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World of Darkness: Rise of Los Angeles

Dieses Thema im Forum "Rollenspiel Goth & Vampire" wurde erstellt von Astolas Piek, 16. September 2009.

  1. Astolas Piek

    Astolas Piek Aktiver Nutzer

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    Chapter 1

    by Rosalie Greymoon

    Sie lehnte sich seufzend an das kühle und nasse Geländer und atmete tief durch. Die Brise, die ihr die Haare zerzauste, spürte sie kaum auf ihrem Gesicht. Zu schwer dröhnte ihr der Kopf,voll mit Gedanken an das Bevorstehende. Sie hob ihre Lider und ihre dunkelgrünen Augen fixierten einen Punkt auf dem Metallpfeiler, der sich neben ihr befand. Die Farbe war abgesprungen und der Rost brach durch die Überreste durch. Immer länger starrte sie darauf und langsam begann der Punkt zu verschwimmen. Kleine Lichtkreise sprangen ihr vor den vor Anstrengung tränenden Augen. Doch das alles war Nebensache. Das Einzige was zählte, war der Duft, der in der Luft hing. Dieser süße, verlockende Duft nach Erlösung. Erlösung von der Gier, dem Monster in ihr. Ruckartig hob sie den Kopf und drehte ihn in Richtung der Seitenstraße zu ihrer Rechten. Aus dieser Richtung schwebte die Versuchung zu ihr. Sie lächelte sanft, leckte sich über die Lippen und stieß sich ruckartig ab.

    Ihre Nackenhaare stellten sich auf, und ihr Körper wurde von einer Welle der Erregung geschüttelt. Die Jagd war immer aufregend, immer neu, immer anders. Niemals eine Routineplan, den man abspielen konnte. Leichten Schrittes ging sie in das Halbdunkel der Gasse und summte leise eine Melodie, die ihr in den Sinn kam. Während ihre Schritte langsamer wurden, spürte sie wie die Verwandlung von ihr Besitz ergriff und ließ sie willkommen geschehen. Das Gefühl des Windes in ihrem Fell, die feinsten Töne, die jetzt an ihre spitzen Ohren drangen, die Stärke ihrer Hinterläufe beim Sprung auf die Feuerleiter. All das brachten ihr Herz zum Beben und sie dachte für einen kurzen Moment, es würde zerspringen. Sie strich sich mit der Pfote über die Schnauze und leckte die Zähne. Ihr Schicksal trat nun auch aus der Hintertür des Clubs und schaute sich suchend um. Der junge Mann war ihr sofort aufgefallen und sie konnte nicht umhin, als ihn zu nehmen. Dieser ach so verlockende Duft, der von ihm ausging, hatte sie betört. Genau dieser Duft setzte sich jetzt in Bewegung und lief in ihre Richtung die schmale Straße hinunter. Innerlich schmunzelte sie und spannte ihre gesamten Muskeln an. Der Schauer, der ihr über den pelzigen Rücken lief, deutete als einzige Bewegung ihre Sprungbereitschaft an.

    Niemand bemerkte den kurzen Lufthauch beim Sprung, den Aufschrei des Mannes im Fall, das Knurren aus ihrer Kehle und das erstickte Gurgeln in seiner als sich ihre Zähne in sein Fleisch bohrten. Der Biss wurde fester und ihre ausgefahrenen Krallen gruben sich tief in seine Brust, bei seinem Versuch sich unter ihr heraus zu winden. Keiner entkam ihrem Rausch und er würde nicht der Erste sein, dem dies gelingen würde. Das Blut ran ihre Lefzen herunter und tropfte als Gemisch aus ihm und ihrem Speichel auf den Boden. Sie registrierte den kurzen Schmerz in ihrer Flanke, als er sich dort fest krallte und ihr Büschel ihrer Haare ausriss. Sie genoss den entsetzten Blick in seinen weit aufgerissenen Augen und weidete sich an seiner Panik, seiner Todesangst. Dann erlosch das Leben in ihm und sie ließ ab von ihm.

    Die Brise war inzwischen zum Wind geworden und nun spürte sie ihn auch. Das Geländer war immer noch erwärmt durch ihre vorherige Berührung und sie legte die Hände wieder an die exakt gleiche Stelle. Der Mond schien durch die Wolken hindurch und ihr Puls beruhigte sich langsam, aber kontinuierlich. Der stechende Duft schwand langsam und um ihren Mund lag ein befriedigter Ausdruck. Sie fing wieder an zu Summen und wippte auf ihren Zehenspitzen hin und her. So stand sie dort noch einige Augenblicke. Wieder stieß sie sich ab und wandte sich um. Diesmal in die entgegengesetzte Richtung. Ihrem nächsten Schicksal, ihrer nächsten Verlockung entgegen. Ihre Schritte verhallten in der Stille und ihr Summen erstarb.

     
  2. Astolas Piek

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    Chapter 2

    by Rosalie Greymoon

    Ekel. Ekel und Neugier haben Besitz von ihm ergriffen. So sieht zumindest sein Gesicht aus. Der Wechsel zwischen den beiden kontroversen Emotionen lassen seine Hände fahrig durch die Haare gleiten und die Zigarette versengt fast eine Strähne dabei. Er schaut nach unten auf den Klumpen, der unter dem Tuch liegt. Er weiß, was darunter ist. Was dort, unförmig verdreht und zugerichtet, auf den Abtransport wartet. Seine Augen huschen zu den Beamten, die angestrengt versuchen, die Schaulustigen fernzuhalten. So belebt wie jetzt, war diese Gasse noch nie. Ironisch verziehen sich seine Mundwinkel. Der Grund für dieses lebhafte Interesse kann nur der Tod sein. Er nimmt einen letzten tiefen Zug und schnippst die Kippe unter den missbilligenden Augen der Ermittler in eine Ecke. Sofort wird seine Kippe aufgelesen, in eine kleine Plastiktüte gepackt und zu den anderen gelegt.

    Er dreht sich um und bahnt sich einen Weg zu seinem Kameramann. „Danny, hast du alles drauf?“, fragt er müde und schleppend. Dieser nickt und bewegt sich in Richtung Übertragungswagen, um das Material durchzusehen. Der Griff in die rechte Manteltasche, um sich eine neue Zigarette an zu stecken, ist schon wie ein Automatismus. Er bläst den Rauch in die frische Morgenluft und schlurft langsam hinterher, nicht ohne einen verstohlenen Blick zu einer Beamtin zu werfen. Sie bemerkt anscheinend seinen Blick und dreht den Kopf wie zufällig in seine Richtung, zwinkert ihm unbemerkt zu und begibt sich wieder ihrer Arbeit. Ein leises Lachen dringt aus seiner Kehle und er freut sich insgeheim sehr darüber, das er damals in dieser Bar noch einen Drink genommen hat. Seine kleine Affäre mit seiner Informantin zahlte sich endlich für ihn aus.

    Im Sender angekommen, blinkt auch schon sein Anrufbeantworter. Er schaut skeptisch darauf, dann auf sein Handy. Kein Anruf. Nichts. Er lässt sich schwerfällig in dem schwarzen Ledersessel nieder und drückt auf den leuchtenden Knopf. Ihre Stimme ist zu hören. Im Hintergrund Straßenlärm und das Knacken der Telefonzelle, in der sie gestanden haben muss. Sie murmelt schnell ihre Neuigkeiten in kurzen Sätzen. Bei jedem Wort spannt er sich mehr und mehr an. Seine Stirn legt sich erst in Falten und wird dann vor Erstaunen ganz glatt. Nachdem sie geendet hat, sitzt er kerzengerade in seinem Sessel. Er stützt sich ab und geht schnellen Schrittes aus seinem Büro den Flur hinunter. Die aufgerissene Tür zum Büro seines Chefs in der Hand keift er „Ich bin weg. Der Bericht wird verschoben auf die Abendsendung.“ Das Gezeter über die drohende Kündigung und den Vorteil den nun die anderen Sender haben, lassen ihn kalt, als er sich seinen Mantel schnappt und durch die Empfangshalle nach draußen verschwindet.

    Der leichte Regen, der nun einsetzt, stört ihn nicht. Hat ihn nie gestört. Im Gegenteil. Regen wischt die Spuren des Vergangenen weg und macht Platz für neue Ereignisse. Sein Treffen verläuft anders wie gedacht. Der Sex nicht zu verachten, aber ihre Erzählungen, als sie wieder in ihre Uniform schlüpft, sind weitaus befriedigender. Und erstaunlicher noch dazu. Wenn er es nicht selbst gesehen hätte, er würde sie für verrückt erklären. Nach einer Dusche macht er sich wieder auf den Weg. Das ganze Team steht gespannt im Schneideraum und sieht sich den zusammen geschnittenen Beitrag an. Manche wundern sich immer noch und fragen sich, wo dieser Wolf, Luchs oder was auch immer das gewesen ist, ausgebrochen ist. Er lächelt nur spitzbübisch und macht sich auf den Weg in die Maske.

    Pünktlich zur besten Sendezeit, nachdem alle anderen Sender im Laufe des Tages schon über den Vorfall berichtet haben, sitzt er vor seinen Kameras. Vor seinem Publikum und verkündet die spektakulärsten Nachrichten seit langem.



    „Heute Morgen wurde ein junger Mann tot in in einer Seitengasse aufgefunden. Es schien sich zum Zeitpunkt des Eintreffens der Ermittler um einen Angriff eines wilden Tieres zu handeln. Die Bissspuren und der völlig zerfetzte Torso des Mannes ließen auf einen Wolf oder dergleichen schließen. Doch nun liegt den Ermittlern das Ergebnis des DNA – Tests vor. Bei den sichergestellten Haaren handelt es sich tatsächlich um die eines Wolfs. Doch der Speichel an und in den Bissstellen ist menschlicher Natur und stammt nicht von Opfer selbst.
    Wie kann das passieren? Wie kann ein Mensch solch ein Verbrechen begehen? Die Ermittler gehen davon aus, das der Täter sich einen Wolf hält und diesen auf Menschen abgerichtet hat. Sich selbst am Opfer gütlich zu tun, lässt einen kleinen Einblick in die Psyche dieses Menschen zu. Doch was, wenn die Ermittler sich irren? Welche Kreatur war dann für diesen grausamen Tod verantwortlich? Ich bin Eric Walker. Passen sie auf sich auf.“


     
  3. Astolas Piek

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    Chapter 3

    by Rosalie Greymoon

    Du dreckiger kleiner Bastard', sind die ersten Worte die mir durch den Kopf huschen, als ich den Fernseher einschalte. Die Gedanken beginnen zu rasen und werden nur durch das Klingeln des Handys unterbrochen. Die tiefe Stimme am anderen Ende verheißt nichts Gutes. „Wir haben uns schon viel zu lange mit ihm herum schlagen müssen. Seine ständigen Andeutungen und Schnüffeleien bringen uns in Gefahr. Kümmere dich darum. Sofort!“ Das Klicken und der Piepton am anderen Ende der Leitung, lassen mich erahnen in was für einer Stimmung er gerade ist. Und wie froh ich bin, nicht an seiner Seite zu sein heute Nacht.

    Meine Kleidung liegt immer noch verstreut auf dem Boden, die schwarze Lederjacke hängt quer über meinem Lieblingssessel. Seufzend ziehe ich mich wieder an und trauere der warmen Dusche hinterher, in die ich gerade steigen wollte. Ich greife die Schlüssel und gehe sicheren Schrittes zum Fahrstuhl. Unten angekommen schwinge ich mich auf mein Baby und die Maschine heult kurz auf. Lichter huschen an mir vorbei während ich die Augen fest auf die Straße gerichtet habe.

    Er wird aus seinen Appartement kommen und sein Restaurant ansteuern. Seine Bestellung wird wie immer zuvorkommend und schnellstens behandelt, dazu die übliche Flasche Rotwein. Er fängt an zu lachen und scherzt mit der süßen Kellnerin, die sich mit einem einstudiertem Lächeln an den Hintern fassen lassen muss von ihm. Er wird gehen und sich einen kleinen Spaziergang im Park gönnen. Alleine, abseits der Hauptwege, in seinen Gedanken. Dann setzt er sich in den kleinen weißen Pavillon, der versteckt zwischen den Trauerweiden steht. Er fühlt sich unbeobachtet, einsam und zieht das Foto aus seiner Brieftasche hervor. Betrachtet es, streichelt es und steckt es wieder ein.

    Ich werde dort sein. Im Schatten einer Trauerweide still dastehen und ihn beobachten, wie schon so oft davor. Seine Gesten und Bewegungen voraussagen können. Ich habe ihn studiert, kenne sein Handeln. Kann in ihm lesen. Ich werde hervortreten und seinen Namen flüstern. Er schnellt mit dem Kopf herum, sucht die Gegend ab, sieht nichts im dunkel der Nacht. Kein Stern und kein Mond erhellen diesen Teil des Parks. Nirgends scheint eine Lichtquelle, außer die Glut seiner Zigarette. Ich schleiche näher. Lautlos werde ich hinter ihn treten und seinen Namen noch einmal flüstern. Er wird erschrocken herum fahren. Seine Faust, die mich im Gesicht treffen soll, fange ich ab und umschließe sie. Halte sie fest, drücke leicht zu.

    Das Erstaunen in seinem Gesicht bewerte ich mit einem mildem Lächeln. Er wird versuchen zurück zu weichen, mich fragen, was ich von ihm will. Ob ich ein fanatischer Fan sei, wird er fragen. Ich sehe ihn an und halte ihn nur an seiner, immer noch zur Faust geballten, Hand fest, lasse ihn nicht entweichen. Ich antworte ihm mit weicher Stimme, was er denn denkt, wer ich sei. Er stammelt ein paar Wörter hervor. Keines ist verständlich. Ich lache heiser auf und lehne mich etwas nach vorne. Ich werde ihm zu wispern, das ich sein Verhalten nicht mag und er sich zu viel um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen. Das er für genug Ärger in unseren Reihen gesorgt hat und unsere Ältesten gar nicht erfreut sind über die Aufmerksamkeit, die man uns durch ihn wieder schenkt. Er wird stottern, mir sagen, dass er nicht weiß, wovon ich spreche.

    Meine breites Grinsen wird ihm die Wahrheit direkt ins Gesicht schleudern, meine kalte Haut um seine Hand die Realität spüren lassen und mein gemurmeltes „Nun wirst du das erleben, was du so angestrengt suchst.“, wird ihm die Augen öffnen. Sein Blut schmeckt besonders süß und schwer, kaum einen metallischen Nebengeschmack. Wie ein flüssiger Strom aus Feuer rinnt es meine Kehle hinab. Schluck für Schluck, Atemzug für Atemzug strömt das Leben aus ihm.

    Ich schaue auf den leblosen Körper hinab und setze mich entspannt auf die Bank. Meine Uhr wird viertel nach Eins anzeigen und ich werde beim Aufblicken in ein schrecken geweitetes Gesicht sehen. Mein Mund formt die Worte „Willkommen in der Welt der Dunkelheit.“