So, schönen guten Abend zusammen,
ich bin der hier schon teilweise nett verteufelte Autor javascript
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') des WDR Beitrages der Euch alle so sehr erregt hat. Fein! Vielleicht schwappt das ja auch bis zu
Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] Labs und führt hoffentlich dazu, dass dort die Verantwortlichen sich ihrer Verantwortung etwas bewusster werden.
So zunächst mal ein paar grundsätzliche Dinge, über die hier heftig spekuliert wurde:
1. Weder die Mutter noch die Tochter haben vom WDR irgendwelches Geld erhalten.
2. Das Bildmaterial wurde auch nicht irgendwo abgekupfert sondern von uns während der Recherchen aufgezeichnet (auf einem Harddrive)
3. Die 13jährige spricht sehr gut Englisch und wurde übrigens durch eine Titelgeschichte im STERN über Callgirls auf die hohen Verdienstmöglichkeiten aufmerksam. Mit anderen Worten: sie hat schnell ein leider nicht wegzudiskutierendes Phänomen unserer Zeit verstanden: „sex sells“. Schließlich war es dann jedoch ein erwachsener User, der ihr den Weg gezeigt hat, wie man das in Second Life auch umsetzen kann und sich in diesem Bereich offenbar auch gut auskannte.
4. Ich selber kenne
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] bereits seit Anfang 2007 und habe mich dort - schon aus „beruflichem Interesse“ - ausgiebig umgesehen und einige Highlights aber auch viele Abgründe kennen gelernt. Meinen
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] Namen verrate ich hier aber nicht... javascript
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')
5. Auch ich bin Vater einer Tochter, und mir von daher meiner Verantwortung als Elternteil wohl bewusst.
6. In unserem Beitrag ging es nicht um eine monothematische 45 minütige Dokumentation über Second Life (in der wir dann die vielen unterschiedlichen Aspekte dieses Phänomens betrachten), sondern wir haben uns als Magazinsendung in einem Beitrag mit einem konkreten Ausschnitt aus Second Life beschäftigt.
So, worum geht es? Es geht, wie mein Redakteur Michael Grytz in der hier bereits zitierten Antwort schon geschrieben hat, um eine "erschreckende Realität".
Damit wir uns richtig verstehen: wenn zwei erwachsene Personen pornografische oder gewaltverherrlichende Darstellungen im beiderseitigen Konsens austauschen, dann ist das eventuell moralisch verwerflich, aber schlussendlich ihr Ding. Auch wenn sie im beiderseitigen Einverständnis zusammen in die "Kiste gehen" ist daran nix auszusetzen. Welche "Spielchen" sie dann betreiben, ist - sofern beiderseitiger Konsens vorliegt - auch nicht zu beanstanden und geht niemanden anders etwas an.
Wenn mir als Erwachsenen jemand aber Pornografie und/oder Gewaltverherrlichung ungefragt anbietet, per Mail schickt oder sonst wie aufdrängt, erfüllt das einen Straftatbestand. Hier und in den USA (in denen ich übrigens 9 Jahre gelebt und gearbeitet habe).
Wer ist jetzt verantwortlich? Diese Frage kann man auf unterschiedliche Weisen beleuchten. Da ich mal Jura studiert habe, gehe ich mal diesem Ansatz nach.
Halten wir noch einmal fest: die 13jährige konnte sich, wie heute immer noch jeder der an einen Internetzugang heran kommt, ohne Probleme für
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] anmelden. Wir haben
Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] Labs mehrfach darauf hingewiesen, dass man gerade über das deutsche Anmeldeportal übrigens gar nicht jünger als 18 Jahre sein kann, da die Geburtsjahre in der Leiste erst bei 1989 beginnen... Tja...Linden überlegt, jetzt schon seit 8 Wochen, dass vielleicht zu ändern.
Nach deutschem Recht und insbesondere dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) handelt es sich bei vielen, auf
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] "öffentlich zugänglichen und zur Schau gestellten Dingen" um ein unzulässiges Angebot im Sinne von § 4 des JMStV.
Ich erlaube mir die Anmerkung, dass meine Kolleginnen und Kollegen (aber auch die von uns hinzugezogenen Experten) schon ziemlich entsetzt waren, was wir hier vorgefunden haben. Jeder der "einschlägige Establishments" auf
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] schon mal zufällig oder absichtlich aufgesucht hat, der weiß, wovon ich spreche. Insofern erübrigen sich detaillierte Beschreibungen, oder ? Die im Filmbeitrag gezeigten Bilder sind da nur ein marginaler und bruchstückhafter Ausschnitt.
In Abs. 1, Satz 5 des § 4 JMStV heißt es: "Unbeschadet strafrechtlicher Verantwortlichkeit sind Angebote unzulässig, wenn sie...grausame und sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt; dies gilt auch bei virtuellen Darstellungen,...
weiter heißt es in Satz 10:
"...pornografisch sind und Gewalttätigkeiten, den sexuellen Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen oder sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben; dies gilt auch bei virtuellen Darstellungen..."
All dies konnten wir auf
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] mit Leichtigkeit finden und ich wage zu behaupten, dass diese Inhalte auch mit der gleichen Leichtigkeit von noch jüngeren als einer 13jährigen gefunden werden können, wenn sie Zugang haben. Die es nicht glauben wollen können ja mal unter SEARCH z.B. nach "the real stud" suchen, eines der "Spielzeuge" mit denen auch die 13jährige konfrontiert wurde.
Auffallend ist, dass
Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] Labs, die ja ausgerechnet im sonst - ach so prüden Amerika sitzen, hier offenbar keinerlei Probleme mit hat. Kenntnis haben sie schon, aber immerhin kassieren sie ja mit, wenn diese Dinge, Bilder oder auch Realabbildungen hochgeladen und später dann verkauft werden. Also, damit haben sie auch eine juristische Verantwortung nach den US Gesetzen. Sie könnten solche Dinge ja auch einfach sperren... Aber dann verdient man ja nichts mehr dran... Alle diese Inhalte und noch viele weitere Inhalte (z.B. eine virtuelle Gaskammer in der man Avi's vergasen kann) wurden von unseren Rechercheuren auch bei
LL angezeigt, - vergeblich. Es gibt sie weiterhin, ungesichert und auch nicht nur in den lange angekündigten "R" Zonen...
Okay, aber zurück nach Deutschland und zum JMStV: Nach § 5 (Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote) hat ein Anbieter dafür Sorge zu tragen, dass Kinder oder Jugendliche Angebote, die geeignet sind die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beeinträchtigen, diese üblicherweise nicht wahrnehmen können.
In Absatz 3 heißt es: "Der Anbieter kann seiner Pflicht aus Absatz 1 dadurch entsprechen, dass er
1. durch technische oder sonstige Mittel die Wahrnehmung des Angebots durch Kinder oder Jugendliche der betroffenen Altersstufe unmöglich macht oder wesentlich erschwert oder
2. die Zeit, in der die Angebote verbreitet oder zugänglich gemacht werden, so wählt, dass Kinder oder Jugendliche der betroffenen Altersstufe üblicherweise die Angebote nicht wahrnehmen."
Also, noch mal auf Deutsch: wenn ich das Zeug öffentlich anbieten möchte, dann darf ich das, muss aber sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche nicht dran kommen. Das kennt man ja auch aus jeder Kneipe, dort hängen die berühmten Schilder mit dem Hinweis zum Jugendschutz. Wenn es trotzdem passiert, ist derjenige Schuld und hat die Verantwortung, der es zugelassen hat.
Unabhängig davon gibt es dann noch das Strafgesetzbuch und danach ist die Verbreitung von Pornografie an Personen unter 18 Jahre verboten (§184 StGB). Genauso die Verbreitung von Gewaltverherrlichung (§131 StGB).
Jetzt ist
Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] Labs aber ein Anbieter aus USA. Da liegt das Problem. Zumindest für die deutschen Strafverfolgungsbehörden. Natürlich kann z.B. das BKA über diplomatische Wege das US FBI um Mithilfe bitten. Dies ist in der Vergangenheit in Bezug auf Ermittlungen im Pädophilen- Bereich auch geschehen. Da war
Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] dann auch sehr bereitwillig die Userdaten rauszurücken, zumal dies auch in den USA ein erheblich unter Strafe stehendes Delikt darstellt. Aber einen Rechtsanspruch haben deutsche Behörden nicht.
Dennoch, und das sagte ja auch der von uns befragte Kripo-Kommissar: wenn eine erwachsene, deutsche Person Kindern und Jugendlichen, die bei unseren Recherchen gefunden (virtuellen) Darstellungen zugänglich macht, gibt es einen Anfangstatverdacht und man würde ermitteln. Wie weit diese Ermittlungen kommen, wage ich nicht zu beurteilen. Wenn
Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] Labs kooperiert und IP Adressen rausrückt, ist es eine Sache von wenigen Minuten und die deutschen User sind feststellbar. Das sollten sich Einige auf
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] vielleicht doch mal vergegenwärtigen, insbesondere Diejenigen die solche Inhalte in ihren Parcels zur Schau stellen oder anbieten und ihren Wohnsitz in Deutschland haben...
Analog zu
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] greift somit folgende (ja vielleicht etwas platte, dafür greifbare) Metapher:
Ein Wirt (
SL oder ein deutscher User) bietet in seiner Kneipe (auf
SL/seinem Land/Club) Freibier (Pornografie oder Gewaltverherrlichung) an. Trotzdem muss er sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche es in seiner Kneipe weder bekommen noch verzehren. Sonst gibt's ein Bußgeld oder die Konzession ist sogar weg.
Aus all dem wird doch ziemlich klar, wo hier wirklich das Problem liegt und ich freue mich ehrlich gesagt darüber, dass es Einige in diesem Forum genauso bereits erfasst haben:
der mangelnde Jugendschutz wegen eines nicht vorhandenen, effektiven Alterverifikationssystems bei Linden [libary:f8f2ad1190]Synonym für [LindenLab]. Wird im Zusammenhang mit der [Währung] [Lindendollar] oder auch als [Nachname] [Linden] für [Administratoren] in [SecondLife][/libary:f8f2ad1190] Labs.
Erinnern wir uns mal kurz: wie lange wird das bereits von
LL angekündigt bzw. diskutiert? Also bitte, nicht erst seit 4 Wochen...
Ach ja, das war übrigens auch einer der Gründe, warum Coca Cola nicht bei
Sl aktiv wird sondern bei Konkurrent There. Die erfüllen nämlich das amerikanische PG-13 Rating. Von daher haben wir natürlich auch bei den renommierten deutschen Firmen nachgefragt, die auf
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] Flagge zeigen.
Noch ein Wort zu der hier ebenfalls mehrfach angegriffenen Mutter:
es scheint, dass viele von Euch entweder keine Kinder haben, oder aber ansonsten entweder einem Halbtagsjob nachgehen oder es noch ein zweites Elternteil gibt, der sich ebenfalls um die Zöglinge kümmert. Ich selber habe aus meiner tagtäglichen Erfahrungen einen ziemlichen Respekt vor Alleinerziehenden. Wenn diese dann noch vom anderen Elternteil im Stich gelassen werden (z.B. in Bezug auf Unterhaltszahlung und andere Unterstützung) dann wird es ziemlich eng. Sprich: sie sind angewiesen Fulltime zu jobben. Wenn jetzt auch noch die günstigere Wohnung außerhalb einer Stadt liegt, somit lange Fahrtwege hinzu kommen, dann Job, evt. auch noch Überstunden (= mehr Geld am Ende des Monats) sind Kids einen Großteil der Zeit auf sich allein gestellt. Der Alleinverdiener und Erzieher kommt dann abends ziemlich platt nach Hause und schläft hoffentlich gut und tief, damit man dann am nächsten Morgen noch schnell dem Kid ein Frühstück machen kann, bevor es wieder zum Job geht. Unterlassene Aufsichtspflicht? Wohl kaum, - den Vorwurf kann ich in Kenntnis unseres Falles und seiner ganzen Umstände nicht machen. Und es ist auch vermessen, was Einige hier geschrieben bzw. gefordert haben, diese Mutter beim Jugendamt anzuschwärzen. Immerhin, sie hat ja festgestellt, was da passiert und entsprechend reagiert (Zugang gesperrt/Tochter ins Gebet genommen und noch einiges mehr, was wir haben aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht weiter vertiefen wollen).
Offenbar verkennen hier Einige bei ihren Rückerinnerungen an ihre Jugendzeiten, dass es da noch kein Internet gab. Computer waren Luxus und allenfalls bessere Schreibmaschinen. Ich stimme uneingeschränkt zu, dass Eltern heute mehr denn je aufgefordert sind, ihren Kids auch Medienkompetenz zu vermitteln und ein wachsames Auge darauf zu haben, was die Kleinen so treiben, besonders online. Doch wie hier schon festgestellt wurde: damit sind viele Eltern selber überfordert, zumal für viele ein PC und seine Möglichkeiten ein Menetekel mit sieben Siegeln ist...
Zu Denken gab mir ein Beitrag, in dem jemand schrieb, sie hätte mit 13 noch mit Barbies gespielt. Blöde Frage: Gab es da Second Life? Wohl kaum. Und wenn wir bei den Barbies und Kens bleiben: ich sehe
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] in gewisser Weise als eine "Weiterführung" davon, sozusagen eine "virtuelle Puppenstube". Da sehen fast alle aus wie Barbies oder Kens (zumindest in Orientation Island), dann kommen die Freebies, dann kommen Klamotten, Haare, Haut, vielleicht ein eigenes Haus oder Apartment, Einrichtung usw... Ich denke da liegt es nahe, dass diese Welt eine große Anziehung auf Kinder ausübt, die sich gerade in der Übergangsphase vom Kind zum Jugendlichen befinden. Statt reale Puppenstube hier die virtuelle Puppenstube auf
SL. Denn einerseits wird hier in
SL [libary:f8f2ad1190]Abkürzung für [Second Life][/libary:f8f2ad1190] das Kindliche bedient, andererseits auch das, was viele junge Erwachsene interessiert (Chat).
So, sollte jemand Fragen haben, kann er/sie sich damit direkt an mich wenden. Ich schaue mit Sicherheit in diesen Blog wieder rein...
Tim van Beveren