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Vielfalt und Freiheit im Rollenspiel?

Dieses Thema im Forum "Rollenspiel Sonstige Welten" wurde erstellt von Marryan Daines, 31. Januar 2012.

  1. Marryan Daines

    Marryan Daines Freund/in des Forums

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    Guten Morgen!

    In den letzten Monaten hat sich mir eine Frage aufgedrägt, die ich trotz (teilweise erzwungener) Beobachtungen nicht zu meiner Zufriedenheit beantworten konnte.

    Gibt es im Rollenspielbereich noch etwas Freiheit und Abwechslung?

    Bis auf wenige kleine Ausnahmen habe ich nicht viel gesehen. Es handelt sich bei sämtlichen mehr oder weniger bekannten Rollenspielsims und Vampir, die schon seit Jahren ausgelutscht sind und größtenteils vollkommen albern dargestellt werden, es gibt den GOR-Spam, der für mich nicht mehr als unbedarfte "Mittelaltersprache" bietet und Menschen, die sich in Kostümen ans Lagerfeuer setzen ... oder sich gegenseitig eine reinhauen, es gibt die "Gegenwart"-RPs, in denen ich Feuerwehr oder Polizei spielen darf, so wie es auch oft im Bummi-Kindergarten um die Ecke gespielt wird oder es geht schlicht und einfach nur ums Nümmerchen schieben, wahlweise mit oder ohne Gewalt vorher, nachher und währenddessen.
    Kurz gesagt muss man sich immer und überall an faschistisch verfasste Regeln halten, rumhüpfen wie in einem mittelmäßigen 3rd Person Shooter (was mir als alte Text-RPlerin körperlich wehtut) oder sich 5 Millionen Seiten schwere, mittelmäßige Schmöker zu gemüte Führen, um mitspielen zu dürfen, ohne von der lokalen Prominenz (denen die Shift-Taste oft nur vom Hörensagen bekannt ist) bös´ beäugt zu werden.

    Wieso gibt es eigentlich kein (nennenswertes) RP, das mal etwas mehr macht, als die schale Suppe von vorgestern aufzuwärmen? Warum wird den Menschen nicht zugetraut, dass sie sich zivilisert in einem Rahmen bewegen, in dem nicht jeder Schritt in einem Gesetzbuch steht, das bei jedem Anflug von Andersdenken mit Bann, Steinigung, Enthauptung und öffentlichem Verbrennen auf dem Scheiterhaufen droht? Früher ging das doch auch - und jene, die sich daneben benommen haben, wurden (zu großen Teilen in der Verpackung des Rollenspiels) passend zurechtgestutzt oder ignoriert.

    Wundern tut es mich nicht, dass die GOR-Sim Nummer Zweihundertdreiundachzig oder die Vampir-Sim Y³ mit Besucher- und Spielermangel zu kämpfen hat - und ich wage zu behaupten, dass es bei Nummer Zweihundertvierundachzig nicht besser wird.
    Hat keiner den Arsch in der Hose, mal kreativ zu sein, keine Lust oder fehlt einfach nur die Fantasie? Second Life hat mich (untergeordnet) auch wegen des Rollenspiels interessiert, jedoch hat mich in den letzten gut 2 1/2 Jahren nichts auch nur annähernd überzeugt.

    Gibt es noch irgendwo etwas, dass geneigten Spielern etwas Freiraum lässt, selbst eine Geschichte zu schreiben oder ist es normal, dass sich mehr um Regelauslegungen, irgendwelche Buchinhalte oder die Farbe des Trinkwasserbrunnens in der Ecke gestritten als gespielt wird?
     
  2. Sirena Mureaux

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    Die eigene Geschichte schreibt man doch in jedem Rollenspiel.
    Die Regeln der RP Welten dienen doch nur dazu, daß sich alle Geschichten im selben Grundrahmen bewegen, damit man sich besser in die Geschichten der anderen einfinden kann und damit man besser die Atmosphäre der jeweiligen RP Welt spüren kann.
    Jeder RP Welt liegt eine Vorlage zu Grunde, die dann mehr oder weniger genau im RP verarbeitet wird.

    Eine RP Welt, die vieleicht am besten deinen Vorstellungen von "Freiheit" entsprechen dürfte, wäre Amazonien.
    Dort gibt es nur ein sehr rudimentäres Grundgerüst an Vorgaben (Zeitalter, Kultur, Herrschaft der Frauen), in dem man seine eigenen Geschichten aufbaut.
     
  3. Marryan Daines

    Marryan Daines Freund/in des Forums

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    Ich dachte da eher an komplette Freiheit. Ich kenn RP-Regelbücher eher in der Art "Gegenwart, Großstadt, macht mal". Ganz ohne Vorgaben und mit Faden. Bei besonders guten RPs wurden die Geschichten sogar gesammelt, politische Strukturen, Machtverhältnisse (sowohl offiziell als auch im Untergrund) wurden von den Spielern gemacht. Mal ganz davon abgesehen, dass es immer den meisten Spaß gemacht hat, die kleinesten Szene auszuschmücken (hier erinnere ich mich an einen Kurzbesuch an der Tankstelle, der in RP-Zeit 2 Minuten, in echt jedoch ca. 5 Stunden gedauert hat) oder einfach mal grob aus der Rolle zu fallen (als stockbetrunkener Krieger mitsamt lästiger Weggefährtin). Nichts mit dauernden todesmutigen Kämpfen oder großen Reden. Ebenso erinnere ich mich an einen gut dreiviertelstündigen Monolog vor einer begeisterten (und stillen) Zuschauermenge, aber auch gleichzeitig an einen leichten Einstieg für einen jeden Neuen, der das "Briefing" in knappen 5 Minuten hinter sich hatte. Da musste man gar keine Vorlage, kein Regelwerk beachten, sondern einfach den gesunden Menschenverstand bemühen. Technisch gesehen müsste Second Life einem schnöden Text-RP (mit ein paar Bildern) weit überlegen sein, endet aber meist im Nachspielen irgendeiner Vorlagen (in welcher Form auch immer). Für mich grobe Verschwendung.
     
  4. Shirley Iuga

    Shirley Iuga Forumsgott/göttin

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    Das Problem ist oft, dass
    a) viele Spieler das Prinzip des Pen&Paper RPs bzw. das Prinzip des freien RPs überhaupt nicht zu kennen scheinen und unter RP allenfalls sowas wie Baldurs Gate, Gothic oder gar Diablo verstehen. Was alles mit improvisierendem Theaterspiel wenig zu tun hat. Aber dafür viel mit Regeln und Systemen, die festlegen welche Klasse welche Waffe überhaupt verwenden kann (kann, nicht darf aufgrund von Inworld Gesetzen!), welche Rolle wie zu spielen ist usw. Daher ist RP in SL leider oft auch ein "Gegeneinander" spielen, vor allem wenn Combatmeter und gescriptete Waffen verwendet werden (wobei SL alles andere als geeignet ist für sowas von der technischen Seite her...) Und in nicht wenigen RPs ist bis ins Detail festgelegt wer sich wie zu verhalten hat um mitspielen zu dürfen.

    Das Problem ist aber auch dass es
    b) keinen Spielleiter-Gott gibt in SL, der dann, wenn ein Spieler bewusst Dinge tut, die nicht ins RP passen oder das einfach stören, einfach eingreifen kann. Im Pen & Paper ist das recht einfach: Der Spielleiter versucht eine Geschichte zu erzählen und mit den Spielern gemeinsam etwas zu entwickeln, und wenn ein Spieler dabei über die Stränge schlägt oder die Regeln unfair auslegen und zum Munchkin mutieren will, dann kann der Spielleiter ihm bisschen auf die Finger klopfen.

    Aber genau so ein "gottgleicher" Spielleiter/Storyteller bzw. eine "gottgleiche Orga", ohne den kein Pen&Paper und kein öffentliches LARP wirklich funktioniert, fehlt einfach in den meisten RPs in SL. Weswegen das dann im reinen, möglichst exakten Nachspielen von vielbändiger Schundliteratur (--> Gor) oder im dumpfen aufeinander Kloppen ausartet. Oder im besagten "Kindergarten-Niveau", bei dem dann Feuerwehr & Polizei nachgespielt wird.

    Hintergrund ist vermutlich, dass es alles andere als trivial ist sich eben mal eine gute RP-Story auszudenken und das zu Organisieren. Und das auch noch regelmäßig zu machen. Vor allem kann man als Spielleiter meist nicht wirklich selbst mitspielen sondern ist eher damit beschäftigt einen Plot am laufen zu halten und Streit zwischen den Spielern zu schlichten. Daher habem wohl die meisten keine Lust sich den Streß anzutun...
     
  5. andera Shermer

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    der große Unterschied zwischen RP in SL und RP als P&P ist das es in SL so gut wie nie einen Gamemaster gibt. Die Regeln und Bücher versuchen ihn zu ersetzen was aber oft nicht sehr gut klappt.
     
  6. andera Shermer

    andera Shermer Superstar

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    da hast du recht
    und vor allen ist es sehr schwer als einzelner Gleichberechtigter Spieler eine Story zu entwickeln und den Plot zu spielen, man muss eben immer damit rechnen das einer dazwischenfunkt oder ein anderer auch einen Plot anfängt und alles durcheinander geht.
    und was das Schlimmste ist das jemand mit zu viel Freizeit so in der zeit zwischen eins und zwei nachts den Plot in eine ganz andere Richtung weiterspielt
     
  7. andera Shermer

    andera Shermer Superstar

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    was noch dazu kommt, wenn du eine, sagen wir mal, Moderne Dark Urban Sim aufbaust und alles frei läßt.

    dann kommt als erstes einer der so einen Al Capone spielen will und verlangt das du eine Schnapsbrennerei und ein geheimes HQ und Sallon aufbaust.

    dann kommt einer der einen Unbestechlichen spielt also Polizei, der verlangt das du ihm ein Polizeirevier hinstellst.

    dann kommen mit viel Glück ein paar spieler für die beiden seiten, du denkst wow, das RP kann losgehen und alles klappt.
    dann gibt es ärger weil einer aus der Al Capone Gang der beste Kumpel von einem der Bullen ist und der nicht die Freundin verhaften darf weil die ist ja voll lieb.


    dann kommt ein Vampier der irgendeine Hautcreme erfunden hat oder Halbvampier ist ala Blade, der sagt er ist unbesiegbar und kann bei tag und Nacht leben. Dann kommen ein Paar Neko die beraubten das passt schon weil du vergessen hast in den regeln zu erwähnen das hier nur Menschen spielen dürfen.

    in der Zwischenzeit kommt ein Pärchen auf die Sim und irgendeine der Gängster entführt vieleicht das Mädchen und schon macht der groß stress das es unfair war und so weiter.

    du sprichst mit den Leuten, baust für die Gruppen was sie haben wollen, und wenn alles steht, dann kommt al capone immer seltener und dann gar nicht mehr, er sagt dir natürlich auch nicht bescheid.

    du redest mit dem Vampire und den Neko weil du meinst das sie nicht in das Setting passen mit viel glück sehen sie das ein und verschwinden, aber in der zeit haben schon die Polizisten die sim verlassen weil Neko und Vampire ihh sind und weil irgendwo eine andere Sim aufgemacht hat.

    ....
     
  8. Shirley Iuga

    Shirley Iuga Forumsgott/göttin

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    oder kurz gesagt:
    Ein RP in SL funktioniert IMHO nicht wirklich gut als RP, wenn man das organisatorisch nicht bisschen wie ein LARP aufzieht. Mit Grundlegenden Regeln für alle, "Charakterbögen" und einer Orga, die nicht wirklich selbst mitspielt ausser NSC Rollen, die aber in Fragen des Plots und bei Regelfragen und den Charakterbögen einfach das letzte Wort hat.

    Äh - und mit Spielern, die Reif genug sind um vernünftig in einem LARP mitspielen zu können...und vermutlich wird es wohl nicht zuletzt daran scheitern. SL scheint leider in einigen Bereichen auch oft Leute mit nicht-ganz-so-guten Sozialkompetenzen und einer oft äußerst niedrigen Frustrationstoleranz und einer überhöhten Testosteronproduktion anzuziehen.
     
  9. eighthdwarf Checchinato

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    Die meisten Rps, die ich kenne oder von denen ich gelesen und gehört habe, basieren auf irgendwelchen bekannten Spielen, Filmen oder Büchern. Oder auf der Realität wie wir sie kennen. Also auf einem bereits etablierten "Universum", dessen Details, Hintergründe und Regeln im Grunde bereits durch die Vorlage definiert sind.
    Und da man durch RP nunmal (wie zB bei Fanfiction) in das Universum dieser Vorlage eintaucht, selbst Teil dieses Universums wird, kann meines Erachtens auch von jedem Rollenspieler erwartet werden, dass er/sie sich gefälligst an die Regeln und Hintergründe dieses jeweiligen Universums hält.
    Und das heißt nunmal: bei Star Trek gibt es keine Laserschwerter, bei Star Wars keinen Teleport, im Mittelalter keine Raumschiffe, in der Antike kein Auto, bei Harry Potter keine Cyborgs in Hogwarts, keine Nekos bei Avatar, im RL keine Drows, etc etc etc. Wems nicht passt, der kann ja sein eigenes RP erfinden.

    Andera hat einen sehr guten Punkt vorgebracht, den ich auch (wenn auch in wesentlich kleinerem Maß) aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Es gibt immer welche, die sich nicht an die festgelegte Interpretation des jeweiligen Universums halten wollen und Sonderwünsche hervorbringen, die dann das RP erschweren.
    Ich hab vor langer Zeit mal ein Stück Land (1/4 Homestead) als "medieval" eingerichtet - Insel, hügeliger Wald, altertümliche Gebäude und Gegenstände… alles in sich stimmig, konnte sowohl für Mittelalter, Fantasy als auch für Gor-RP genutzt werden. Und die meisten hielten sich auch dran, wenn sie mich besuchten. Selbst meine Herrin zog sich extra passend für diese kleine Insel an, wenn sie dorthin kam.
    Dann kam eine Freundin zu mir "Du, Gem, kann ich bei dir wohnen?" Ich so: "Klar, nimm dir eins der Häuser, sind schon möbliert. Ich lass dir 50 Prims frei. Versuch aber dich bissi anzupassen, dass alles stimmig bleibt, ist ne RP-Insel, siehste ja" - sie: "Kann ich nicht ein Haus von mir nehmen, hat nur 30 Prims? Da hinten ist doch noch Platz frei dafür..." :shock:
    Klar war sie beleidigt, als ich sie mit ihrem zwar an sich gut aussehenden, aber vom Baustil her absolut nicht stimmigen Haus auf eine meiner von unten nicht sichtbaren Sky-Plattformen verwiesen hab.
    Oder als ich - als goreanische Händlerin "Lady Gem" - grad mit jemandem im RP war, obwohl es sich um eine tatsächliche Auftragsvergabe handelte (ich hatte mir von jemandem was bauen lassen), und sie plötzlich als grell gekleideter Neko mit Jetpack herbeischwebte "Hi Gem, hi ..., sorry aber wieso sitzt denn *** da in diesem komischen Käfig? Sie wollte es mir nicht sagen!" :shock: Klar haben wir sie ignoriert und ich hab ihr dann in IM erzählt, was ich von ihrem Auftritt hielt, und sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie von vornherein gewusst hatte, dass es RP auf meiner Insel geben könnte. :twisted: Und am nächsten Tag, nachdem sie mich dabei sah, wie ich eine Sklavin belehrte, zog sie weg, wollte nix mit meinen Freunden von diesem "menschenfeindlichen RP" zu tun haben. :lol:

    Und das außerdem.
    Ich hab selbst mal überlegt, ein RP auf die Beine zu stellen, das auf einer meiner eigenen Storys beruht… Aber habs dann lieber sein lassen, weil ich weder die Zeit noch die Lust hatte, erst mal ein Regelwerk aufzustellen darüber, was in meinem eigenen fiktiven "Universum" möglich ist und was nicht, und alles entsprechend aufzubauen und zu organisieren. Ist tatsächlich zu viel Stress.
     
  10. Marryan Daines

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    Ich find dieses Rumgealbere mich geskripteten Waffen sowieso eher peinlich, wird auch jeder alteingesessene Rollenspieler so finden. Und sich nach irgendwelchen Filmen oder Büchern zu richten, finde ich einfallslos.

    Kurzum ist es wohl so, dass die Masse nicht (mehr) dazu fähig ist, selbst kreativ zu sein und dass es den Menschen (sicherlich nicht ungerechtfertigt) nicht mehr zugetraut wird, ein Rollenspiel aufzuziehen, ohne ihnen eine strenge Mama an die Hand zu stellen.

    Wer ein Gangster-Rollenspiel aufbaut (um mal dieses sicherlich interessante Beispiel aufzugreifen), darf wohl nicht damit rechnen, dass sich Spieler "einbetten", ihre Karriere spielgerecht aufbauen. Bleibt wohl also nur noch das diktierte Leben mit strengem Regelwerk.:?
     
  11. Janos Byron

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    Hallo zusammen,

    Bin mit meiner Frau zusammen Owner von einer Mittelalter-Fantasy Sim.
    Wir Haben bei uns keine scharfen Regeln, wir geben jedem die Möglichkeit in seiner Rolle aufzugehn, sei es ein Sylvan(Furry), Vampir, Fee, Elbe, Mensch oder auch Drachen , nun wir haben die erfahrung gemacht das wenn zuviel an regeln da sind eine RP kaputt geht und darum haben wir nur wichtigste aufgeschrieben und bis jetzt( auf Holz Klopfe) läuft alles prima.
    keiner verfällt in den GOD-MODE , sondern spiel wirklich seine Rolle voll aus.
    Klar wenn wir merken da ist jemand der zuweit geht, wird per IM angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht , aber wie gesagt brauchten wir noch nicht. Das schöne daran ist, jeden Tag erlebt man was neues und die kleinen RP Storys sind bis jetzt sehr gut angekommen, weil sie kein Spielleiter brauchen, sie spielen einfach drauflos, klar gibt es Storys die vieleicht mal länger gehn, aber da merkt man nicht, das es in eine richtung geht, sondern man SPIELT es voll aus, bis es gelöst ist.
    Wir geben auch RP Neulinge hilfestellung , und das wird auch sehr gut angenommen.
    Ich möchte nicht sagen, das alles perfekt ist bei uns, das kann es nie sein, aber alle die bei uns spielen , helfen jeden tag dabei das es spass macht und das ist es was sein soll SPASS am RP

    MFG
    J.Byron
     
  12. eighthdwarf Checchinato

    eighthdwarf Checchinato Superstar

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    Die sind eh eigentlich nur visuelle Hilfsmittel fürs Spiel , um es glaubwürdiger darzustellen. So wie man bei LARP ja auch (Modell-)Waffen nutzt um glaubwürdiger zu spielen.
    Och naja… Ich hab schon einiges an Fanfiction gelesen und gesehen, die sehr wohl Einfallsreichtum bewiesen hat - und die innerhalb des jeweiligen "Universums" durchaus plausibel war.
    Z.B. gibt es einen Film "Tombraider Ascension", von Fans der Originalfilme produziert, der im Prinzip die Jugend von Lara Croft und ihren Beginn als Schatzjägerin zeigt - nix was in den Games oder Kinofilmen angesprochen wird.
    Oder Roman-lange Geschichten, die auf Coruscant (StarWars-Universum), oder in Hogwarts (HP-Universum), auf einem Föderationsraumschiff (StarTrek-Universum), oder im Warehouse13- oder Eureka-Universum spielen. Vollständige - und vor allem plausible - Geschichten um im Original namenslose Statisten, oder um neue, im Original nicht vorkommende Charaktere (die jedoch hineinpassen würden), oder um im Original nicht erzählte Handlungsstränge der Originalcharaktere.

    Sich gedanklich so sehr in das Universum eines anderen Autors hineinzuversetzen, dass man in der Lage ist, trotz aller Beschränkungen, was Details, Thema, Hintergrund, Charakterstereotypen etc angeht, plausibel in dieses jeweilige Universum passende Charaktere und Handlungen darzustellen (und im Prinzip ist RP auch nichts anderes als das Darstellen eines Charakters und seiner Handlungen), braucht gerade bei SciFi- und Fantasy-Themen ein hohes Maß an Kreativität.

    Für "Wünsch-dir-was"-Rollenspiel ohne ein dahinterliegendes vollständiges Story-Universum (also: wo spielt die Handlung, warum funktioniert ... und wie funktioniert es, "Gesetze" und Regeln und Charakterstereotypen) kann man ja was eigenes entwickeln.Das braucht weit weniger Fantasie und Kreativität als wenn man sich den Regeln eines in sich stimmigen Story-Universums unterwirft. Jeder Autor, der was auf sich hält, schreibt nicht nur eine Story, sondern erschafft gleichzeitig ein ganzes Universum zu dieser Story, in der sie stattfindet. Oder nutzt das Universum eines anderen Autors.
     
  13. Marryan Daines

    Marryan Daines Freund/in des Forums

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    Jeder gute Autor schafft sein eigenes Universum. Jeder, der ein anderes kopiert, hat Zeitdruck vom Verlag und keine eigenen Ideen. Irgendwelche Erfindungen anderer nachzuspielen hat für mich immer was von Puppenhaus oder Kinderspielplatz - wir haben ja früher auch Barbie, Feuerwehrmann, Superheld XY nachgespielt. Und sich die Erfindungen anderer zueigen zu machen erfordert keine Kreativiät, sondern nur etwas Zeit und Durchhaltevermögen - schließlich ist eine exakte Kopie einer Grundlage nicht in 2 Stunden erledigt. Ich würde es in einem Buch vorziehen, meine eigenen Gedanken zu spinnen, meine eigene Welt zu erschaffen und davon absehen, irgendetwas zu kopieren und abzuwandeln - das machen nur die, die ihre Romane für Zweifünfzig am Kiosk um die Ecke verkaufen.
     
  14. Sorry, wenn ich widerspreche, aber ich kann dem überhaupt nicht zustimmen!
    DAS dürfte wohl ganz stark von der Intention des Autors abhängen. Beispiel, Tolkien hat eine komplett andere Welt erschaffen, entführt uns dadurch in ein Reich der Phantasie. Stieg Larsson plaziert seine Handlung in keiner künstlichen Welt, sondern sozusagen mitten unter uns, die Spannung entsteht dadurch, daß die Handlung und die Helden jederzeit neben uns real sein können.
    Umberto Ecco hingegen beschreibt detailgenau eine Welt, die er selbst historisch erforscht hat, plaziert seine Handlungen also absichtlich in eine Welt, die jeder historisch Bewanderte sofort nachvollziehen kann, welche aber weder künstlich noch präsent ist.


    Einspruch! Gerade Kinder neigen dazu, nicht nachzuspielen, sondern eigene Ideen zu entwickeln. Spielzeug kann dazu ein Inspiration oder Werkzeug sein. Kinder dürften was das angeht, unsere "erwachsene" Kreativität weit in den Schatten stellen.
     
  15. Shirley Iuga

    Shirley Iuga Forumsgott/göttin

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    Die LARP-Waffen sind eher keine Staffage und nicht nur Theaterwaffen. Beim LARP kämpft man sogar wirklich mit den Waffen, da tut man nicht nur so als ob. Allerdings ist da schon sehr streng reguliert wie die Waffen aussehen müssen, was überhaupt erlaubt ist im Kampf usw. Aber wenn man meint ohne Rüstung kämpfen zu müssen hat man nach dem Con mit Sicherheit trotzdem hier und da paar blaue Flecken.

    Die meisten Rollenspiele haben einen groben Handlungsrahmen, der im allgemeinen durch das Regelwerk vorgegeben wird.
    Aber in jedem guten Rollenspie-Regelwerken wirst du etwas finden wie "Ein guter Spielleiter wird das Universum immer an seine Bedürfnisse anpassen.(...)Wenn irgendwas an diesen Regeln Ihnen nicht passt, oder keinen Sinn macht, dann ändern sie es einfach. Wenn Ihnen ein Spielmechanismus einfällt, der Ihnen besser passt - dann verwenden Sie ihn!"
     
  16. Marryan Daines

    Marryan Daines Freund/in des Forums

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    Das Kopieren der echten Welt fällt natürlich nicht darunter - sei es die Gegenwart oder die Vergangenheit. Es ging mir dabei viel mehr darum, dass sich ein Autor einer, sagen wir mal, Lizenz bedient und eben keine Lust hat, irgendetwas zu finden oder zu recherchieren.
    In Bezug auf´s RP ging es mir viel mehr darum, dass anschneinend die Fantasie derer, die sich eine große Fantasie zuschreiben da aufzuhören, Harry Potter, Star Trek oder sonstwas zu recyceln, hier und da ein bisschen umzuschreiben, oder die Geschichte aus der Sicht einer anderen Figur darzustellen ...oder weiterzuerzählen ...oder sonstwas dergleichen.

    Dass Kinder die kreativsten Köpfe in unserer Mitte sind, ist wohl Tatsache. Nur Kinder können sich vorstellen, ein Superheld oder ein Gauner zu sein und jagen sich mit Ästen (Schwertern) über die Schulhof. Soweit ist das gesund, kreativ und fördernd. Wenn aber der Bilanzbuchalter selbiges mit dem Chef EK macht - vielleicht in der Mittagspause, dann ist das noch lange nicht kreativ und bewunderswert. ...und was anderes ist doch das gängige RP auch nicht. Wir erfinden Helden (oder wandelnd sie ab), jagen uns mit geskripteten Ästen und Stöcken über den Hof (oder kochen eine imaginäre Suppe, hacken imaginäre Kräuter...) und zwischendurch wird mal irgendwas heroisches posaunt.
    Wo bleibt denn dann das Spiel mit Sinn und Inhalt? Wo bleiben die Metaphern, der Bezug auf´s Heute vielleicht. Sowas wird von jeder mittelmäßigen Fernsehserie erwartet, die sich ein bisschen ernst nimmt.

    (P.S.: Meine Meinung über LARP habe ich noch nicht final gefällt und grüble schon Jahre drüber. Auf den ersten Blick wirken erwachsene Marketingmanager und Bankangestellte, die sich mit Spielzeugwaffen verkloppen und sich pseudo-mittelalterliche Sprache an den Kopf werfen, zumindest etwas merkwürdig.)
     
  17. Ich weiß nicht, in Zeiten von Outburn, Mobbing und vielen Psychologischen Streßerkrankungen wäre das doch mal ein völlig neuer Ansatz!

    Zum Thema LARP, es mag von außen merkwürdig wirken, hat allerdings seinen eigenen Reiz, da man ja wirklich komplett eintaucht in die Welt seines Charakters. Allerdings sollte man da auch auf dem Teppich bleiben und der Natur ihren Tribut zollen (Sorry, aber mit 2 Metern Körpergröße ist man höchstens bei Otto noch ein Zwerg, die 120kg-Elfe wollen wir mal lieber nicht erwähnen...) Mir persönlich liegt die Art des Rollenspiels beim LARP nicht so, ich bin da eher der klassische P&P-Spieler, ja sogar der typische Dungeonläufer.
    Vielleicht bringen uns die neuen SL-Tools ja auch eine Bereicherung, vielleicht in der Form, daß die Landowner sich Leute einladen und die durch ein Labyrinth schicken wie die Dungeon-Keeper...;-)
     
  18. Nun, einige wichtige Punkte wie der fehlende Spielleiter und das fehlende Wissen ums Setting sowie dass einfach viele es probieren, die nicht wirklich Ahnung vom Rollenspiel haben – oder zu viel Ahnung. Beides ist schlecht.

    Ein Problem ist auch, je nachdem was man sich anschafft, die Finanzierung der Spielfläche. Platz kostet einfach Geld, es ist zwar für viele selbstverständlich für WoW 12 Euronen im Monat abzudrücken, aber für das Spiel auf einer Wild-West-Sim etwas auszugeben sehen die Meisten dann nicht ein. Wozu auch? Zahlt doch der Simbesitzer und der hat´s ja!
    Fakt ist aber auch, es gibt sie tatsächlich noch die Rollenspiele, die mal etwas anderes versuchen. Meistens starten diese sehr ambitioniert mit einem kleinen Team an Rollenspielern und werden niemals wirklich groß, nach einer kleinen Weile packen sie dann ihre Sachen frustriert ein und hören damit wieder auf.

    Guckst du beispielsweise hier, das gibt es noch und ist in Betrieb: http://www.slinfo.de/vb_forum/rollenspiel-sonstige-welten/79294-gladiatoren-rollenspiel.html

    Dort wird das Leben in einer antiken Gladiatorenschule nachgestellt. Es basiert auf einer englischen Serie namens „Spartacus – Blood and Sand“, aber man kann da auch ohne da zu viel gesehen zu haben einsteigen. Die Antike ist bekannt, man weiß genau wie es damals lief, das bisschen kann man sich recht schnell aneignen. Es wird zwar ein CM verwendet, aber Kämpfe werden in der Arena ausgewürfelt und nur emotet, weil das spannender ist.

    Die Sim wird von den Besitzern selber finanziert, es kann jeder mitmachen, der will – das Problem ist nur es kommt fast keiner hin. Das war auch beim deutschsprachigen Conan-RP 2010 nicht anders, Chicago 1937 ebenso, und und und…

    Das ist dann die andere Seite der Medaille zu deiner Frage nach Freiheit und Abwechslung. Es gibt diese nämlich durchaus, nur meistens beachtet sie keiner, spielt dort bis auf der Stammbelegung keiner und irgendwann verschwinden diese Sims dann ohne großes Trara für immer im Meer. Schade eigentlich.
     
  19. andera Shermer

    andera Shermer Superstar

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    Regeln und Beschreibung einer Sim ist schon deswegen wichtig damit alle Spieler auf dem gleichen Level sind was erlaubt ist und was nicht, wie man mit was umgeht.


    Beispiel Low Fantasie Mittelalterwelt.

    zb Hexen, sind die gut oder böse?
    es ist nervig wenn man heute mit denen in dem Gasthaus lustig trinkt und morgen werden sie gejagt und verbrannt (bis auf die eine weil die ist ja so nett die spielerin und ihre storry ist ja so plausiebel)

    oder Vampiere, gibt es sie oder nicht?

    Elfen wo leben die, wie stehen die Politisch zu den Menschen und den Zwergen.


    man bekommt damit ein sehr grobes Raster an das man sich eben halten muss, und nix ist nerviger wenn die Spieler dann versuchen die Regeln auszuhebeln mit lustigen Hintergrundgeschichten (Elfe Eltern Tot, bei Zwergen aufgewachsen, kann deswegen alles was Elfen können und das was Zwerge können, ihr Freund ist ein Mensch und von dem hat sie dann alles gelernt was Menschen können)

    und wer denkt, so etwas passiert bei vernümftigen Spielern nicht, der hat noch nie lange RP in SL gespielt.
     
  20. Sirena Mureaux

    Sirena Mureaux Superstar

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    Was verstehst du darunter?
    Mir dem Ferrari durchs antike Rom fahren?
    Die Vorgaben, wie du sie kennst, haben alle RP Welten.
    Je nach Thema des RPs, gehen die Vorgaben noch etwas weiter und definieren die Rollen.
    Was man daraus macht, bleibt aber jedem Spieler selbst überlassen.
    Die eigene Kreativität steht bei jedem RP im Vordergrund.