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Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht

Dieses Thema im Forum "Spiegel-Netzwelt" wurde erstellt von spiegel-Netzwelt, 21. April 2012.

  1. Swapps Swenson

    Swapps Swenson Gründer

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    IRONIE ON
    Ja, und es gibt auch Foren-Trolle, die provokante und offensichtlich unsinnige Meinungen ins Forum stellen. Ernsthafte Diskussionen kommen ihnen aber absolut nicht in den Sinn.
    IRONIE OFF


    Auch hier der Link zu einem amüsanten Artikel in der Zeit:
    Urheberrecht: Ach, Benjamin | Digital | ZEIT ONLINE
     
  2. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Swapps

    Provokant und offensichtlich uebertrieben ist noch lange nicht unsinnig, genauso wie anders-meinend nicht notwendigerweise trollig ist.

    Der Sleen
     
  3. Manchmal positioniert man sich auch extrem um besser diskutieren zu können. Dann ist man an einer Diskussion interessiert und positioniert sich ggf nur von anfang an klarer als andere.
    Und mir sind solche Leute roh lieber als die Fähnchen im Wind gebraten, die wir hier haufenweise haben.
    Rumgehackt wird auf den angeblichen Trollen, aber die Leute, die ihre Meinungen wechseln wie Unterhosen und damit Diskussionen an die Wand fahren, das sind die Guten, die tun ja keinem was..Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte wenn ich über sowas nachdenke. Oder die Leute, die mit Nazikeulen und persönlichen Schicksalen Mitdiskutanten so in eine Ecke drängen, dass alles was sie sagen könnten sowieso nur als "Beleidigung" verpufft. Was ist denn mit denen? Warum sagt da keiner was?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23. April 2012
  4. Wiffelbottom Resident

    Wiffelbottom Resident Freund/in des Forums

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    Nun gut. Dann polarisieren wir ein wenig :-D

    Ich komme mal auf die Thesen zurück ohne auf genannte Beträge einzugehen. Die Größenordnung spielt systematisch eine nur untergeordenete Rolle.

    These 1 und 2
    Arbeitsplatz und Umsatzverluste
    Gegenthese: Umsätze gehen nicht verloren sondern verlagern sich in andere Bereiche wenn doch würde sich bei Konsumenten entsprechendes Kapital ansammeln was These 7 widerlegen würde.
    Bei Umsatzverlagerung enstehen somit Arbeitsplätze in diesen anderen Bereichen.
    These 1 und 2 entspricht somit einer ausschliesslichen Besitzstandswahrung herrschender Systeme und keiner gesamtwirtschaftlichen Wahrheit.

    These 3 bis 5
    Wird nicht realisiert durch die Umverteilung der Umsätze

    These 6 Innovationshemmung
    Durch die systemische Ausschaltung der Nutzungsrechtverwerter erhält der Urheber einen höheren Gewinnanteil. Dies führt dazu das kreative, schöpferische Arbeit besser entlohnt und attraktiver wird. Die Gesellschaft erhält einen fulminanten Schub an kreativen Tüftlern, da es sich endlich lohnt neue Wege zu gehn die sich für den Erfinder und nicht zwischengeschaltete Makler lohnen.

    These 7 Kapitalvernichtung
    Kapital wird grundsätzlich nicht vernichtet sondern umverteilt. Jedes Verlustgeschäft an Börsen hat meist auch einen Gewinner. Die virtuelle und schöngerechnete Kapitalvermögen durch Schätzungen von Experten lasse ich dabei mal aussen vor.

    These 8 Verarmung
    Kann nicht stimmen wenn die Bevölkerung nicht mehr soviel zahlen muss für "Zwischenhändler" als bisher. Die adminstrativen und nicht wirklich WERT-schöpfenden Nutzungsverwerter entfallen was den produktiven Berufen eher zugute kommt und der Verarumung der Bevölkerung entgegenläuft. In Verbindung mit Gegenthese 1 führt dies eher zu einer Wohlstandsumverteilung von einigen wenigen zu vielen.

    These 9 Kriegsgefahr
    Ist bereits gegeben also keine Verschärfung demgegenüber. Die Gefahr des anarchischen Aufstandes aufgrund gefühlter Ausbeutung besteht sowieso schon.

    Fazit:
    Ich glaube keines der beiden Szenarien ist wirklich realistisch^^

    Tante Edith:
    Jetzt mal zurück zum eigentlichen Problem. Kann es ein exekutierbares Urheberrecht überhaupt ohne organisierte Verwerter geben? Also ist es nicht leider so, dass ein Urheberschutz nur von GEMA-ähnlichen Verwertern praktisch überhaupt gewährleistet werden?
    Gesetze sind ja gut und schön aber man muss auch unterscheiden ob man damit dann nicht den Teufel mit dem Belzebub austreibt und die Masse der kreativen Köpfe dann dabei auf der Strecke bleibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2012
  5. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Aber Hallo

    Ich habe aufgrund einer aehnlich gelagerten Diskussion auf XING eine private Nachricht bekommen (man kennt mich da als bekennender ADHSler), in welcher man mich auf dieses Video hinwies :

    [video=youtube;3qzVobiIdfw]http://www.youtube.com/watch?v=3qzVobiIdfw[/video]

    Der Lauer iss auf jeden Fall cool!!!

    Der Sleen
     
  6. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Wiffel

    endlich versteht mich jemand :)

    Die Antwort ist aber zu gut um spontan darauf zu antworten. Darueber werde ich erst mal nachdenken, das Posting verdient es einfach.

    Der Sleen
     
  7. Sorry, Shirley, aber eine Steuer ist vollkommen ungeeignet, da sie nicht zweckgebunden sein darf.(auch wenn unsere Politiker uns das immer so gern verkaufen wollen, siehe Tabaksteuer, da soll ein Teil die Rentenkasse entlasten, ein anderer Teil ist für den Straßenbau, naja hat wohl einer Teer und Teer gleichgesetzt, gesetzlich gilt diese Zweckbindung aber nicht)
    Außerdem müßtest du dann immernoch ein Gesetz erlassen, welches die nicht-kommerziellen Kopien regelt.
    Das Hauptproblem liegt bei der GEMA, welche nun mal leider zu einer Art Verwertungsmafia verkommen ist.
    Ein Beispiel: Würde die Gema morgen Privatpersonenlizenzen anbieten, die nicht-kommerzielle Kopien erlauben für 10€ im Monat und würde jeder mit Internetanschluß so eine Lizenz erwerben, würden die meisten Künstler trotzdem nicht mehr Geld sehen, sondern die dicken Labels und ihre Retortenmusiker würden mehr bekommen.
     
  8. ^^
    sehr schönes Telefonat dazu gibt es hier
    WR047 Holger ruft an: Bei Tanith (wegen der GEMA) at WRINT
    da geht es genau darum was der *kleine Künstler* davon hat das er in der GEMA ist ...
     
  9. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Moin

    Zum Thema einer von den Piraten (der sieht lustig aus):
    [video=youtube;OSOkmtzYsNo]http://www.youtube.com/watch?v=OSOkmtzYsNo[/video]

    Also die Argumention das das Internet eine Selektionsplattform ist und trotzdem eine Wertschoepfung stattfindet kann ich ja noch nachvollziehen, schliesslich sieht man ja am Beispiel von youtube, das es funktionieren kann.

    Dennoch, wollen die Piraten nichts anderes als dem Urheber seines Rechtes berauben, selbst zu entscheiden ob er das Internet benutzt um virale Effekte zu erzeugen oder nicht. Das ist meiner Meinung nach verfassungswiedrig, da es den verfassungsmaessig garantierten Schutz des Eigentums aushebelt.

    Wenn man bei immaterielen Guetern anfaengt (und ja auch das ist Eigentum) sind wir nicht mehr weit davon entfernt, das Prinzip auf bestimmte materielle Gueter zu uebertragen, wenn es denn im Interesse der Allgemeinheit, oder wie in diesem Falle im Interesse einer Konsumentengruppe ist.

    Der Sleen
     
  10. Kila Shan

    Kila Shan Moderatorin Mitarbeiter

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    Wie regeln denn andere Länder den Schutz geistigen Eigentums?
     
  11. Dass das Internet eine Selektionsplattform ist, dass sieht Microsoft genauso. Immerhin haben die erst kürzlich ein Patent in den USA beantragt, das Bildungsniveau anhand von Facebook-Postings automatisiert zu erkennen und so ihre Werbung noch zielgruppengerichteter positionieren zu können.

    Nein, was sie wollen ist den Urheber aus dem Klammergriff der Rechteverwerterindustrie zu befreien, die anstelle des Urhebers mit dem geistigen Eigentum den großen Reibach machen. Es ist doch fast überall so, egal ob nun Printmedien, Musikindustrie oder was anderes: wenn ich als kleiner Max deren Kanäle nutzen will, muss ich erstens überhaupt froh sein, wenn sie mir einen Vertrag geben und zweitens lassen die sich dann so umfangreiche Verwertungsrechte über einen so langen Zeitraum übertragen, dass ich denen eigentlich auch gleich meine Seele verkaufen könnte, denn in diesem Leben werde ich dann diese Rechte fast nie mehr wiederbekommen. Das ist einzig und alleine dafür, dass ich überhaupt dort reinkomme, und damit ist noch keinesfalls dann ja garantiert, ob ich auch Erfolg haben werde oder auch nicht. Selbst wenn man dann keinen Erfolg hat, beharren die Rechteverwerter eben dennoch auf Einhaltung der Verträge. Als kleiner Nobody ist man da heutzutage bei denen gar nicht mehr erst in der Position, überhaupt irgendwas zu verhandeln, man bekommt Standardverträge und es heißt: Friß oder stirb!

    Das ist einfach ein sehr großes Ungleichgewicht, welches hier sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, und welches durch das Internet nun aufgebrochen werden könnte. Manche Gruppen/Autoren probieren es ja inzwischen auch, indem sie ihre Werke direkt publizieren oder beispielsweise bei Amazon als Ebook (die Sperrfrist dort beträgt gerade mal 90 Tage!), und das an den Verlagen vorbei.

    Übrigens gibt es sehr wohl Industrien, die gänzlich ohne den Urheberrechtsscheiß funktionieren aber dennoch Umsatz machen. Dazu schaue man sich nur mal die Textilindustrie an: eigentlich könnten die ja ihre Schnittmuster schützen lassen, das tun sie aber nicht. Was geschützt ist, ist dann einzig und alleine das Label, aber die Muster können munter kopiert werden. Im Gegenteil, manche Designer waren da sogar so schlau, am Anfang ihrer Karriere darauf zu achten, dass ihre Muster und Schnitte besonders leicht kopiert werden können (Coco Chanel war das), weil sie genau um den positiven Imagegewinn solcher Sachen wussten.

    Die offizielle Positionierung der Piratenpartei zum Urheberrecht kann man hier nachlesen: http://www.piratenpartei.de/2012/04...-der-piratenpartei-und-aufklarung-von-mythen/ und hier ein PDF dazu, etwas kürzer gefaßt: https://piratenpartei-bayern.de/files/2010/09/Reader_Urheberrecht_Piraten_2012.pdf
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. April 2012
  12. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Hallo Wiffel

    Gegenthese: Wenn man dem Wirtschaftskreislauf ein Gut (immateriales Gut) vollsteandig und ersatzlos entzieht, entstehen zwangslaeufig Umsatzverluste und und nur geringe Umsatzumverteilung, da diesem Gut kein konkurriendes Gut im direkten Wettbewerb gegenubersteht. Es ist einfach nur weg.

    Aber:

    Es gibt heute bereits etliche Geschaeftsmodelle, bei denen eine „Schoepfung“ kostenlos angeboten wird, um eine Nachfrage nach anderen Produkten (aus betriebswirtschaftlicher Sicht) zu generieren, dabei wird die Nachfrage nach diesen Folgeprodukten auf einen Anbieter konzentriert (aus volkswirtschaftlicher Perspektive). Ein Beispiel dafuer ist die open source software „Wordpress“.

    Wenn man nun derartige Software generell zwangsweise „Gratis“ macht, begeunstigt man im Wettbewerb derartige Anbieter zu lasten von Unternehmen, die sich auf der Basis geltendes Rechtes fuer ein anderes Geschaeftsmodell entschieden haben. Das ist diesen Unternehmen gegenueber nicht fair, gefaerdet die Arbeitsplaetze in diesen Unternehmen und veringert oder zerstoert deren Wert am Kapitalmarkt.

    Im heutigen Markt so wie er ist, hat sowohl der Unternehmer die Freiheit zu entscheiden wie er ein immateriales Gut (wie zum Beispiel Software) nutzt um eine Wertschoepfung zu erzielen und dem Konsumenten steht es frei zu entscheiden welchen Anbieter er favorisiert. Die Abschaffung des Urheberrechtes ist ein staatlicher Eingriff in diesen Markt und daher abzulehnen.

    Wiederspruch: Ja, der Urheber erhaelt einen hoeheren Anteil, durch das „Ausschalten“ von Medienunternehmen oder sonstigen Vermittlern, verdient aber de facto weniger Geld. Diese Vermittler bieten dem Urhebern naemlich durchaus einen Mehrwert: Reichweite!

    Sehr oft ist der Urheber eines immateriellen Gutes nicht alleine in der Lage genug Menschen zu erreichen um sein Produkt profitabel zu vermarkten. Wenn er es doch kann, steht es im frei das auch zu tun. Niemand wird gezwungen Nutzungslizenzen oder Vertriebslizens an dritte abzugeben. Er kann wenn er denn will. Ganz platt gesagt: Wenn du mehr Anteil willst, dann machs doch selber!

    Ok, in diesem Punkt ist Dein Szenario wohl naeher an der Realitaet als meines :). Insbesondere in Online Geschaeft gibt es eine Menge kuenstlich aufgeblasener Werte. Aber: Bei volkswirtschaftlichen Berechnung zum Thema Kapital wird allzu gerne vergessen, dass es auch ausserhalb des Boersenparkets Kapital gibt: Der gute alte Mittelstand. In der Medienlandschaft gibt es davon ein ganze Menge, und im Vertrieb noch viel mehr.

    Siehe oben, Zwischenhaendler in der Distributionskette schaffen durchaus einen Mehrwert. Naemlich die bequeme Verfuegbarkeit fuer den Konsumenten und die Reichwerte fuer den Hersteller. Ohne dies waere die Beschaffung von Guetern teurer fuer den Konsumenten als bisher und der Hersteller hat nicht genug Reichweite um sein Produkt profitabel zu vermarkten. Ein klarer Rueckschritt, volkswirtschaftlich gesehen.

    Mal ganz abgesehen davon sind auch in der Distribution und bei Werbemedien eine Menge Leute beschaeftigt und ein Menge Zulieferer und Dienstleister leben ebenfalls von diesen.

    Fazit: Die Abschaffung des Urheberrechts hat nur fuer eine Volksgruppe Vorteile: die "Geiz ist geil Fraktion!" (Huch schon wieder polemisiert, ich kanns nicht lassen).

    Der Sleen
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2012
  13. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Barth

    Auch das hoert sich mal wieder nach der hier so beliebten ultra-Links Polemik an. Der arme kleine unterdrueckte Mann und das boese unterdrueckende Kapital der „Rechteverwerterindustrie“ (wo kommt denn der Begriff eigentlich her? Was ist aus dem guten alten brav-biederen Wort „Verlag“ geworden? Nicht boese genug?

    Steht bei so einem Vertragsabschluss jemand mit der Pistole neben dem Urheber bis er unterschrieben hat? Nein, er unterschreibt den Kram weil er sich einen Vorteil davon verspricht. Nicht mehr nicht weniger. Er muss aber nicht! Er kanns ja auch alleine versuchen.

    Volle Zustimmung! Aber brauchts dazu ein neues Gesetz? Kann man das nicht einfach mal den Markt entscheiden lassen? Das Beispiel Wordpress (siehe oben) beweisst doch , dass sowas im Markt funktionieren kann. Der Gruender (Urheber) ist schweine reich geworden.

    Der Sleen
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2012
  14. Lassen wir mal das "zwangsweise" im Szenario weg, dann kann man den Rest ja noch immer so betrachten: das nennt sich dann survival of the fittest. Wettbewerb! Und nur, weil etwas (vermeintlich!) kostenlos verfügbar ist, heißt das noch lange nicht, dass es dann auch eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Man schaue sich nur mal den Betriebssystemmarkt an, man kann sich mit kostenlosen Betriebssystem totschmeißen (FreeBSD, OpenBSD, NetBSD, Linux, Minix und und und...), mit denen man wirklich gut arbeiten kann, aber hat das den Absatzzahlen von Windows geschadet? Nö.

    Die Vermittler boten diesen Mehrwert früher an, weil sie die Transportwege (Tonträger, Print etc.) alleine beherrschten. Heute gibt es das Internet, da kann jeder sein Zeug direkt durchs Netz pusten der mag, das nagt gewaltig am althergebrachten Geschäftsmodell der Vermittler und bisher haben sie da auch wenig moderne Lösungen dafür entdeckt.

    Die Vermittler schaffen Mehrwert, ja. Aber: der Markt ist entartet, nicht mehr die Urheber bestimmen ihn, sondern die Vermittler und wer Zugang zu den althergebrachten Transportwegen will, der verkauft mal eben nur seine Seele an sie.
     
  15. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Barth

    Ganz im Gegenteil.

    Auch im Internet muss man Reichweite erst mal haben. Mal eben so durchs netz pusten gibt es nicht! Selbst ein Amazon Shop ist keine Garantie fuer Reichweite. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube das Reichweite im Internet einfach oder billig ist.

    Von dieser Tatsache lebt eine ganze Branche: Die Online Marketing Branche - die modernen Vermittler sozusagen.

    Das war schon immer so.

    Der Sleen
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2012
  16. Falsch, Sleen, falsch!

    Und wenn das aus deiner marktfreundlichen Warte schon für dich eine ultra-linke Polemik ist, dann ist das eben so. Glaube mir, das juckt mich nicht die Bohne, wie du das einordnest. Ich habe noch einen anderen Begriff, der es besser trifft: die Contentmafia.

    Überhaupt betrifft dieser inzwischen oft volkswirtschaftsschädliche Würgegriff, in welchem sich die Urheber befinden, nicht nur den kleinen Mann.

    Ich möchte das an einem Beispiel erläutern, nämlich dem wissenschaftlichen Publikationsbetrieb. Wissenschaftler publizieren gerne viel und häufig, sie sind darauf angewiesen, dass sie ihre Papers in Fachzeitschriften veröffentlichen können, wenn sie gelesen werden wollen, und die dann auch gelesen werden.

    Nun ist es so, dass sich inzwischen der Markt der wissenschaftlichen Verlage auf vier Global Players verteilt, die Verlage Springer Heidelberg, Elsevier und zwei weitere. Das klingt erstmal nach keinem Problem, das ist es aber inzwischen mehr und mehr.

    Warum? Nun, weil diese Verlage zusehens die Urheber unter Druck setzen und da aus Werken Gewinn schlagen, die sie nicht zu verantworten haben. Eigentlich sind sie nur die Dienstleister für die Wissenschaft, aber so verhalten sie sich eben nicht mehr.

    Damit ein Paper veröffentlich werden kann, bedarf es normal eines Peer Reviews. Das ist so Usus, den leisten dann weitere Wissenschaftler oder Arbeitsgruppen von anderen Universitäten, also auch nicht die Verlage. Häufig ist es inzwischen so, dass Autoren je nach Wichtigkeit der Zeitschrift, wo sie publizieren wollen, dem Verlag schon mal Geld zahlen müssen, damit der das Paper überhaupt annimmt. Veröffentlichung dabei: ungewiss!

    Dann lässt sich der Verlag so weitreichende Nutzungsrechte an dem Paper einräumen, dass der Urheber an sich es danach getrost verbrennen darf, denn ab sofort entscheidet einzig und alleine dieser Verlag die nächsten Jahre, was damit noch geschieht. Das behindert den Fortschritt, hemmt die Forschung und ist einfach aber traurige Realität im Wissenschaftszirkus.

    Und selbst wenn das Paper in der Publikation eines der vier Verlage veröffentlicht werden sollte, dann ist es so, dass die Bezugspreise für diese Fachzeitschriften von Jahr zu Jahr nur einen Weg kennen: sie steigen. Das aber nicht wenig, sondern im Schnitt etwa pro Jahr um 10-12%! Damit haben wiederum die Universitätsbibliotheken ein Problem, deren Etats chronisch knapp sind und längst nicht all diese Preissteigerungen mitmachen können. Die Folge: viele Bibliotheken dünnen notgedrungen jährlich ihren Zeitschriftenbestand weiter aus und abonnieren dann wirklich nur noch Zeitschriften, ohne die man gar nicht kann.

    Aber auch dagegen haben die Verlage ein Mittel gefunden, um weiterhin ihre "Ramschmagazine" unters Volk zu bringen: die etablierten Publikationen kriegt man häufig als Bibliothek nur noch im Bündel mit Ramschmagazinen, die man sonst normal nicht mehr führen würde - oder eben gar nicht. Friß oder stirb heißt also auch hier die Devise!

    Das Ganze ist inzwischen so dermaßen aus dem Ruder gelangt, dass viele Wissenschaftler nun damit angefangen haben, anstelle der Verlage die notwendigen Zeitungen eber selber zu publizieren unter viel liberaleren Lizenzen für die Autoren. Das Stichwort lautet dabei: Open Access.

    Das ist eine Entwicklung, die ich für gut und richtig finde, eben weil die wissenschaftlichen Verlage es maßlos überziehen, die Volkswirtschaft mit ihrem Krampf eindeutig schädigen, den freien Zugang zu Wissen behindern und damit den wissenschaftlichen Fortschritt.

    Und der Beispiele, wo das Urheberrecht zu einem Hemmschuh geworden ist, gibt es genügend. Und "Braucht es dazu ein neues Gesetz?" als Frage ist fehl am Platze, denn selbst die Lobby der Contentmafia sorgt ja ständig für eine Verschärfung der Gesetze in ihrem Sinne, und meint damit: ja!

    Was wir daher brauchen ist eben wirklich eine Neubewertung und Reformierung des Urheberrechtes an sich, auch unter dem Gesichtspunkt von Kartellbildung und Marktversagen. Der Markt nämlich regelt sich längst niemals ganz von alleine!
     
  17. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Also

    Ich hab mir nun tatsaechlich die Muehe gemacht das Parteiprogramm der Piraten zu lesen. Wie bei allen Parteiprogrammen fand ich da natuerlich einige Punkte denen ich mindestens kritisch gegenueberstehe (garantiertes Grundeinkommen, Urheberrecht).

    Andererseits scheint die Partei relativ "Ideologie-befreit" zu sein, was sie mir schon mal sympathisch macht, da ich weder Linke-Ideologie abkann (es fiel vielleicht schon auf) aber andererseits mit allem was mit "Christlich" anfaengt auch nicht viel anfangen kann.

    Ich finde bei den Piraten sehr viel Liberales, aber auch die Dinge zu denen ich in Parteiprogrammen der Linken Parteien(einschliesslich der Gruenen) abnicken kann (Drogenpolitik, Umweltschutz, sexuelle Selbstbestimmung, Trennung von Kirche und Staat, Immigrationspolitik, Europapolitik etc...) aber eben nichts von linker Wirtschaftspolitik.

    Summa Sumarum: Doch eine waehlbare Alternative.

    Der Sleen
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2012
  18. Zu Open Access möchte ich noch eine Meldung von heute nachschieben, die mich nachdenklich stimmt und euch auch nachdenklich machen sollte: Wissenschaftsjournale werden für Uni-Bibliothek zu teuer | Telepolis .

    Die Kurzfassung: selbst die finanziell nicht gerade klamme US-Eliteuniversität Harvard findet inzwischen die Preisgestaltung der Wissenschaftsverlage unmöglich, sie ruft zur Nutzung von Open Access auf sowie der Entbündelung der Subskriptionspakete, die viele Verlage nur noch anbieten.

    Nach dem Artikel haben sich die Kosten für die Journalverbote zweier nicht genannter Verlage innerhalb von sechs Jahren um 145 % erhöht.
     
  19. Nicoletta Schnute

    Nicoletta Schnute Forumsgott/göttin

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    Das über das Urheberrecht, insbesondere über das Verwertungsrecht nachgedacht werden muss und es nicht mehr Zeitgemäß ist, das kann ich noch nachvollziehen. Alles andere fällt mir ehrlich gesagt schwer mich da hineindenken in mögliche Modelle. Es geht mir zu weit oder anders gesagt es mag der dritte Schritt sein aber welcher wäre im Modell gedacht der erste mögliche.
     
  20. Sleen Squall

    Sleen Squall Superstar

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    Nicoletta

    Ja, zu einer Reform, sehe ich nun auch so.

    Was mich auf die Palme brachte war dieses Satz im Eingangsposting "Urheberrecht gehoert abgeschafft" oder so aehnlich. Das geht nicht, das ist nach meinem Verstaendniss verfassungswiedrig.

    Natuerlich hat der Lauer und die Weissband Recht wenn sie sagen, die Wertschoepfung durch B2C Vertrieb von Kopien geistigen Eigentums ist nicht mehr Zeitgemaess. Beispiele wie youtube und Wordpress beweisen, dass es auch anders geht. Aber ich wehre mich gegen eine Entmuendigung der Urheber und der Konsumenten per Gesetz als auch gegen eine grundssaetzliche Verteufelung von Verlagen, Publishern und Marketern :).

    Der Urheber soll weiter frei entscheiden duerfen, wie er sein Werk monetarisiert. Er soll auch Fehlentscheidungen treffen duerfen. Er soll entscheiden duerfen, ob er Rechte an andere lizensiert und in welchem Umfang, ob er seine Produkte selbst vermarktet oder ob er diese dem Konsumenten frei zur Verfuegung stellt und dann im "Nachgang" an etwas anderem Geld zu verdienen (zum Beispiel durch Werbeeinnahmen Dienstleistungen oder besser besuchte Konzerte).

    Das ist uebrigens ein Thema, mit dem sich die FTP ebenfalls beschaftigen sollte, wenn die nicht wollen, dass die Piraten die FTP 2.0 werden, wie das in einer Diskussion zwischen dem Julies Chef und der Breitband (ach, ne, Weisband, heisst die ja) thematisiert wurde.

    Viele etwas enttaeuschte FTP Waehler scheinen fuer die liberalen Themen der Piraten sehr offen zu sein. Ich selbst beschaeftige mich auch wieder mit den Thema "was werde ich waehlen" , da ich ja wieder zurueckkomme nach Deutschland. Wobei wenn mich wer ueberzeugt, gibts von mir nicht nur ein Kreuzchen auf dem Zettel, sondern meine Reichweite im Netz gleich mit dazu.

    Sogar ich, als jahrelanger typischer FTP Waehler (bis vor 10 Jahren, habe seit ich in Spanien bin nicht mehr in Deutschland gewaehlt) sympathisiere mit denen inzwischen, nachdem ich aufgrund dieser Diskussion das Parteiprogramm, und etliche Interviews mit Lauer und Weisband auf youtube geschaut habe.

    Sind die Piraten der "wake-up-call" fuer die FTP?

    Der Sleen

    Hier die Sendung die ich meinte

    [video=youtube;e873gpjeFgM]http://www.youtube.com/watch?v=e873gpjeFgM&feature=related[/video]
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2012

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