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Vorteile einer Migration von Second Life an einer Universität

Dieses Thema im Forum "Anfragen der Presse, Unternehmen, Studenten" wurde erstellt von Adam Gilruth, 15. Januar 2010.

  1. Adam Gilruth

    Adam Gilruth Gesperrt

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    Da ich nun schon seit längerem in Second Life als Privatperson aktiv bin aber an einer Universität in Deutschland arbeite habe ich überlegt welche Möglichkeiten sich ergeben könnten um Second Life in den Alltag oder allgemein in die Uni zu integrieren.

    Dabei geht es vorrangig erstmal um eine Aufstellung und Diskussion der Vorteile die eine Universität mit dem Einsatz oder dem vorhanden sein einer virtuellen Umgebung innerhalb von Second Life besitzt.

    Beispiel:

    Unterhaltung über Voice
    Menschen können über Grenzen hinweg gemeinsam an einem Projekt arbeiten

    Das Gegenargument besteht da drinne das eh alle Studenten an einem Ort im Umkreis von 10km zusammen sind und sich regelmässig sehen

    Ich erhoffe mir von der Community eine Sichtweise und Argumentation die mir so vielleicht nicht auf den ersten Blick einfallen würde
     
  2. Vorteile könnte es vor allem dann geben, wenn man Simulationen laufen lässt, die man im RL schwer machen kann oder viel Geld kosten würden. Andererseits kann man so etwas auch per Projektor an eine Hörsaalwand werfen.
    Es gibt genügend Universitäten, die in SL bereits lange aktiv sind, dort kann man sicherlich deren Erfahrungswerte problemlos abfragen.

    Die Nachteile von Second Life:


    • steile Lernkurve. Bis jemand sich richtig eingearbeitet hat, das dauert.
    • Hardwareanforderungen. Nicht jeder Student dürfte entsprechende Hardware haben.
    • Zu wenig Moderationsmöglichkeiten. Außer Rauswurf gibt es nicht viel.
    Es gibt sicher Anwendungsgebiete, in denen es sinnvoll eingesetzt werden kann. Aber man muss erst einmal sehr viel Energie reinstecken und vor allem lernen die Studenten nicht automatisch dadurch besser, dass man nun in SL ist.
     
  3. Danziel Lane

    Danziel Lane Superstar

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    Ich weiß nicht, was du studierst, oder in welchem Fachbereich du arbeitest, aber entsprechende Informationen bekommt man immer wieder auf den Konferenzen und Fachausstellungen zum e-Learning.
    Ich selbst hab mal auf der Online-Educa 2008 auf dem LL-Stand die Projekte der vhs vorgestellt und von etlichen Profs richtig gute Kommentare bekommen.

    Ich nenn mal jetzt einfach zwei Beispiele aus dem nichtuniversitären Bereich. Es geht um die Vorbereitung zur Prüfung zum Sportbootführerschein.

    1. Beispiel: Mercatorprojektion
    Das ist im RL schwer, die Verzerrung einer Seekarte durch die Projektion einer Kugeloberfläche auf ein glattes Blatt zu erklären. Ich hab da schon mit Apfelsinen im Unterricht gearbeitet.
    In SL geb ich den Schülern eine Textur der Weltkarte und lass sie eine Kugel und einen Würfel bauen, dann die Textur auf beide machen.
    Ergebnis: Sofortiges Verständnis für die Verzerrung.
    Für die Schlaumeier von der Uni nenn ich dann noch den Verzerrungsfaktor (Cosinus der Breite), der ist aber für die normale Prüfung nicht relevant.
    Das Erlebnis der 3D-Verzerrung, die sichtbar wird durch eigene Aktion verhilft zu einem Instant-Lerneffekt.

    2. Beispiel: Richtfeuer
    Richtfeuer sind in der Schifffahrt Strecken, auf denen die Schiffe von zwei Leuchttürmen (einem großen und einem kleinen) geleitet werden, die in Deckung zu halten sind.
    So was kann ich in SL recht flott nachbauen. Da können die Avatare einfach drauf zu laufen, oder ich geb ihnen ein "Schiff", das leicht abdriftet.
    Rechts und links vom Leitweg bau ich ein paar Löcher oder Wände (transparent), und dann geht man halt unter oder knallt vor eine Sandbank, die entsprechenden Geräusche selbstverständlich dabei.
    Hier kann man also etwas sehr realistisch ausprobieren, wozu man im RL ans Meer fahren muss und ein Schiff chartern.
    Und wer's nicht kapiert hat, kann es jederzeit noch mal ausprobieren. Sogar, wenn er deswegen nicht einschlafen kann, nachts um 2, wenn die Uni zugeschlossen ist.

    Und ich denke, die beiden Beispiele sind nur der Anfang.
     
  4. Shirley Iuga

    Shirley Iuga Forumsgott/göttin

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    SL ist denk ich mal dann gut geeignet, wenn man virtuelle Konferenzen abhalten will. Z.B. mit vielen Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt. Das ist mit einer Videokonferenz nicht wirklich immer soo optimal und man hat dann z.B. 6 Monitorbilder auf dem Schirm. In SL würde man direkt zusammensitzen. Und man kann Medien wiedergeben, z.B. Filme usw.
    Nachteil bei der Konferenz ist, dass man nur die Avatare sieht, d.h. Körpersprache usw. kann nicht transportiert werden.

    Allerdings hab ich in meinem Uni-Alltag (als Student bzw. chronisch unterbezahlter Seminarleiter/Dozent *g*) bisher noch selten dieses Problem gehabt, da man sich dann eher vor Ort irgendwo trifft wenn so viele Personen von verschiedenen Unis beteiligt sind.

    Was die 3D-Modellierung angeht ist SL zwar supereinfach, so dass auch SL-Anfänger nach einer kurzen Einführungszeit schnell mal z.B. ein Molekül zusammenbasteln könnten, aber leider ist SL eben nicht soo gut geeignet um wirklich gut universitäre Inhalte vermitteln zu können.

    Da sind dann z.B. spezielle Moleküldesignprogramme meist wesentlich besser geeignet, die gibts auch in für Schüler und Erstsemester tauglichen Versionen und die können dann auch die gängigen 3D-Formate exportieren.
    Oder gar Filme erstellen. Und zudem können diese Programme dann auch Informationen wie Bindungsenergien, Orbitaldeformationen usw. darstellen.

    Ähnlich ist es in der Architektur, auch da sind eben richtige CAD Programme weitaus besser geeignet um z.B. begehbare 3D-Modelle herzustellen. Dito im Berich Maschinenbau. Man hat da eben nicht das Problem mit dem Primlimit.
    Und wenn man mal die CAD-Grundlagen drauf hat (lernt man normal im 1. Semester mittlerweile schätz ich...), dann kann man damit wesentlich mehr anfangen als mit SL.

    Und in anderen Bereichen (Mathe, Physik usw.) ist es im Uni-Bereich denk ich mal ähnlich. Lieber eine professionelle Software einsetzen (Maple, Mathematica usw. ist an der Uni ja sowieso meist verfügbar...) als sich da mit Tricks und kniffen in SL zu beschäftigen, denn mit Mathematica & Co. hat man früher oder später sowieso zu tun.


    Die Chancen von SL seh ich eher in der Erwachsenenbildung oder in den allgemeinbildenden Schulen.

    Für einen Hauptschüler ist es im Chemieunterricht der 9.Kllasse nicht wichtig, ob das nun ein s- oder ein p-Orbital ist. Da gehts erst mal überhaupt drum was ein Atom ist und was das Bohrsche Atommodell ist. Und sowas kann man mit SL oder einer deratigen Software durchaus in geeigneter Form darstellen. Genauso wie z.B. das konzentrische Planetensystem in SL gut dargestellt werden kann, während man z.B. die Keplerschen Gesetze und den Ellipsenfahrstrahl besser in einem Programm wie Mathematika darstellen kann.
    Aber das ist dann auch frühestens in der Gymnasialen Oberstufe dran.