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BP hat 38 Milliarden Euro für die Öl-Katastrophe von Mexiko zurückgestellt

Dieses Thema im Forum "Carsten Kaul auf GooglePlus" wurde erstellt von Carsten Kaul, 15. November 2012.

  1. Carsten Kaul

    Carsten Kaul Nutzer

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    BP hat 38 Milliarden Euro für die Öl-Katastrophe von Mexiko zurückgestellt

    30 Milliarden wurden bereits fällig. 4,5 Milliarden kommen also jetzt noch dazu. Bei einem Jahresgewinn 2011 von knapp 24 Milliarden USD bezahlt BP das alles nicht einfach aus der Portokasse. Gut so!

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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. November 2012
  2. Tharkan Tungsten

    Tharkan Tungsten Aktiver Nutzer

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    Wie so vieles hat auch dieses Thema seine 2 Seiten. "Gut so" kann man sagen wenn man betonen möchte, dass die Strafe für ein derartiges Vergehen wehtun muss. Und das tut es mit grosser Wahrscheinlichkeit. Insbesondere da mit den genannten Zahlen ja noch nicht das Ende erreicht ist. Die bisherigen 30 Mrd., jetzt plus 4,5 Mrd., beinhalten noch keine abschließende Einigung zwischen den USA und BP. Lediglich die strafrechtlichen Prozesse sind damit abgefrühstückt. Und ob sich die USA mit den noch verbleibenden (in den Rückstellungen von BP) 3,5 Mrd.$ bei den noch ausstehenden Zivilprozessen zufrieden gibt bleibt noch abzuwarten.

    Gar nicht "gut so" wirken diese Beträge jedoch auf mich wenn ich mir die Dimensionen und die Wirkungszusammenhänge vor Augen führe. Die Welt wie wir sie kennen benötigt Öl. Ja! auch wenn wir alternative Energien weitaus stärker als heute nutzen, werden wir immer noch immense Ölmengen benötigen um unsere Gesellschaften in den uns bekannten Formen aufrecht zu erhalten. Der Fall Deepwater Horizon zeigt aber auf, wo die Riskien dafür liegen und wie hoch diese selbst dann sind wenn man sich nur die finanzielle Seite anschaut und dabei die ökologische zunächst aussen vor lässt.

    Diese 38,5 Mrd.$ zahlt letztlich nicht BP. Wie immer wird es über verschiedene Zwischenstationen dazu kommen, dass die Verbraucher den Preis zahlen werden. Gleichzeitig werden diese Risiken auch die letzten "Kleinen" aus dem Explorations- und Fördergeschäft verdrängen, was uns alle noch weiter in die Abhängigkeit ganz weniger Riesenkonzerne treibt. Und das war/ist noch nie gut für die Verbraucher gewesen. Wie auch fast immer werden zunächst die ärmeren und schwächeren Teile unserer Gesellschaften den Preis zu zahlen haben. Der Tank bleibt leer, die Mobilität sinkt. Die Wohnung bleibt kühler etc. etc.

    Und schlußendlich glaube doch keiner, dass es die richtigen trifft wenn BP weniger Gewinne macht. Da wo die Entscheidungen getroffen werden fliessen die Gehälter weiter. Die Rentner in England (die via der Pensionskassen einen grossen Aktionärsanteil ausmachen) können die ausfallenden Dividenden aber noch sehr hart zu spüren kriegen.
     
  3. Nun... an dem Problem mit Deep Water Horizon sind die USA auch mit ihrer Gesetzgebung selber schuld.

    Es ist nun einmal so, dass man in gewissen Angelegenheiten die teuer Geld kosten die Firmen gesetzlich an die Kantare nehmen muss, weil es sonst nicht realisiert wird. Das zeigt ja der Vergleich zwischen den USA und Kanada. Vor Kanadas Küsten wird auch munter nach Öl gebohrt, aber in Kanada haben die Politiker gesetzlich durchgesetzt, dass bei diesen Off-Shore-Plattformen neben der Hauptbohrung immer direkt auch eine "oil relief well", also eine Entlastungsbohrung für den Notfall mit angelegt werden muss. Das kostet eben mehr Zeit, vor allem einiges mehr Geld, ist aber der Notfall erstmal eingetreten, dann kann man damit sofort den Schaden begrenzen.

    Denn was hat BP mit Deep Water Horizon getan? Zuerst haben sie es mit einem Betonfundament probiert, klappte nicht, und als alles andere nicht funktionierte, erst dann bohrten auch sie einen solchen zweiten Zugangsweg und bekamen es damit unter Kontrolle.

    In Kanada ist es Gesetz, in den USA wollten die von der Ölindustrie gekauften Politiker das der armen Ölindustrie einfach nicht zumuten, solche unerträglichen Mehrkosten leisten zu müssen. Man hat ja gesehen, wozu das dann führen kann.

    Es gab übrigens kurz vor Deep Water Horizon noch Lobbyingversuche, die Kanadier auf die Linie der USA zu bringen, aber dann kam eben Deep Water Horizon als bestes Beispiel dafür, dass die Kanadier mit ihrer Linie da absolut Recht haben.

    Und es ist ja auch so, dass es 31 Jahre vor Deep Water Horizon schon mal dasselbe Problem gab, und man probierte genau dieselbe Strategie bis man merkte, alles ausser dem zweiten Bohrloch klappt nicht.

    [video=youtube;GHmhxpQEGPo]http://www.youtube.com/watch?v=GHmhxpQEGPo[/video]

    Tharkan, was du bringst ist als Argument im Grunde ein "Ja, Ölförderung ist ein verdammt dreckiges Geschäft, aber bitte bitte bitte geht den armen Ölkonzernen nicht zu arg an den Geldbeutel, sondern lasst sie auch weiterhin ungestraft wie bisher unseren Erdball wie gewohnt verpesten, denn ansonsten tragen wir alle die Zeche, weil sie sich das Geld bei uns holen und wegen ihrer wichtigen Stellung in der Wirtschaft maximalen Schaden anrichten können." Also das kann es nicht sein!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17. November 2012
  4. Tharkan Tungsten

    Tharkan Tungsten Aktiver Nutzer

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    Nein. Wenn Du mich so verstanden hast, dann habe ich mich nicht gut genug ausgedrückt. Es geht mir nicht darum für ein ungehemmtes "weiter so" zu plädieren. Es ist aber ein himmelweiter Unterschied, ob man, wie in Kanada ansatzweise, von vornherein schützende Vorschriften erlässt, oder ob man im Nachhinein glaubt mit grossen strafrechtlichen Bussgeldern könnte man alles wieder gut machen.
    Ob BP nun 4,5 oder 9 oder 1oo Mrd$ an Strafe zahlen muss .......... der Schaden ist angerichtet und lässt sich mit Geld auch nicht heilen.

    Was mich störte war dieses selbstgerechte "gut so" das irgendjemand geschrieben hat ohne weiter zu reflektieren warum es zu dem Schaden kam und das er selbst (wie auch Du und ich) durchaus von dieser unvernünftigen Vorgehensweise profitiert.

    Und ich habe auch nicht von "armen Ölkonzernen" gesprochen. Weil sich BP durch seine Aktionärsstruktur geradezu dazu anbietet wollte ich lediglich die Chance ergreifen darauf hinzuweisen das es eben auch dort wieder die Menschen wie Du und ich sind die letztlich dafür bluten müssen. Du weißt sicherlich das es keinen Mr. oder Mrs. BP gibt bei dem die exorbitanten Konzerngewinne konzentriert anfallen. Du weißt sicher dass in sehr vielen Ländern, so auch in England, die Altersversorgung kapitalstockgedeckt ist. Und BP ist ein solcher Kapitalstock. Die hohe Gewinnsumme verteilt sich auf eine Vielzahl von Pensionären und verwässert dabei zu Kleinstbeträgen. Und wenn dieser Kapitalstock plötzlich keine, oder weitaus geringere, Gewinne ausschütten kann ....... dann leidet darunter die Altersversorgung. Und auch aus diesem Grund finde ich das gedankenlose "gut so" unangemessen.

    Ich würde mich lieber mit Dir darauf einigen, dass Strafe nicht das richtige Mittel ist sondern dass Vorbeugung angebrachter wäre. Vorbeugung kostet zwar auch Geld, aber das ist kalkulierbar und ausserdem reduziert Vorbeugung die Schäden die auch mit Strafe gar nicht wieder gut zu machen sind.