Atrista öffnete die Augen als sie das Rascheln der Efeublätter vernahm. Zwischen den Pfosten des Sanctums stand Tarna, die Späherin.
„Auch unheimlich“, dachte sie als sie den respektvollen Gruß entgegen nahm, „diese Schleicherei“.
„War das eben nicht ein bisschen leichtsinnig, Hoheit“. Beinahe vorwurfsvoll klang die Frage und Tarna fügte hinzu: „ich habe alles beobachtet und mir war trotz der Krieger nicht ganz wohl bei der Sache.“
„Wer nicht wagt, der wird auch nicht gewinnen“, entgegnete Atrista, „das war eine einmalige Gelegenheit endlich einmal eines dieser Wesen aus der Nähe zu sehen und was ich sehen kann, macht mir keine Angst mehr.“
Tarna schüttelte den Kopf: „es gibt Neuigkeiten“, wechselte sie das Thema und fingerte aus ihrem Gürtel ein paar papierene Rollen, „die Späher haben beobachtet wie Sandy im Lager der Elfen spazieren ging. Es scheint ihr wieder besser zu gehen. Dann sollen ein paar Elfen sie wieder zurückgebrachte haben. Meine Späher konnten nicht erkennen ob Sandy dies freiwillig tat, oder ob es dazu einen Grund gab.“
Nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: „Vielleicht steht sie auch unter Arrest! Hoheit, wir brauchen die Erlaubnis tiefer in das Land vordringen zu dürfen. Die Königin wurde auch nicht mehr gesehen seit unsere Späher ihr die Botschaft überbracht haben. Die Königin hat sich in einen Turm zurückgezogen. Wir bekommen nur vage Botschaften, wir müssen näher ran.“
„Warte damit noch ein paar Tage, warten wir auf die nächste Begegnung mit den Schatten, es ist Bewegung ins Spiel gekommen“, sagte Atrista.
„Auch wenn ich eure Taktik nicht ganz verstehe Hoheit, wir warten.“ Tarna wollte schon die Hand zum Gruß erheben als ihr noch etwas einfiel. „Ach ja, es wurden wieder unzählige Schatten wahrgenommen die durch die Wälder der Elfen streifen. Es ist nichts Konkretes, nichts Greifbares, man spürt nur die Anwesenheit von etwas Unheimlichen. Meine Späher behaupten aber auch gesehen zu haben, wie zwei dieser unheimlichen Schatten plötzlich mitten im Lager der Elfen materialisiert sind. Sie seien sofort umringt worden von mehreren Elfen und es sah aus als würden sie eine ganz normale Unterhaltung führen. Wen ich jetzt so an diese Gestalt denke die vorhin im Sanctum war, dann bin ich geneigt diesen Berichten zu glauben.“
Als Tarna keine weitere Reaktion von der Arbitra sah, grüßte sie ehrfurchtsvoll und verschwand aus dem Sanctum.
Atrista schaute Tarna lange nach und fasste einen Entschluss.
„Ich werde zum Orakel gehen, ich weiß jetzt genug um das Orakel zu befragen, vielleicht wissen die Priester was hier passiert“, dachte sie und machte sich auf den Weg.
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