• Bitte schaltet eure Ad Blocker aus. SLinfo kann nur betrieben werden, wenn es durch Werbung Einnahmen erzielt. Vielen Dank!!
  • Wir freuen uns, wenn du dich in unserem Forum anmeldest. Bitte beachte, dass die Freigabe per Hand durchgeführt wird (Schutz vor Spammer). Damit kann die Freigabe bis zu 24 Stunden dauern.
  • Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.

Goreanisch oder amerikanisch: Verständnis oder Fundamentalismus?

Thor Tracer

Freund/in des Forums
An einem Beispiel spricht Bina in einem anderen Thema eine wichtige Frage an:

Der hingebungsvolle Dienst einer Kajira für eine Frau, ist zumindest mir im Buch noch nicht begegnet.


Das ist richtig, es gibt keine positive Erwähnung von homosexuellen Gefühlen bei John Norman - weder lesbisch noch schwul. Nun geht es in diesem Thema NICHT um Homosexualität. Für mich trifft das eine Frage, die ich bei einem kleinen Vortrag in Heimdahl bei der ersten Scribes-Fair angerissen habe:

Was an Normans Sicht ist goreanisch, was ist typisch US-amerikanisch der 70er Jahre?

Ich tue mal etwas, dass eigentlich nicht gut zu den kurzen Beiträgen hier passt - ich hole etwas aus. Und nur um deutlich zu machen, vor welchem Hintergrund ich dies schreibe: Ich kenne John Normans Publikationen und Interviews, habe alle Gor-Bücher (mit Ausnahme des jüngst in den USA veröffentlichten letzten) in Amerikanisch und den deutschen Übersetzungen gelesen und ich habe professionell Übersetzen aus mehreren Sprachen gelernt und die wissenschaftlichen Übersetzungsprobleme studiert. Mein Amerikanisch ist fliessend. Ich kenne die USA aus Besuchen in 11 Bundesstaaten. Das schreibe ich hier nicht, um zu "posen", sondern um vorab zu sagen, dass ich das Thema schon einschätzen kann.

Übersetzen: Wer glaubt, es reiche die Wortbedeutungen richtig zu übertragen, irrt. Es kommt immer darauf an, die Gesamtheit der Sprache, den Hintergrund der Umgebung des Sprechers / Schreibers und damit den "Verstehenshorizont" seines ursprünglichen Publikums zu erfassen und dann seine Aussageabsicht zu verstehen. Diese Absicht muss im übersetzen Text genauso zu erkennen sein, wie die Persönlichkeit des Autors und sein Stil. Keine leichte Aufgabe.

Ein Beispiel: Amerikanische und englische Beschimpfungen haben zu 90% mit "fuck" und "blood" zu tun - am besten in Kombination. Deutsche Beschimpfungen sind zu 75% dagegen mit Exkrementen verbunden, etwa "Arsch", "Scheiße", "verpiss dich". Es wäre unter Umständen völlig richtig übersetzt, aus "fuck off" ein "verpiss dich" zu machen. Und es wäre falsch übersetzt, aus "fuck off" dann "fick dich" zu übersetzen.

Wenn es dann noch um eine andere Kultur und Epoche geht, muss man zusätzlich den kulturellen Abstand im Blick haben. So war es im alten Rom etwa strafbar, auf ein Aquädukt zu klettern, den Deckel zu öffnen und reinzupinkeln. Würde man nun aber eine entsprechende Textstelle übersetzen mit "in die Wasserleitung pissen", dann müsste man zumindest entweder wissen, dass die Leser über Aquädukte und diese Geschichte Bescheid wissen oder eine Fußnote machen. Schließlich wäre es im Deutschland des Jahrs 2009 ziemlich unmöglich, einfach mal so in eine Wasserleitung zu pinkeln.

Ähnlich ist es mit Denkweisen und dem allgemeinen alltäglichen Wissen der Gesellschaft des Autors und seiner heimischen und zeitgenössischen Leser. Ein letztes Beispiel: Ein Autor des Roms der Zeit Kaiser Neros könnte mit bösen Anspielungen auf die "Kellersekte", auf die "Bluttrinker" und die "Sklavenreligion" arbeiten. Sein römisches Publikum wüsste sofort, was er andeutet: Die verfolgte Glaubensgemeinschaft, die sich in den Grabkammern der Katakomben trafen und die von gebildeten Römern als Unterschichtskult verachtet war - die Christen. Ob man Christen heute mag oder nicht - diese Beschreibungen passen nicht zum Bild der Christen in unserer Zeit und Gesellschaft. Man versteht sie nur richtig, wenn man das damalige Umfeld richtig beurteilt.

Was hat das nun mit Gor und Gor-RP zu tun?

Ich lese die Bücher mit folgenden Voraussetzungen:

* John Norman beschreibt eine fremde Gesellschaft und ihre ganz unterschiedliche Kultur.

* John Norman schreibt als US-Amerikaner der 70er Jahre (und z.T. später).

* John Normans erste Leserschaft, mit der er direkt kommuniziert, sind US-Amerikaner seiner Zeit.

Das heißt also: Gor wird beschrieben mit der Aussage. "Guckt mal, dies und das und jenes ist anders als bei uns." Und dabei schwingt automatisch mit: "Was nicht als anders beschrieben ist, ist wie bei uns."

Wenn wir nun als Mitteleuropäer des Jahres 2009 uns die Welt und Gesellschaft Gors vorstellen, trennen uns Kultur, Zeit und Sprache gleich doppelt von John Normans Gor: Wir leben nicht auf Gor, und wir leben nicht als Amerikanisch sprechende Erdenmenschen der USA der 70er oder 80er Jahre.

In SL Gor würden die "by the books" Fanatiker solche Überlegungen als unerträglich ansehn - bei meinem Vortrag in Heimdahl war das auch so. Sie zitieren Sätze aus den Büchern und die gelten dann ohne jede Reflexion von Sprache und Kultur. Die "by the books"-Fanatiker entsprechen damit in jeder Hinsicht den christlich-evangelikalen Fundamentalisten in den USA, die die Bibel als "wörtlich von Gott eingegeben" ansehn und verlangen, dass "christlich" auch nur ist, was dem entspricht (allerdings sind sie dann inkonsequent - Todesstrafe für das Tragen von Gemischtgewebe, für Arbeit am Feiertag oder das lustvolle Betrachten eines jungfräulichen Mädchen verlangen sie denn doch nicht, obwohl sowas in den Gesetzen des Alten Testamentes steht). "By the books"-Bewegung in SL-Gor und solcher religiöser Fundamentalismus haben gemeinsam, dass sie sich weigern, die Bedeutung und Absicht eines Textes wirklich verstehen zu wollen. Gemeinsam haben sie auch, dass sie einfache, schnelle Antworten verlangen - wie alle Denkfaulen.

John Norman schildert also eine Alternativwelt zu den USA seiner Zeit und beschreibt eben die Unterschiede beider Welten. Das Gemeinsame wird stillschweigend vorausgesetzt. Das nun wieder wird interessant, wo sich unsere Welt (Mitteleuropa, deutsche Sprache, 2009) von Normans (USA, amerikanische Sprache, andere Zeit) unterscheiden.

Nun komme ich als gutes Beispiel zum Eingangsbeispiel der Homosexualität. Mit Ausnahme eines Randerlebnisses bei den "Roten Wilden" ist Homosexualität kein wirkliches Thema in Normans Büchern. Die Diktion dazu ist einfach und sie entspricht Normans eigener Welt (USA, amerikanische Sprache, andere Zeit): Schwule verachtet man als unmännlich, über Lesben redet man nicht weiter und geht davon aus, dass denen nur ein richtiger Kerl fehlt. Und Homosexualität gilt da als ein Verhalten, dass man sich an- oder abgewöhnen kann und nicht als menschliche Veranlagung. Das ist Normans eigene Welt und so fliesst es auch in seine Bücher ein. Dem Leser wird gesagt: Homosexualität ist nicht worum es in diesen Büchern geht, bei diesem Thema ists halt einfach so wie bei uns, wie beim Autor und seinem Publikum also (USA, amerikanische Sprache, andere Zeit).

Wenn nun also Homosexualität nicht das ist, worum es beim Gesellschaftsentwurf "Gor" geht und Norman dabei folglich einfach die Haltung seiner eigenen Umwelt (USA, amerikanische Sprache, andere Zeit) voraussetzt - was heisst das für uns?

In unserer Welt (Mitteleuropa, deutsche Sprache, 2009) sehen wir das anders. Wir wissen, dass Homosexualität eine menschliche Veranlagung ist, genetisch bestimmt und ebenso natürlich, wie Heterosexualität. Und unsere Gesellschaft betrachtet Homosexualität als akzeptiert, legal und weitgehend Privatsache (wen interessiert schon bei uns, dass der Hamburger Bürgrmeister oder der FDP-Chef schwul sind? Einem US Politiker würde das noch heute das Genick brechen.).

Wir müssen uns also fragen:

* Wenn Homosexualität auch bei Norman als Thema keine Rolle spielt und wenn es darum nicht geht bei seinem Gesellschaftsentwurf "Gor" - ist es dann für unsere Vorstellung von Gor wichtig? Ich persönlich meine: Nein.

* Ist das fraglos zentrale Bild von starken Männern, die die Welt Gor dominieren, und Frauen, die sich den Männern in der Regel (keineswegs immer!) unterordnen zwangsläufig mit einer Ablehnung der Homosexalität verbunden? Ich meine persönlich wieder: Nein.

* Können wir die unausgesprochene Voraussetzung Normans teilen, dass Homosexuelle sich ihr schwules oder lesbisches Verhalten bei "richtiger" Behandlung schon abgewöhnen werden? Ich meine: Nein.

Meine Folgerung. Ohne dass Gor dadurch zu etwas anderem würde, als es Norman im Kern entwirft, sind schwule und lesbische Goreaner ebenso vorstellbar und im RP spielbar, wie andere Rollen.


Mir geht es in diesem Beitrag nicht zuerst um Homosexualität. Mir geht es darum, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was Gor ausmacht und was nicht. Und mir geht es darum, dies in informierter Auseinandersetzung mit John Normans Gesellschaftsentwurf "Gor" zu tun, der in seinen Büchern in seiner eigenen amerikanischen Umwelt, Kultur, Zeit und Sprache beschrieben ist.
 
*Applaus* Danke für den Post, ich stimme dir vollkommen zu und du hast das sehr schön hergeleitet. Wenn man sich zu sehr an den Details aufhängt verliert man den Blick für das große Ganze.

Das heißt also: Gor wird beschrieben mit der Aussage. "Guckt mal, dies und das und jenes ist anders als bei uns." Und dabei schwingt automatisch mit: "Was nicht als anders beschrieben ist, ist wie bei uns."

Anno 2009 ist man wie du sagtest auf einem anderen Stand der Weltanschauung. Ich sag mal gerade Normans "philosophische" Einwürfe sind da durchaus kritisch zu sehen. Es gibt für mich einen Unterschied zwischen den Beschreibungen der Welt- die einfach so sind. Und den Ansichten die er zu verbreiten sucht.

Es geht eher darum das man bei all den Versuchen "Verhaltensregeln" über Gor aufzustellen nicht vergißt, das man keine NOrmannschen Ideenkonstrukte spielt sondern Menschen.

There is no room for '2' in the world of 1's and 0's, no place for 'mayhap' in a house of trues and falses, and no 'green with envy' in a black and white world.


;)
 

Vilandra Miles

Freund/in des Forums
Anno 2009 ist man wie du sagtest auf einem anderen Stand der Weltanschauung.

Ganz zu schweigen davon, daß wir im deutschsprachigen Raum in Sachen "sexuelle Revolution" doch eine Nasenlänge den Amis voraus sind. Heißt selbst wenn Norman heute anfangen würde, die Bücher zu schreiben, könnten wir nicht von unserem deutschen Denken ausgehen...
 

Alexandra Actor

Aktiver Nutzer
Selbst die "sexuelle Revolution" der '68er war harmlos gegen das was ich aus Gor und den Schreiben von John Norman rauslese. Wenn ich mich richtig erinnere, hat ja John Norman öfters betont, dass auf Gor diese ganzen Verklemmtheiten und unnatürlichen Konventionen der irdischen Menschen der modernen Zeit nicht gelten, dass auf Gor die Sexualität entsprechend der Natur gelebt wird, also so wie es grad die Bedürfnisse eingeben - warum soll es da nicht auch homosexuelle Episoden auf Gor geben, gibts ja in der freien Natur unter Säugetieren auch. (Warum fällt mir da gerade ein bestimmtes Lied ein "You and me babe ain't nothing but mammals ..."? )

Davon abgesehen ist ja meines Erachtens nach Gor eine herrliche (wenn auch nicht schriftstellerisch gut geschriebene) Gegenutopie zum immer militanter werdenden Feminismus: je emanzenhafter (und sogar herrschsüchtiger) die Frauen in der Gegenwart der Erde erlebbar sind, desto dummdöseliger und submissiver werden sie in den Büchern als kajira. ;)
Wobei, das (auch schon vor 30 Jahren) täglich erlebbare "Aufmucken" mancher Frauen gegenüber den Männern kann man ja auch gut bei manchen der in den Büchern beschriebenen Freien Gefährtschaften (z.B. das Verhältnis Jason/Beverly ;)) oder bei dem Verhalten der Panther oder auch bei dem Verhalten Freier Frauen gegenüber Gefangenen, Schwachen und Sklaven dargestellt wiederfinden.

Gor frauenfeindlich? Das würde ich nicht sagen - so wie in den Büchern der Mann dargestellt wird: bei aller Stärke und inneren Dominanz sensibel und durchaus in der Lage auch mal zu weinen - da kommt mir der Gor-Zyklus eher wie eine Art "Utopie von der Emanzipation des Mannes" vor als wie eine frauenfeindliche Männerfantasie. Auch wenn es im ersten Moment billig vorkommt: ich könnte mir vorstellen, dass so manche der Frauen in den Büchern ihr Gegenpart hat in einer tatsächlich existierenden, weit weniger submissiven Frau der Erde, der USA, des Bundesstaates, der Heimatstadt. :D

Und - zu den BTB-Fanatikern .... ich hab mal irgendwo gelesen, dass John Norman selbst gesagt haben soll: "This is a novel, not a damn manual!"
 

Cry Hawker

Freund/in des Forums
Einer der grundlegenen Eckpfeiler Gors ist: Männer dominieren Frauen. Männer sind das herrschende Geschlecht, von der Priesterkönige Gnade den Frauen vorangestellt.

Homosexualität würde eines der Grundprinzipien Gors ad absurdum führen. Nämlich das eindeutige Machtverhältnis zwischen Mann und Frau. Die Dominanz ist in den Büchern ganz klar geregelt und auf die natürlich Ordnung begründet. Frauen mit Macht landen früher oder später im Kragen. Eine Frau die einen Mann dominiert gilt als unnatürlich , Männer folgen nur ungern einer Frau und zögerlich. Das ist eine bipolare Geschichte..eine einfache Gleichung.

Homosexualität hat mit diesem Konzept garnichts zu tun. Da die Natürlichkeit dieser Verbindung zwischen Mann und Frau immer wieder betont wird ist im Folgeschluss Homosexualität auf Gor unnatürlich. Zwischen Männern gibt es Freudnschaft, Brüderlichkeit und Rivalität und zwischen Frauen entweder Rivalität um die Gunst der Männer oder Eifersucht. Mag sein dass das simpel ist aber nicht mal das bekommen viele in den Griff auf SL Gor. Das ist keine gesellschaftliche Sache der 70er..das ist das Konzept der goreanischen Welt.

Homosexualität ist übrigens schon lange im Deutschen Gor vorhanden. Nur eben die zwischen Frauen bei den Panthern zum Beispiel. Nur da kommen wir wieder zu gesellschaftlichen Konventionen. Das wird nämlich durchaus von vielen Herren als erotisch eingestuft und findet daher kaum Kritiker.
 

Thor Tracer

Freund/in des Forums
Einer der grundlegenen Eckpfeiler Gors ist: Männer dominieren Frauen. (...)
Homosexualität würde eines der Grundprinzipien Gors ad absurdum führen. Nämlich das eindeutige Machtverhältnis zwischen Mann und Frau. (...)

Homosexualität hat mit diesem Konzept garnichts zu tun. Da die Natürlichkeit dieser Verbindung zwischen Mann und Frau immer wieder betont wird ist im Folgeschluss Homosexualität auf Gor unnatürlich. (...) Das ist keine gesellschaftliche Sache der 70er..das ist das Konzept der goreanischen Welt.

Das wäre logisch, Cry, wenn Homosexualität als gewähltes Verhalten, als Vorliebe anzusehen wäre. Dann wäre ein solches Verhalten in der Tat für Goreaner absurd, weil es widernatürlich wäre.
Wenn aber - wie wir heute wissen - Homosexualität eine angeborene menschliche Eigenschaft bei einem Teil der Menschen ist, wird sie in Gor ebenso vorkommen. Immerhin stammen alle goreanischen Menschen von Erdenmenschen ab. Das mag dann so sein, dass Homosexuelle von anderen Goreanern schräg angesehn erden. An der Tatsache des Vorkommens homosexueller Goreaner, die sich das eben nicht als Vorliebe aussuchen sondern einfach so geboren sind, ändert das aber nichts. Norman kann sich halt, wie viele Amerikaner der 70er, dies nicht vorstellen.
 

Vilandra Miles

Freund/in des Forums
Ich vermute mal, ein Goreaner würde sagen: "Homosexualität gibt es nicht."
Ist halt etwas, was als - wie Thor schon sagte - widernatürlich angesehen und daher tot geschwiegen wird. Wer dieser Gruppe angehört, wird es auf Gor sicherlich tunlichst vemeiden, als homosexuall auch nur irgendwo erkannt zu werden und seine Neigung somit unterdrücken oder aber extremst heimlich ausleben.

Um mal ein Beispiel zu nennen:
Soweit ich mich erinnere, gab es in der DDR auch keine Homosexualität...
Heißt defakto, Homosexualität war in der DDR strafbar! Wurde totgeschwiegen. Und jeder, der als Homosexuell erkannt wurde... nunja...
 

Alexandra Actor

Aktiver Nutzer
Ich vermute mal, ein Goreaner würde sagen: "Homosexualität gibt es nicht."
Ist halt etwas, was als - wie Thor schon sagte - widernatürlich angesehen und daher tot geschwiegen wird. Wer dieser Gruppe angehört, wird es auf Gor sicherlich tunlichst vemeiden, als homosexuall auch nur irgendwo erkannt zu werden und seine Neigung somit unterdrücken oder aber extremst heimlich ausleben.
Ich glaube auf Gor würde ein Mann der sich an einem Thrall anstelle einer Kajira sexuell bedient wohl eher verlacht werden - aber nicht wirklich Konsequenzen haben - im Gegenteil, ein männlicher Sklave hat sogar noch weniger Wert als eine kajira soweit ich es verstanden habe.

Um mal ein Beispiel zu nennen:
Soweit ich mich erinnere, gab es in der DDR auch keine Homosexualität...
Heißt defakto, Homosexualität war in der DDR strafbar! Wurde totgeschwiegen. Und jeder, der als Homosexuell erkannt wurde... nunja...
In der DDR, wie auch im selben Zeitraum in der BRD - und in so manch anderen Ländern heute noch, war tatsächlich Homosexualität strafbar. Zumindest gab es einen § sowieso StGB (hüben wie drüben) der dafür ein Strafmaß festlegte.
 

Vilandra Miles

Freund/in des Forums
In der DDR, wie auch im selben Zeitraum in der BRD - und in so manch anderen Ländern heute noch, war tatsächlich Homosexualität strafbar. Zumindest gab es einen § sowieso StGB (hüben wie drüben) der dafür ein Strafmaß festlegte.

Ich kann nur von der Vorhangseite reden, auf welcher ich damalig gestanden hab. ;)

Jep, aber ich würde sagen, daß diese Epoche, diese Zeit mit ihrer Strafverfolgung der Homosexuellen am besten vermittelt, wie wohl auf Gor mit jenen umgegangen würde.
 

Thor Tracer

Freund/in des Forums
Ih möchtze nun gar nicht ewig über Homosexualität reden hier. Mir geht es darum, dass Dinge für uns heute als Mitteleuropäer 2009 anders aussehn können als für John Norman - und dass nicht jede Ansicht Normans automatisch die Gesellschaftsidee Gor bestimmen muss.
 

andera Shermer

Superstar
hmm, mann könnte auch interpertieren das Homosexualität etwas so normales ist das es nicht erwähungsbedürftig ist.

in den büchern geht auch keiner aufs klo oder kratzt sich.

und gerade was die Homosexualität von Frauen anbelangt, das sollte für einen Goreaner so unitressant sein. ist denen doch wurscht was panther im wald machen oder die sklavinen in ihrem kennel.

aber nun,

ich würde mich auch eher als BTB bezeichnen, aber BTB und BTB Fanatismus das sind zwei paar schuhe, Fanatismus ist immer schlecht egal um was es geht.

BTB ist eine gegenbewegung zu dem sogenannten evulutet Gor also dem sich entwickelnden Gor einen Gor wo man meint damals gab es keine weiblichen kriegerin aber heute gibt es das.

und nun damit komme ich nicht (mer) klar.

ich möchte Gor spielen und das was wichtig ist, das was Gor ausmacht.
und dazu gehört es auch das Gor eine Means world ist. und mir macht es spass gerade in so einer welt mich durchzuwurstelen.

und bei so was sören eben weibliche kämpferinnen voller waffen, die pöbelnd rumlaufen.
dabei stören auch leute für die gor aus kämpfen und poppen besteht.

also meine meinung JA zu BtB
NEIN zu Fanatismus
 

Alexandra Actor

Aktiver Nutzer
Ich kann nur von der Vorhangseite reden, auf welcher ich damalig gestanden hab. ;)

Jep, aber ich würde sagen, daß diese Epoche, diese Zeit mit ihrer Strafverfolgung der Homosexuellen am besten vermittelt, wie wohl auf Gor mit jenen umgegangen würde.
Nein, weil das ja ein Zeichen für die von Norman gescholtene Unnatürlichkeit und Prüderie der Erde ist. Ich denke, es wird einfach nicht drüber nachgedacht, oder wenn was gesagt wird, dann als normal abgetan a la: "Naja, gefallen ihm halt die Mädels nicht, was solls - irgendwo muss er ja seinen Druck lassen"

@Andera:
Frauen mit Waffen? Selbst wenn ich im RL bin, habe ich was gegen Frauen mit Waffen :D - Es gehört sich einfach nicht.
Ich verstehe meine Rolle so: bevor ICH eine Waffe in die Hand nehme (also von Haarnadeln und kleinem Dolch abgesehen), muss Mann sie mir dort hinein zwingen - und per Zwang dafür sorgen dass ich sie nicht so früh wie möglich loslasse.
 

Thor Tracer

Freund/in des Forums
ich würde mich auch eher als BTB bezeichnen, aber BTB und BTB Fanatismus das sind zwei paar schuhe, Fanatismus ist immer schlecht egal um was es geht.

Gut, das leuchtet ein - aber es reicht jedenfalls nicht, ein oder zwei Zitate rauszukramen und damit ohne Zusammenhang und Überlegung dann zu sagen "goreanisch ist nur wenn ....."
 

Tharkan Tungsten

Aktiver Nutzer
Zunächst einmal ist das was Thor in seinem Post ausführt (aus meiner Sichtweise)vorbehaltlos richtig und sicher ein, ich nenne es einmal Denkanstoss, den viele von uns sich sicher immer mal wieder vor Augen halten sollten.

Aber: Hilft es uns viel?
Ich sehe zumindest 2 Probleme dabei diesen Denkanstoss in besseres RP umzusetzen.

a) Nur ein verschwindend kleiner Teil der Gor-Player (und ich gehöre bestimmt nicht dazu) dürfte dazu in der Lage sein, die zeitlichen, kulturellen und sprachlichen Barrieren zu umschiffen, was jedoch erforderlich wäre um zu einem tieferen und besseren Verständnis des Norman´schen Gesellschaftsmodells zu gelangen.

b) Je besser sich uns das Gesellschaftsmodell erschliessen würde, um so komplexer würden seine dann denkbaren Strukturen werden. Es würde dann eben deutlich weniger stereotype Verhaltensmuster/Charaktere geben. Wenn die Strukturen komplexer werden würden, würden wir allerdings auch schnell zu einem Punkt gelangen, wo wir als Spieler überfordert werden.

Natürlich ist es unzulässig "By the books" etwa mit "wahres Gor" gleichsetzen zu wollen. "Wahres Gor" würde tatsächlich eine wissenschaftliche Herangehensweise erforderlich machen. Man müsste herausfiltern, reflektieren, zwischen den Zeilen lesen und tunlichst darauf bedacht sein jeden Ansatz von Simplifizierung zu vermeiden. Abgesehen davon, das ich persönlich nicht daran glaube das uns für eine solche Abbildung einer Gor-Welt genügend Daten zur Verfügung stehen, würde im Ergebnis höchstwahrscheinlich eine Welt von ähnlich komplexen Aufbau entstehen wie wir sie hier auf Erden auch haben.

Wenn wir dennoch in SL-Gor dazu neigen zu vereinfachen und Stereotypen zu entwerfen, dann doch deshalb, um eine gemeinsame Basis zu schaffen auf der wir miteinander spielen können. Betreibt man dies nun zu extrem, wird zwar alles ganz einfach, aber wir könnten uns das Spielen dann auch schenken. Wenn jede Reaktion auf eine Aktion vorhersagbar ist..........kann ich auch ein programmiertes PC-Spiel in mein Laufwerk schmeissen.

Wie fast immer im Leben kommt es auf die richtige Mischung drauf an. Es muss vielfältig und komplex genug sein um spannend zu bleiben und es bedarf im Gegenzug gewisser Grundsätze um überhaupt spielbar zu bleiben. Wer sich zu sehr dem einen oder dem anderen verschreibt wird letztlich mit Problemen konfrontiert werden, die ihm den Spass am Spiel verderben.

Es wäre allerdings schön, wenn man sich bei strittigen Diskussionen im Forum, immer mal wieder an den Denkanstoss von Thor erinnern würde. Sind die Absolutismen die da teils vertreten werden wirklich so unumstösslich wie es auf den ersten Blick scheint? Ich denke dafür wäre der Post von Thor wirklich hervorragend geeignet.

Grüsse Tharkan
 

Thor Tracer

Freund/in des Forums
Tharkan, ich habe es auch geschrieben um verständlicher zu machen, auf welcher Grundlage ich zu manchen Ansichten über Gor komme. Das kann man ja nicht immer so im Detail erklären.
 

Alexandra Actor

Aktiver Nutzer
[...]
Nun komme ich als gutes Beispiel zum Eingangsbeispiel der Homosexualität. Mit Ausnahme eines Randerlebnisses bei den "Roten Wilden" ist Homosexualität kein wirkliches Thema in Normans Büchern. [...]

Wo denn da? Ich kann mich bei meinem ersten Durchschmökern aller Bände an keine solche Begebenheit erinnern. :?
Meinst du die eigentlich eher asexuellen Waniyanpi - oder den Jungen namens "Frauenkleid" der in ein solches gesteckt wurde weil er als "feige" angesehen wurde - und nicht aufgrund irgendwelcher Vorlieben?
»Er hat seine Kameraden beim Kampf nicht unterstützt«, antwortete Grunt. »Er hat sich ihnen auf dem Kriegspfad nicht angeschlossen.«
»Ah«, sagte ich. Wer sich weigert, selbst zu kämpfen, überläßt es anderen, für ihn zu streiten. Er überläßt anderen die Risiken, die zuweilen lebensbedrohend sind und die er eigentlich mit ihnen teilen müßte. Warum sind andere weniger kostbar als er? Ein solches Verhalten wird dementsprechend hart geahndet.
(aus: "Die Wilden von Gor")
 

Alexandra Actor

Aktiver Nutzer
Ich meinte die Waniyanpi, bei denen Homosexualität gefördert wird.

Ah ich verstehe - obwohl ich die Begebenheit eher so verstanden habe (ok, beim Überfliegen:oops:), dass die sich um sowas wie Sexualität gar nicht kümmern, weil das ein Zeichen des "Ungleichseins" wäre.
»Es ist schändlich, anderen das Gefühl zu geben, nicht gleich zu sein«, bemerkte jemand.
»Weil natürlich im Grunde jeder gleich ist!« behauptete ein Waniyanpi.
Aber ihre Le(e)hre vom "Gleich-sein" macht die Wanyanpi ja eh so dermaßen exotisch, eigentlich sogar ungoreanisch, dass sie nur als verrückte Sektenspinner gelten, mit denen sich keiner abgibt außer um sie als Sklaven zu halten. :mrgreen:
 
Was haben hier eigentlich einige Spieler für ein Problem mit Homos auf Gor? So selten wie ihnen eine Szene passieren würde, in der Homosexualität thematisiert wird, sollte man doch meinen jedem Tierchen sein Pläsierchen. Als ob man nicht wichtigere Probleme hätte als sowas zu bashen...echt. Aber wenn sich da so massiv Gegenstimmen aufbaun möchte ich doch kurz erinnern:

Genau DAS meinte Thor, davor muss man aufpassen. Das man die Bücher zu wörtlich nimmt und fieberhaft nach Zitaten sucht, anstatt sie differenziert zu betrachten und auch kritisch vor dem Wissen unserer Zeit zu spiegeln. Manche Sache lassen sich auf zwei unterschiedliche Arten beantworten. Warum könnten nicht auch beide richtig sein?

Es muss doch nicht jetzt ein Beschluß gemacht werden, wenn es eh nicht eindeutig ist.

ps: In Zweifelsfällen wie diesem schlage ich gerne in weitere Inspriationsquellen wie Geschichtsartikeln über die Antike nach. Norman klaut nämlich gerüchteweise auch zu gerne aus solchen Quellen. Fürs Spiel finde ich, ist die reale Welt immer gute Inspiration. Hier zum THema- HOmosexualität und wie sie gesellschaftlich angesehen wurde:

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_antiken_Griechenland
http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_im_antiken_Rom
http://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution_in_der_Antike

In manchen Gesellschaften, wie der griechisch-römischen Antike oder der islamischen Welt[5], galt die erotische Anziehung zu beiden Geschlechtern als nahezu universelle Norm. Die ausschließliche Fixierung auf ein Geschlecht, wie wir sie heute unter den Begriffen „Homosexualität“ und „Heterosexualität“ kennen, mag es zwar gegeben haben, wurde aber nur selten zum Thema gemacht.-wikipedia, Bisexualität
-->erstaunlich oder? spricht sehr für Anderas und Thors Auslegung und ich schließe mich dem an!
 

Aktive User in diesem Thread

Oben Unten