierzu haben sich bereits andere Leute mit befasst.
    Die Quelle hierzu war ein Jura Forum, dort habe ich folgende interessante Auslegung dieses Problems entdeckt:

    "Wenn ein Ladenbesitzer in seinem Geschäft in RL ein Radio aufstellt und seine Geschäftsräume mit den Klängen eines Radiosenders beschallt, so ist er verpflichtet, eine Abgabe an die GEMA zu entrichten. Für unseren Ladenbesitzer würde sich die Höhe der Abgabe, die abhängig von der beschallten Fläche und der Art des Gewebes ist, nach dem Tarif R richten. Für eine Ladenfläche von 100m² entsteht danach eine jährliche Vergütungspflicht von knapp über 80€.

    Auch in Second Life ist es möglich, eine Fläche zu beschallen. Es läge daher auf den ersten Blick nahe, dass auch der (deutsche) Besitzer eines Shops in Second Life GEMA-Abgaben-pflichtig wäre. Bei näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass dies jedoch nicht der Fall ist.

    Das Aufstellen eines Radios in der realen Welt ist juristisch als “öffentliche Wiedergabe von Funksendungen” im Sinne des § 22 UrhG einzuordnen. Die Vorschrift regelt das Recht “Wiedergaben des Werkes durch Bildschirm, Lautsprecher oder ähnliche technische Einrichtungen öffentlich wahrnehmbar zu machen”. Die Wiedergabehandlung wird also vom Ladenbesitzer vorgenommen.

    In Second Life passiert technisch gesehen etwas anderes. Der Eigentümer einer Parzelle, der in diese einen Stream einbindet, nimmt gerade keine Wiedergabehandlung vor. Die Eintragung des Stream-URL in der Parzelleneinstellungen bewirkt lediglich, dass der Software des Nutzers, dessen Avatar die Parzelle betritt, die Stream-Adresse übermittelt wird. Die eigentliche Wiedergabe erfolgt client-seitig, nämlich durch den Quicktime-Player auf dem Rechner des Nutzers, der als PlugIn in den Second Life Viewer eingebunden wird. Der Stream wird über Quicktime direkt vom Streaming-Server geladen, ohne dass die Second Life Server hierbei beteiligt sind. Dies wird z.B. dann deutlich, wenn der Second Life Viewer abstürzt. Jeder Second Life Nutzer wird schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass die Musikwiedergabe noch eine ganze Weile läuft, nachdem sich der Viewer “aufgehängt” hat.

    Damit nimmt im Ergebnis der Nutzer die Wiedergabehandlung selbst vor; der Second Life Shopbetreiber unterliegt nicht der GEMA-Pflicht. Das Einbinden eines Landstreams ist damit rechtlich ebenso zu bewerten, wie z.B. die Angabe der Adresse eines Webradio-Streams auf einer Homepage. Ein Klick auf den Link öffnet einen Player auf dem Rechner des Nutzers; der dann die Verbindung zum Streaming-Server herstellt. Interessanterweise würde kaum niemand auf die Idee kommen, dies als vergütungspflichtige Wiedergabe anzusehen. Eine Haftung besteht lediglich im Rahmen der Haftung für Hyperlinks auf rechtswidrige Inhalte (z.B. Musik mit rassistischen oder volksverhetzenden Inhalten) - aber solche Musik will doch nun wirklich niemand hören.

    Nachdem die Vergütungspflicht bereits an den technischen Voraussetzungen scheitert, ist es offensichtlich, dass es bei der Bewertung auch nicht darauf ankommt, aus welchem Land der Stream “gesendet” wird."

    So und nun noch kurz eine andere Sache :

    Der Künstler Johannes Kreidler startet eine Aktion am
    12.9.2008 Das Video solltet ihr euch dazu mal ansehen.
    Denn er verdeutlicht sachlich das die derzeitigen Richtlinien nicht mehr auf der höhe der Zeit sind.
    http://www.kreidler-net.de/productplacements.html
     
  6. Shirley Iuga

    Shirley Iuga Forumsgott/göttin

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    So stimmt das auch nicht, dass generell alle DJs nun plötzlich zu lizenzpflichtigen Webradiobetreibern werden, wenn der Streambetreiber wechselnde DJs/Moderatoren hat, dann muss nicht jeder DJ/Moderator einen eigenen Gema/GVL-Vertrag abschließen, es ist juristisch durchaus ausreichend, wenn z.B. die "Webradio Düdelfunk" eine derartige Lizenz hat, da muss dann nur der Radiobetreiber entsprechend zahlen, und das ist dann eben die GbR, die Webradio Düdelfunk betreibt. So arbeiten nicht nur die meisten Webradios, so arbeiten auch die "normalen" Radios.

    Das ganze geht sogar nichtkommerziell, eine GbR muss nicht darauf ausgerichtet sein irgendwelche Gewinne zu erzielen.

    Die GbR ist nach Telemediengesetz (TMG) bzw. Rundfunkstaatsvertrag (RStV) dann auch verantwortlich für den Inhalt, den ihre DJs sendet. Und die Gesellschafter haften direkt mit ihrem Privatvermögen, wenn die DJs z.B. gegen das UrhG verstoßen.

    Den TMDStV gibts nebenbei seit 1.März 2007 nicht mehr, der wurde von TMG und RStV abgelöst.
     
  7. Baertram Beerbaum

    Baertram Beerbaum Aktiver Nutzer

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    Super Link

    Die aktion von herrn kreidler ist ja richtig klasse.

    Das solten mehr leute machen.
     
  8. Marcellino Benelli

    Marcellino Benelli Nutzer

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    @ Shirley Iuga

    Das was ich miente ist nur die generelle Ausführung.
    Das was du beschrieben hast ist eine mögliche Lösung dieses Problem in den Griff zu bekommen. Du hast natürlich recht.
    Würden sich viele DJs zu einem Radio zusammenschliessen würde es das Problem begrenzt lösen.
    Nur....
    legen die DJs ja meistens zeitgleich auf und nicht wie bei einer Radiosendung nacheinander und da die Gema natürlich Juristen hat die das Problem erkannt haben wurde einfach eine "begrenzung" von gleichzeitigen verschiedenen Streams eingefügt. Ich weiss aus dem stehgreif grade nicht die Zahl also Nagel mich nicht drauf fest aber ich meinte es wären 3.

    Somit ist diese Lösung auch nur bedingt übertragbar. Aber wie gesagt grundsätzlich hast du natürlich recht.
    Es ändert aber nichts daran das die höhe der Gebühr unrealistisch überzogen ist. Es besteht keine Gleichbehandlung von Radio zu Radio. Also ein UKW Radio wird nach "technisch" erreichbaren Hörern bemessen. Es ist dort nur ein 0,.... Wert pro Hörer. Wenn man dies auf Webstreams umlegen würde, dann wäre es eine gleich behandelte und faire abrechnung. Was in Deutschland allerdings geschieht ist klar gesagt ABZOCKE.
    Ich habe 15 Jahre UKW Radio moderiert mir ist die Abrechnungsmethode bekannt. Diese ist in meinen Augen sogar fair. Webradios werden aber durch bewusst hohe Gebühren in ihrer entfaltung blockiert und boykotiert. Es ist den Herren im armanianzug scheiss egal ob ein Webradio eine nette band von Nebenan vorstellt die im UKW keine Chance hätte da je reinzukommen. Warum ? Weil die Herren da nix verdienen. Es ist die Pure Existenzangst dieser Leute vor der Digitalen Zukunft.
     
  9. Marcellino Benelli

    Marcellino Benelli Nutzer

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    ahh udn weils mir grade einfällt hehehe

    Weil du den Rundfunkstaatsvertrag erwähnst. Sollte jemand aus bayern senden dann denkt dran.. ab 150 Hörer benötigt ihr eine von der Bayerischen Landesmedienzentrale ausgestellte Rundfunkgenehmigung. Ab September auch für Videostreams.
    Die Herren in München sind der nächste Schlag von leuten die Ihre Pensionen schwinden sehen .
    Wenn "alte" leute über neue Medien entscheiden von denen sie nur theorie verstehen kommt tatsächlich ein solcher Schwachsinn raus.

    Hatte hier mal woanders etwas dazu geschrieben:

    Regulierungswahn - Zentrale Bayern !
    Wir regulieren alles, egal ob es reguliert werden muss oder nicht. Dieser Satz trifft wohl mit wenigen Worten den Regulierungswahn der in Bayern inzwischen eine Zentrale hat. DIE Bayerische Landesmedienzentrale. Dass Bayern ja eigentlich keine Demokratie sei, ist ein alter Witz. Schön aber, dass die Bayerische Medienzentrale diesen Scherz am Leben erhält. Mit einem Schub Medienstalinismus, der von einer bemerkenswerten Unkenntnis in Sachen Internet zeugt. So steht in einer Presseveröffentlichung der Medienanstalt folgendes:

    “Betreiber von Internet-Fernsehen benötigen in Bayern von 1. August an eine Sendelizenz, wenn mehr als 500 Benutzer zeitgleich auf ihr Live-Stream-Angebot zugreifen können. Diese Änderung ihrer Fernsehsatzung hat die Bayerische Landesanstalt für neue Medien (BLM) beschlossen. Die Lizenz werde ohne weitere Voraussetzungen erteilt, wenn es keine programminhaltlichen Bedenken gebe…”


    AHA… die Medienzentrale in Bayern will nun auch das Internet kontrollieren. Klasse, unabhängig davon das man in Bayern noch weiter geht und für Dinge die einem nicht gehören auch noch Geld kassiert:

    “Die Lizenzgebühr beträgt bei lokalen und regionalen Angeboten einmalig zwischen 500 und 2500 Euro, bei bundesweiten zwischen 1000 und 10 000 Euro.”

    Und wohin geht das ganze Geld ???

    “Die Einnahmen durch lokales und regionales Internet-TV fließen an die BLM, bei bundesweiten Angeboten gehen 75 Prozent an die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Abrufangebote bleiben lizenzfrei.”

    OHO… wieder was gelernt. Schlimm nur das “unser” Internet Global ist. Es muss ja keiner seine Server in Bayern stehen haben. Dann stellen wir unsere Server eben nach Russland oder wir senden aus irgendeinem Land der Welt. Manchmal kommt es mir vor, das alle nur gegen das Internet kämpfen weil sie es einfach nur “verpennt” haben. Politiker, die ohne ihre Sekretärin wohl noch nicht mal einen Computer sauber runter fahren können, die Musikindustrie, die gegen das Internet kämpft, statt es zu nutzen, die Verlage, die ihre Felle davon schwimmen sehen, die privaten Fernsehsender, die angesichts des Zuschauerschwunds um ihre Werbemilliarden fürchten und andere mehr, die die Revolutionierung des Informationswesens durch das Internet noch nicht einmal ansatzweise begriffen haben. Internet ist etwas Eigenständiges. Doch die ewig gestrigen Politiker der Unionsparteien werden das frühestens in 2 Generationen begreifen, wenn es inzwischen vielleicht schon keinen Rundfunk mehr gibt.

    Das Konzept der Rundfunkgesetze ist längst überholt, zeigt sich mal wieder. Die Regelungen sind nicht auf das Medium Internet übertragbar. Sie hatten vor allem einen technischen Hintergrund (begrenzte Anzahl Frequenzen), und der hat sich mal eben erledigt. Deshalb brauchen wir keine Regulierung. Wir brauchen ein paar Gesetze was man darf und was nicht und gut ist. Für die Überwachung gibt es dann Strafverfolgungsbehören. Alles andere ist der Versuch staatlicher Einflussnahme auf das Recht zur freien Meinungsäußerung und der freien Presse.

    Besorgt euch eine Lizenz. Die kriegt ihr, wenn eure Inhalte in Ordnung sind. Was in Ordnung ist, bestimmen wir. Vielleicht sollte man die Herren der BLM mal daran erinnern, dass sich der Regulierungsbedarf im Internet in deutlichen Grenzen bewegt. Denn im Gegensatz zur terrestrischen Verbreitung und dem Kabel gibt es hier keine Kapazitätsprobleme. Und damit auch keine unmittelbare Notwendigkeit, den Platz ausgewogen zu verteilen. Tja und dann ist das noch so eine Sache mit den Inhalten. Eine Webseite mit meiner Meinung kann ich weiltweit ins Netz stellen. Wenn ich den gleichen Text als LIVE Streaming vorlese benögtigt man eine Lizenz, wenn ich mehr als 500 Leute damit erreiche. Ganz zu schweigen davon das die BLM dafür noch Geld kassieren will. Geld für eine Lizenz, die in einem Globalen Netz wertlos ist. Kurios ?

    Während wir uns über China, Russland und Italien echauffieren, werden in Deutschland Fakten geschaffen, die jeden diktatorischen Alleinherrscher erblassen lassen. Man will sich Macht und Einfluß auf den eigentlichen Souverän des Staates sichern. Seit über 10 jahren wird krampfhaft versucht das Digitale Fernsehn und Radio einzuführen.

    Jaaaa… da hätten die Medienhüter ja auch wieder gute Kontrollmacht gehabt und somit eine Existenzberechtigung erhalten. Diese sehen sie mit dem Internet hinwegschwimmen. Allein die Tatsache das der Verbraucher im grunde kein Interesse an einer technischen Neuerung wie Digitalradio entgegen bringt, die Verkäufe von Geräten immernoch vor sich hertümpeln sollte zum Aufwachen animieren.

    Das Internet hat alles bisherige schon längst überholt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Es wird nur noch einen Steinwurf dauern bis man auch mobil im Auto Internetradio und Web-TV empfangen kann. Die ewig gestrigen sollten anfangen die Medien zu nutzen und nicht dagegen zu arbeiten.

    Die Landesmedienanstalten verlieren mehr und mehr an Bedeutung. Die Damen und Herren in den Landesmediensanstalten wollen offenbar nur ihre gut bezahlten Sessel retten.
     
  10. Marcellino Benelli

    Marcellino Benelli Nutzer

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    Ich liebe den begriff....

    MEDIENstalinismus :) trifft irgendwie auch auf die Gema zu :)