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Suchtverhalten sl - wie seht ihr das?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen zu SecondLife" wurde erstellt von Groteska DeCuir, 14. November 2009.

  1. Groteska DeCuir

    Groteska DeCuir Nutzer

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    Hallihallo,
    also, wollt mal so in die Runde fragen wie ihr das so seht, mit der sl Sucht. Viel disskutiert im Tv, grad vor einigen wochen gabs ja mal wieder ne Doku auf vox - wie sl Ehen kaputt macht etc.. War sehr interessant, kann man bei youtube auch nochma schaun. In meinem Bekanntenkreis ging auch ne Ehe davon kaputt, da das Weibchen süchtig war. Wenn man allerdingsa llein is macht es nur einen selbst evenutell kaputt.
    Würdet ihr euch selbst als süchtig bezeichnen? Wie seht ihr das alles?
    Also ich war früher mal ein halbes Jahr scho süchtig, war ja von morgens bis abends drin. Das eine Jahr Zwangspause bis neulich war da gar nicht so schlecht im Grunde. Nun merk ich scho wieder leichte Suchtpunkte, aber habs noch im Griff. Hätte ich allerdings keinen Partner könnte es allerdings kritisch werden.
    Also ich würd nie abstreiten dass dieses zweite Leben ein hohes Suchtpotenzial hat. Da haben die Medien scho recht, find ich.
    Na dann, lasst mal eure Meinung raus.
    :roll:
     
  2. Archon Short

    Archon Short Forumsgott/göttin

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    Suchtpotential ist bei jeder art von Kommunikation hoch.

    Ich sehe SL als eine Plattform für Kommunikation, Spiel, Kultur, Kunst, Komerz,........
    Also als etwas, was sehr viele Bedürfnisse wecken und befriedigen kann.

    Ich bin auch mal mehr als 6 Stunden am Tag in SL, bin ich süchtig?
    Könnte sein....
    Was würde ich machen wenn ich nicht in SL wäre?
    Fernseher kaufen und fernsehen....

    Ich persönlich führe ein sehr eingeschränktes Leben und sehe SL als einen Ausgleich zu Dingen, die ich real nicht mehr in stande bin zu machen.

    Wäre ich so viel in SL wenn ich gesund wäre?
    Nein, vorher war ich arbeiten, hatte viele Bekannte, einige hobbys und kaum Zeit in meiner Wohnung verbracht.

    Sehe ich eine Gefahr darin sich in einer virtuellen Welt verlieren zu können?
    Ja.
    Gerade wenn man dort jemanden kennenlernt, dann verbringt man viel Zeit gemeinsam...
    Bei mir ist aus meiner SL Frau meine RL Freundin geworden, ich hatte sehr großes Glück, und wenn es jetzt mit der gemeinsamen Wohnung klappt bin ich noch viel glücklicher.


    Was rate ich Personen, die gesund sind und zu viel Zeit in SL verbringen?
    Schaltet mal ab, gönnt euch ne Pause und geht raus in die Natur.

    Wird es angenommen?
    Selten, wir sind zu einer mediengesellschaft geworden, die langsam vor dem TV verkümmert.
    Das Internet sehe ich dabei als das geringere Übel an.


    Nur mal neine 2 Cent
     
  3. Yistin Usher

    Yistin Usher Guest

    Suchtgefahr - ja, definitiv.

    Jedes Onlinegame, Chat usw birgt eine Suchtgefahr, das ist nicht SL-Spezifisch (Nicht hauen, weil ich SL jetzt mal unter Game mit einsortiere).

    Auch mir sind Fälle bekannt, wo Beziehungen/Ehen daran kaputt gegangen sind.

    Aber:

    Ich kenne keinen Fall, wo das nicht schon vorher angeknackst war.

    Die Ehe, die mir grade so in den Sinn kommt, war schon lange sehr wackelig - SL war dann der Knackpunkt. Ähnlich ist es mit Sucht - natürlich gibt es Onlinesucht. Aber ein durchschnittlicher Mensch mit normalen Kontakten dürfte da weit von weg sein.

    Für jemanden, der kommunikationsgestört ist, besteht dann natürlich mehr Gefahr. Aber ich sehe da durchaus auch eine Chance drin - wenn z.B. eine Behandlung stattfinden würde, die SL mit einbezieht. Die meisten Leute dieses Kalibers, die ich kenne, sind jedenfalls hier in SL gar nicht unbedingt so kontaktscheu. Es könnte also, einen intelligenten Psychodoc vorausgesetzt, durchaus die Übungsplatform für ein normales RL-Kontaktverhalten werden.

    Letztlich, wie immer: SL usw haben eine Suchtgefahr (die hat Schokolade auch) - aber sie sind keine Suchterzeuger wie ein Rauschmittel.

    SL=Sucht ist so unsinnig wie Killerspiel=Amok.

    Just my 2ct
    Yis
     
  4. Cecania Blackburn

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    Süchtig? Ja stehe ich zu:D Sagt zumindst mein Freundeskreis und Familie das es so wär.... Und ich selbst kann es wohl auch nicht ganz abstreiten.
    Naja zumindst verbringe ich sehrrrrrr viel Zeit in SL. Allerdings ist es nicht so, dass ich einen Nervenzusammenbruch bekomme wenn kein SL da ist. Im Urlaub z.B nervt es mich sogar eher schon wenn ich einmal am Tag kurz rein muss um Kundenfragen zu beantworten.
    Aber trotz meines häufigen Aufenthalts in SL leidet mein RL darunter nicht. Meine Beziehung beeinflusst es z.b gar nicht obwohl mein Freund SL so gar nichts abegwinnen kann und es eher komisch findet. Aber ich war eh immer schon komisch also egal:D
    Daher denke ich auch wenn Leute durch SL Probleme bekommen muss vorher schon was nicht in Ordnung gewesen sein.


    LG:)
     
  5. Danziel Lane

    Danziel Lane Superstar

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    Kommt drauf an, was man unter Sucht versteht.

    Sucht ... kommt das von Suchen, von Neugier, von der Suche nach etwas Neuem? Oder ist Sucht von vornherein negativ besetzt?

    Was mir auffällt: in der Öffentlichkeit wird gar nicht darüber geredet, ob SL denn nun eine Kommunikationsplattform sei oder nicht ... bevor etwas kommt, was als Argument erkannt werden könnte, kommt das Killerargument: Suchtgefahr. Warum muss ich noch was zu SL sagen, wenn ich es schon als Suchtgefahr erkannt habe?

    Komisch, dass niemand das Suchtpotential von SL mal mit dem von Nikotin, Alk, Heroin, Schokolade, SMSen, Coffein, Karotin (ja, ich hab schon mal von jemandem gehört, der Karottensaft in Unmaßen genossen hat und ernsthaft krank davon wurde), Mohn, Hasch, Sedativa, Autofahren und Achterbahnfahren, Schrebergartenvereinsmeierei, Disco, Geldspielautomaten, Sex, Handytelefoniererei, Micky-Maus-Filmen, Anxyolytika, Methanol, Kino, ... meine Güte, ich kann gar nicht mehr aufhören ...

    Die Welt ist voller Dinge, die Spaß machen.
    Oder die die Stimmung verändern.
    Manche nehmen davon regelmäßig eine Überdosis.
    So was wird bisweilen Sucht genannt.
    Und bei manchem ist "Suchtgefahr" ein Totschlagargument, um nicht mehr darüber erfahren zu müssen, während andere Suchtgefahren allgemein akzeptiert sind.

    Wenn Ehen kaputt gehen, dann sind immer beide Seiten dran schuld.
    Von dem Satz rück ich nicht ab.
    Totale Unschuld beim Bruch einer Partnerschaft gibt es nicht.
    Wenn "sie" süchtig wurde nach SL, wie konnte "er" das zulassen?
    Wo war die Liebe und die Partnerschaft und das Füreinandersorgen, als die "Sucht" noch nicht so deutlich war?
    Wenn ich nicht in der Lage bin, meinem geliebten Lebenspartner ein Miteinanderleben zu bieten, das ihn schützt, nach etwas anderem zu suchen (Alk, SL, Drogen, Disco, andere Sexpartner, ...), dann habe ich meinen Teil der Lebenspartnerschaft nicht unbedingt voll erfüllt.

    Aber es ist so schön und bequem, dem anderen (auch vor Gericht) die Schuld zuzuschreiben: süchtig nach SL.
     
  6. Einen Mensch, der suchtKRANK ist und noch nicht kapituliert hat, wirst Du nicht mit aller Liebe dieser Erde von seiner Sucht heilen können. Das haben schon Zigtausende versucht. Helfen kannst Du vielleicht durch Loslassen.

    Liebe Grüße, Septembre
     
  7. Monalisa Robbiani

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    Blödsinn. Süchtig wird man von Stoffen. Und auch nicht zwingend.

    Was gemeinhin als Onlinesucht bezeichnet wird, ist ein Fliehen von einem unglücklichen Leben in eine andere Welt. Das gibt es auch mit Seifenopern oder Büchern. Eine Art innere Emigration.

    Ändert man die Umstände, sodaß man endlich glücklich sein darf, wird SL schnell Nebensache. Ohne Entzugserscheinungen. Ohne bleibenden Schäden. Ohne Krankheit. Ohne Rückfall.

    Das Gerede von Onlinesucht verwechselt Ursache und Wirkung. Man wird nicht unglücklich, wenn man zuviel in SL ist. Man ist zuviel in SL, weil man unglücklich ist.
     
  8. Groteska DeCuir

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    also ich stimm dir da nicht zu. finde dass man absolut spchtig werden kann, man merkt ja den Druck, auch körperlich, das sind Suchtsymptome. Klar is das eine Flucht aus dem realen Leben, die aber eben zur sucht wird. Süchtig wird man absolut nicht nur von Stoffen, sondern auch von Dingen wie sl und wow. gibnt ja nicht umsonst das Wort onlinesucht und natürlich gibt es dann auch Entzugserschienungen wenn du aufhören must!
     
  9. Monalisa Robbiani

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    Schon einmal davon gehört, daß ein Heroinabhängiger sein Leben ein wenig ändert (zB. neue Freundin, neuer Job, neue Stadt...) und dann plötzlich drauf vergißt sich einen zu spritzen?
     
  10. Viktoria Lannock

    Viktoria Lannock Aktiver Nutzer

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    Mona, für dieses "Blödsinn" in Post 7 würdest du von mir eine Kopfnuss kriegen, wenn ich Moderator wäre.
    So macht man nämlich Foren kaputt, durch abqualifizieren der Meinungen anderer.

    Ich glaube, dass SL kein wirkliches Suchtpotential hat. Einfach, weil man irgendwann alles durch hat, man hat alles gesehen, alles erlebt. Dann wird die große Langeweile kommen.
    Es wird sich verzögern, wenn man sich in SL verliebt, aber wenn diese Liebe in RL keinen Bestand hat, kommt das Ende trotzdem. Und wenn sie Bestand hat, kommt es noch viel schneller, weil dann das RL interessanter ist.
     
  11. Katta Kattun

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    Nein, noch nie.
     
  12. Griseldis Exonar

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    @ Monalisa

    Du hast natürlich recht, dass SL keine körperliche Abhängigkeit (wie Alkohol oder Heroin) verursacht. M. E. passiert es aber nicht so selten, dass durch Onlinespiele die Psyche des Spielers in Abhängigkeit gerät. Ich kenne schon Leute, die durch exzessives WoW spielen fast ihr gesamtes rl ruiniert haben. Klar kannst du zu denen hingehen und sagen, änder doch einfach mal fix dein Leben, dann bist du aus der Sucht raus... Wird nur wenig bringen, da es leider nicht so simpel ist.
     
  13. Katta Kattun

    Katta Kattun Freund/in des Forums

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    Ich kann mir nicht vorstellen das jemand der onlinesüchtig ist körperliche Entzugserscheinungen bekommt. Zu vergleichen mit Abhängigkeit von Stoffen ist es eh nicht. Aber ausschliessen mag ich es dennoch nicht.

    Dennoch kann das Wort Sucht und Online sehr wohl in Zusammenhang gebracht werden. Was die Umstände dieser Sucht sind, oder was einen davon wieder wegbringt ist doch ein anderes Thema.

    Aber wie will man diese Gier nach Online-Zeit denn sonst benennen?
     
  14. Danziel Lane

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    Nein Septembre,

    bisweilen ist Loslassen eine gute Sache, vor allem dann, wenn vorher ein Besitzanspruch und Besitzverhalten da war.

    Wenn ein geliebter Mensch suchtkrank wird, dann ist loslassen gleichbedeutend mit ihn alleine lassen. Das macht man auch mit alten Menschen, die man in Altenheime gibt, oder über Weihnachten mal ins Krankenhaus abschiebt.

    Wenn jemand suchtkrank ist, dann hat er teilweise die Kontrolle über seine Reaktionen verloren und braucht Hilfe, gerade von liebenden Menschen, diese Kontrolle wiederzuerlangen.

    Und bei Online-Sucht wie beschrieben gilt: das ist ein Symptom, nicht die "Krankheit" selbst. Mona sagt: Ursache und Wirkung vertauscht.
    Ich sage fast das gleiche: das stundenlange Hocken vor dem PC ist (genau wie Schokoladefressen, Handydauerquatschen oder Kettenrauchen) ist nur das Symptom.
    Die Partnerschaft war schon kaputt BEVOR sich Partner #1 an den PC setzte und Dauerslspieler wurde. Das Problem ist die kaputte Partnerschaft, der eine Symptomträger setzt sich an den PC, der andere Symptomträger (Partner #2) schimpft #1 dafür aus und verlässt ihn ... mag sogar vor Gericht noch Ansprüche geltend machen.
    Aber nur weil ein Partner Abhängigkeitssymptome zeigt von irgendeiner Droge oder irgendeinem Verhalten ist der andere nicht automatisch ein weißes Unschuldslamm.

    Und: DOCH, man kann auch Suchtkranke heilen, ein wesentlicher Aspekt dabei ist, dass man sie als liebenswerte Menschen akzeptiert, noch besser: dass man sie weiterhin liebt.
    Zu sagen: der Partner ist suchtkrank, nun kann ich ihn nicht mehr lieben und muss ihn loslassen bedeutet:

    Man vergisst sein Versprechen, das man mal gegeben hat: ihn zu lieben, nicht nur in guten, sondern auch in bösen Zeiten.
     
  15. cesila Tomsen

    cesila Tomsen Aktiver Nutzer

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    Wenn man viel Zeit mit einer Tätigkeit verbringt, die einem Spaß machen, ist das für mich keine Sucht. Ich habe vor SL sehr sehr viel gelesen und war auch nicht lesesüchtig, ich hatte und habe immer Hobbys, für die ich mir immer sehr viel Zeit nehme. Nach SL wird auch wieder was kommen, wofür ich mir viel Zeit nehme.

    Sucht ist eine Krankheit und die muss derjenige zu allererst erstmal erkennen und sich dann professionelle Hilfe suchen da hilft nix anderes. Ich kenne einige wirklich süchtige- Spielsucht und Alkoholsucht.

    Wenn ein Eisenbahnfreak täglich stundenlang im Keller bastelt oder ein Schrauber in der Werkstatt, ist das ja ähnlich.
    Wenn eine Beziehung durch das Hobby kaputt geht, bin ich auch der Meinung, dass es vorher nicht funkioniert hat, sonst hätte man gerne mehr Zeit mit der/die Liebsten verbracht.
     
  16. cesila Tomsen

    cesila Tomsen Aktiver Nutzer

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    Danziel, ich habe einige Suchtkranke in meiner Familie und kann Dir nur sagen, dass das genau der falsche Weg ist. Solange Abhängige Hilfe von der Familie bekommen, wird alles so weitergehen. Darüber könnte ich jetzt Seitenweise schreiben warum das so ist, aber das würde zu weit führen.
    Ich rede hier von wirklich Suchtkranken.
     
  17. Kein suchtkranker Mensch wird durch Liebe geheilt. Er kann sich nur selbst helfen. Und oft erst, wenn er durch die Hölle gegangen ist.
    Wir bei Al-Anon und CoDa sagen: In Liebe loslassen. Loslassen heisst nicht fallenlassen. Loslassen heisst, mir und einem anderen Menschen die Freiheit geben, für sich und sein Leben Verantwortung zu übernehmen ..
    In Millionen von Haushalten und Beziehungen spielt sich tagtäglich das gleiche Drama ab: Morgen höre ich mit dem Trinken / Spielen / Fixen / etc. etc. etc. auf .... aber die Spirale dreht sich weiter nach unten. Nur der Kranke selbst kann es ändern, indem er seinen Hintern in ein Meeting, ein Krankenhaus etc. bewegt ....

    ****
    In der Suchtberatung und Suchthilfe wird von stofflichen und nicht-stofflichen Süchten gesprochen (Onlinesucht, Glücksspiele etc.). Wenn ich mich nur noch in Onlinewelten und Spielen bewege und mich dadurch - auch finanziell - ruiniere, kann das sehr wohl eine Sucht sein.
    *****
    Ich selbst gehörte immer zu den Besserwissern ... zu denen, die maßregeln und mit aller Gewalt helfen wollten .... in Fachkreisen wird das als Helfersucht oder Co-Abhängigkeit bezeichnet ... naja, so ganz "clean" bin ich noch nicht. ;o))

    Liebe Grüße von Septembre und passt auf Euch auf ....
     
  18. Danziel Lane

    Danziel Lane Superstar

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    Richtig, Cesila, wir sollten unterscheiden zwischen "richtig" Suchtkranken, also Menschen, die abhängig von Drogen sind und davon nicht loskommen ohne deutlichste körperliche Entzugserscheinungen.

    Wir reden hier über Onlinesucht, und die sehe ich nur als Symptom für andere Probleme, seien es Partnerschaftsprobleme oder die Flucht vor der grausamen Arbeitslosigkeit oder einem Schuldenhaufen ... oder Flucht vor viel harmloseren Problemen.

    Wenn Online"sucht" in einer Partnerschaft besteht, dann ist das ein deutliches Symptom, dass etwas nicht stimmt in der Partnerschaft, dass sich vielleicht der eine dem anderen entzieht, oder aber dass der andere (Beispiel Modellbahn) das Hobby des anderen nicht akzeptieren kann. Damit ist aber nicht das Hobby das Problem, sondern nur das Symptom, an dem eine bereits kaputte Partnerschaft sichtbar wird. Und da ist die Schuldfrage völlig unentschieden.

    Im anderen Fall, bei Drogenabhängigen wie von dir genannt, kann es durchaus sein, dass die Ursache für den Zugangsversuch zu Drogen im Familiensystem begründet ist, oder dass das Familiensystem solchen Versuch nicht verhindern konnte.
    Solche Sucht wirkt aber weiter durch die Wirkung der Drogen, und damit muss für eine Heilung mehr passieren als nur eine Veränderung, die den Startversuch vereitelt hätte.

    Klar, diese Hilfe können Professionelle bieten. Allerdings sollte dabei auch das liebende Umfeld des Suchtkranken bereit sein, die eine oder andere Stunde mit dem Profi zu verbringen, um zu lernen, was die Gründe sein könnten, warum sich geliebte Menschen aus der Partnerschaft abwenden hin zu einer der gefährlichen Drogen.

    Wenn es dem Suchtkranken dann nämlich besser geht, braucht er wieder ein liebendes Umfeld, ein Familen- oder Freundessystem, in dem er Rückhalt finden kann und das aus Menschen besteht, die gelernt haben, ihre Zuneigung auch so zu nutzen, dass es der Betreffende nicht als Alternative sieht, sich Drogen zuzuwenden.

    Wir Menschen sind nun mal soziale Wesen. Unser Verhalten ist niemals eine Insel oder eine Einbahnstraße. Und wir brauchen den sozialen Umgang mit anderen Menschen. Sonst flüchten wir in schädliche Verhaltensweisen, das kann das Fressen von Schokolade sein, das Flüchten in Computerspiele, das Kiffen oder das unkontrollierte Saufen.
    In den Medien wird das alles Sucht genannt und es wird wenig differenziert.

    Der Unterschied zwischen Krankheit und Sucht ... eine Schweinegrippe bekommen wir, wenn und die Mitmenschen ein Kontingent H1N1 entgegenhusten, in eine Sucht flüchten wir häufig, wenn uns die Mitmenschen nicht geben können, was wir brauchen.
     
  19. Bei manchen Beiträgen schaue ich in einen Spiegel .... das hilft mir als Co-Abhängige, dass ich nicht mehr da hin will, wo ich mal war ....

    Während ich predigte und das Umfeld zu Hause so schön wie möglich machte, so liebevoll, wie es nur geht, so verführerisch und angenehm, mit Düften, gutem Essem, Liebe, guten Gesprächen .... als Alternative zur Hölle draußen, hat mir mein Freund was gehustet .... König Alkohol-Heroin-Spielcasino hatten mehr Macht .....

    Gott sei Dank habe ich irgendwann meinen eigenen Hintern gerettet... wer weiss, wo ich gelandet wäre ....

    LG, Septembre
     
  20. Danziel Lane

    Danziel Lane Superstar

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    Ich habe das Gegenteil gesehen, erlebt, bewirkt.
    Solche Allgemeinheiten gelten meist nicht.
    "Kein" und "alle" sind unzweckmäßige Worte, um die Verhaltensvielfalt von Menschen zu beschreiben.

    Das stimmt allerdings ... bisweilen.
    Mein Lehrer sagte: Danziel, manche Menschen stecken noch nicht tief genug im Sumpf, um Hilfe annehmen zu können. Sie haben die Schwelle noch nicht erreicht, an der du helfen kannst.
    Auch wenn es weh tut, dann musst du warten und schauen, wann sie so weit sind. Jeder Mensch hat eine eigene Schwelle der Leidensfähigkeit.
    Das weiß jeder Zahnarzt.

    Nun, die beiden zeigen nur EINEN Weg aus Süchten. Es ist der Weg von Selbsthilfegruppen.
    Leider beherzigen solche Selbsthilfegruppen diese ihre eigene Regel nicht immer: den anderen nämlich loszulassen, wenn der Süchtige geheilt ist.

    Dazu ist in den Statuten solcher Gruppen oft festgelegt, dass es eine Heilung nicht geben kann, sondern nur so etwas wie Trockenheit, die gewollte, "selbstverantwortete" und kontrollierte Abstinenz von der Droge.

    Das ist aber nicht der einzige Weg aus der Drogenwelt. Ich kenne viele vorher Alk-Abhängige, die heute durchaus in der Lage sind, ihr Glas Wein zum Essen zu genießen.

    Selbsthilfegruppen sind super. Aber sie haben oft selbst die Einschränkung in den Statuten, dass Menschen ohne das Problem nicht mitmachen dürfen. Damit berauben sie sich des so wertvollen Mittels, Menschen kennenzulernen und von ihnen zu lernen, die MIT der Droge oder neben der Droge leben können, ohne abhängig zu werden.

    Es ist wie bei der Arbeitslosigkeit: wenn du einen neuen Job haben willst, dann lerne Menschen kennen, die Arbeit haben, denn die erfahren als erstes von freien Stellen in ihrer Firma. Arbeitslosenselbsthilfegruppen fangen dich super auf, aber die richtig guten Jobs können sie oft nicht anbieten.

    Und das gilt auch für Süchte. Ohne Internet kann unsere Gemeinschaft nicht mehr leben. Also ist Hilfe aus der Online-Sucht immer eine Hilfe zu leben mit dem Computer auf dem Schreibtisch und dennoch das Essen zu kochen, die Steuererklärung auszufüllen und die Finanzen geregelt zu kriegen.

    Ja, das beschreibt Suchtverhalten ganz gut.

    Nein.
    Eine wesentliche Eigenschaft der Sucht ist, dass sie auch zwei völlig differenzierten Zuständen besteht. Besoffen und Nüchtern zum Beispiel. Du kannst in dem einen Zustand als Süchtiger nicht über den anderen Zustand reflektieren.
    Gerade darum ist die Sucht eine Spirale.

    Zur Sucht gehört auch die Unfähigkeit des Betroffenen, seinen Hintern selbst da raus zu bewegen ... sonst ist es keine Sucht.

    Es braucht einen Anstoß von außen.
    Und ja, das kann von einem liebenden Menschen bewirkt werden.

    Oft ist es aber leider eine Überdosis, die den Betroffenen endlich mal in einen Krankenwagen schafft und damit in die Hände von Profis, die ihn dann nicht so schnell wieder loslassen, sondern zur Therapie bringen.

    Diesen Tritt in den Arsch, endlich mal zum Meeting oder zum Profi zu gehen, den kann aber auch ein liebender Mensch applizieren.

    Ich wusste, meine Auflistungen von Süchten war nicht komplett. :)
     

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